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Großes Gletscherstück in Grönland abgebrochen

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113 Quadratkilometer Eis - Großes Gletscherstück in Grönland abgebrochen

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Der größte noch existierende Gletscher der Arktis verliert Eis. Ein 113 Quadratkilometer großes Stück ist abgebrochen. Ein weiterer Beleg für den Klimawandel, sagen Forscher.

Grönland will mit Schmelzwasser Geld machen. Archivbild
Die Gletscher im Nordosten Grönlands sind in den letzten zwei Jahren schneller geschrumpft. Grund waren besonders warme Sommer.
Quelle: Felipe Dana/AP/dpa

Ein geschätzt 113 Quadratkilometer großes Stück der Eisdecke Grönlands ist abgebrochen. Das Stück sei von dem etwa 80 Kilometer langen und 20 Kilometer breiten Gletscher Nioghalvfjerdsfjorden abgebrochen, teilte die nationale geologische Forschungseinrichtung Dänemarks und Grönlands (GEUS) am Montag mit.

Forscher sehen Klimaerwärmung als Ursache

Das Abbrechen größerer Eisstücke von im Meer endenden Gletschern ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist aber die Größe des nun abgebrochenen Brockens. Nach Ansicht der Forscher ist der Eisverlust eine direkte Folge der globalen Klimaerwärmung:

Wir sollten sehr besorgt sein wegen der offensichtlichen fortschreitenden Auflösung des größten verbleibenden Schelfeises der Arktis.
Jason Box, Professor an der GEUS

Auf Satellitenbildern ist zu sehen, wie sich der "Spalte Glacier" in Grönland im Laufe der Jahre verändert:

Greenpeace: "Weitere Alarmglocke"

"Ein weiterer massiver Brocken wichtigen Meereseises ist in den Ozean gefallen", sagte die Greenpeace-Sprecherin Laura Meller, die an Bord des Schiffs "Arctic Sunrise" der Organisation ist, das sich am Rand des Meereseises befindet.

Dies ist eine weitere Alarmglocke, die die Klimakrise in der sich schnell erhitzenden Arktis läutet.
Laura Meller, Greenpeace

Einer im August veröffentlichten Untersuchung zufolge verlor Grönland während des sehr warmen Jahres 2015 eine Rekordmenge an Eis. Wenn man diese Schmelzwasser-Menge über ganz Deutschland verteilen würde, stünde sie etwa 1,50 Meter hoch. Seit 1980 hat sich die Durchschnittstemperatur in der Region den Forschern zufolge um drei Grad erhöht - für 2020 erwarten die Forscher Rekordtemperaturen.

Die jährlichen Veränderungen des Eisschelfs im Nordosten Grönlands zum Ende der Schmelzperiode werde mithilfe von Satellitenaufnahmen gemessen, erklärte GEUS. In den vergangenen zwei Jahren sei das Gebiet jeweils um mehr als 50 Quadratkilometer geschrumpft.

Eisverlust auf Grönland

Negativrekord -
Grönlands Eis schmilzt wieder schneller
 

Der grönländische Eisschild hat nach Angaben des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts 2019 besonders viel Masse verloren und damit einen neuen Negativrekord erzielt.

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