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Was Sie zur Grippeimpfung 2020 wissen müssen

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Influenza in Corona-Zeiten - Was Sie zur Grippeimpfung 2020 wissen müssen

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Die neue Grippesaison steht bevor. Ändern sich in der Corona-Pandemie die Empfehlungen für die Grippeschutzimpfung? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Archiv: Eine Ärztin haelt am 15.01.2019 in einer Arztpraxis in Hamburg eine Spritze in der Hand
Etwa 26 Millionen Impfstoffdosen stehen für die kommende Grippesaison bereit.
Quelle: dpa

Soll ich mich gegen Grippe impfen lassen?

Die Antwort: Die Impfung ist empfohlen, wenn Sie in einer Risikogruppe sind, im Gesundheitswesen arbeiten oder schwanger sind.

Die Erklärung: Für die kommende Grippesaison sind in Deutschland etwa 26 Millionen Impfstoffdosen verfügbar - darunter sechs Millionen Dosen, die das Bundesgesundheitsministerium extra wegen der Corona-Pandemie beschafft hat. Damit können sich zwar mehr Menschen impfen lassen als 2019 (21 Millionen). Für die gesamte Bevölkerung reicht das trotzdem nicht.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt deshalb, mit den verfügbaren Impfstoffdosen vor allem bestimmte Personengruppen zu impfen. Dazu gehören:

  • Risikogruppen für schwere Influenza- oder Covid-19-Verläufe. Dazu gehören Menschen ab 60 Jahren oder mit chronischen Krankheiten
  • Ärzte, Pfleger sowie andere Arbeitskräfte im Gesundheitswesen
  • Schwangere
  • Bewohner in Alters- und Pflegeheimen

Gibt es genug Impfstoffdosen für diese Personengruppen?

Nein, für die "vollständige Umsetzung" der STIKO-Empfehlungen wären etwa 40 Millionen Impfstoffdosen notwendig.

In den vergangenen Jahren waren die Impfquoten in den Risikogruppen gering. In der Grippesaison 2018/2019 lag sie bei …

  • Menschen ab 60 Jahren bei etwa 35 Prozent
  • Menschen mit chronischen Grundleiden bei 20 bis 50 Prozent.

Ich bin jung, gesund - kann ich mich trotzdem impfen lassen?

Ja. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betont in der "Welt am Sonntag": "Jeder, der sich und seine Kinder impfen lassen will, sollte und kann das tun."

Ein Arzt impft ein einjähriges Kind gegen Masern per Infektion in den Oberschenkel.

Wegen Corona-Krise -
Ärzte empfehlen Grippeimpfung für Kinder
 

Deutsche Ärzte mahnen Eltern dieses Jahr besonders zur Grippeimpfung ihrer Kinder.

Ist die Grippeschutzimpfung wegen Corona wichtiger als sonst?

Gleich mehrere Punkte sprechen dafür. So warnt Spahn in der "Welt am Sonntag": "Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie kann das Gesundheitssystem nur schwer verkraften."

Außerdem kann die Grippeimpfung zwar nicht vor dem Coronavirus schützen. Sie verringere aber das Risiko, an zwei Infektionen gleichzeitig zu erkranken, sagt Roland Stahl, Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Vor allem für Risikogruppen könnte eine sogenannte "Koinfektion" gefährlich werden.

Eine hohe Impfquote ist 2020 zudem "besonders wichtig, da sich Grippe- und Covid-Symptome teilweise ähnlich sind", sagt die Deutsche Krankenhausgesellschaft. "Mit einer hohen Influenza-Impfquote ließe sich so eine tatsächliche Corona-Infektion leichter eingrenzen."

Dr. Christoph Spinner vom Klinikum rechts der Isar München erklärt, mit welcher Faustregel sich Corona von einer Erkältung unterscheiden lässt.

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Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

In den vergangenen Jahren hat die Grippe-Welle meistens im Januar begonnen. Die STIKO empfiehlt deshalb eine Impfung im Oktober oder November - auch weil es nach der Impfung bis zu 14 Tage dauern kann, bis der Schutz vor den Viren vollständig aufgebaut ist. Im Dezember oder während der Influenza-Welle können Sie sich aber auch noch impfen lassen.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Bei Ihrem Hausarzt. In Modellprojekten dürfen ab diesem Herbst aber auch Apotheken gegen Grippe impfen. Die Bundesregierung will dadurch die Impfquote erhöhen. Die Bundesärztekammer sieht dagegen die Patientensicherheit gefährdet.

Bald steht die herkömmliche Grippeschutz-Impfung wieder an. Um das einfacher und schneller zu handhaben, sollen bald auch Apotheker impfen dürfen.

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Hat die Impfung Nebenwirkungen?

Der Impfstoff "ist in der Regel gut verträglich", sagt das RKI. Wie bei anderen Impfungen auch könne es aber zu lokalen Reaktionen an der Impfstelle kommen, etwa leichten Schmerzen, einer Rötung oder einer Schwellung.

Wann darf ich nicht geimpft werden?

Das RKI warnt davor, während einer akuten schweren Infektion oder bei Fieber zu impfen. Falls Sie eine schwere Allergie gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffs haben, sollten sie das mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Was muss ich zum Influenza-Virus wissen?

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