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Größter Fund in Deutschland - Meteorit schlummerte im Garten

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Jahrzehnte liegt ein Brocken in einem Garten. Der Besitzer hält ihn für einen Stein, wenn auch einen ungewöhnlichen. Irgendwann erfährt er: In seinem Garten liegt eine Sensation.

Der Meteorit liegt in Blaubeuren auf einer Werkbank. Archivbild
Der Meteorit liegt in Blaubeuren auf einer Werkbank. Archivbild
Quelle: Gabriele Heinlein/Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt/dpa

Lange fristete der 30 Kilogramm schwere Brocken ein Schattendasein: Möglicherweise mehrere Tausend Jahre lag er unter der Erde, gut 25 weitere Jahre war er Dekostück in einem Garten, dann landete er in einem Kleiderschrank. Erst dann entschied sich Grundstücksbesitzer Hansjörg Bayer, ein Stück des ungewöhnlichen, vermeintlichen Steins, einem Fachmann zu schicken.

Der Stein landet beim Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Das 20 Gramm leichte Fragment des Brockens aus Bayers Garten in Blaubeuren landet bei Meteoritenforscher Dieter Heinlein vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin. Er tippt beim bloßen Anschauen auf Eisenerz.

Der sah erst überhaupt nicht meteoritenverdächtig aus.
Dieter Heinlein

Angesichts der typischen Struktur und nach einer Untersuchung auf den Eisen- und Nickelwert ist für ihn jedoch klar: "Das ist einer." Drei weitere Labore bestätigen seine Vermutung: Es ist ein Meteorit.

"Blaubeuren" löst "Benthullen" ab

Und was für einer: Das Fundstück ist 30,26 Kilogramm schwer und misst 28 mal 25 mal 20 Zentimeter - ähnlich wie ein Fußball.

Bislang war der bei Oldenburg gefundene "Benthullen"-Meteorit mit einem Gewicht von 17,25 Kilogramm laut DLR der Rekordhalter. Der kosmische Körper aus Bayers Garten wird nach der Stadt Blaubeuren in der Nähe von Ulm benannt. Das DLR bezeichnete ihn als "wissenschaftliche Sensation".

Meteoritenfunde sind laut Heinlein sehr selten. "Das ist etwas ganz Besonderes", sagt er. Über die Jahrhunderte hat es in Deutschland nur 52 Funde gegeben. Das liegt auch daran, dass sie im hiesigen Klima vergleichsweise schnell verwittern.

"Blaubeuren" soll ins Museum

Bayer hatte den vermeintlichen Stein 1989 entdeckt, als er in seinem Garten in 50 Zentimeter Tiefe ein Rohr verlegen wollte.

Die ganze Haptik, das Anfassen und das Gewicht - ich habe damals schon gemerkt, dass der Stein besonders ist.
Hansjörg Bayer

Bayer setzte ihn in den Garten. 2015 hievte er den Stein in den Keller. Dort lag er weitere fünf Jahre in einem alten Kleiderschrank. Im Januar dieses Jahr wollte er den Keller entrümpeln. Nach all den Jahren dachte Bayer, dass der Brocken einfach nicht zu der Art der Kalksteine passt, die er aus der Region kennt und er kontaktiert Dieter Heinlein.

Viele Laien verwechselten Eisenerze mit Meteoriten, sagt Heinlein. Doch mit Meteoriten sei es ähnlich wie mit Lottospielen. Man könne das Glück nicht erzwingen, einen zu finden.

Nur ganz wenige sind wirklich Meteorite.
Dieter Heinlein

Der Meteorit soll jetzt weiter untersucht werden. Bayer erlebt dagegen zurzeit einen wahren Medienrummel, doch er will ihn auch nicht verkaufen. Der Meteorit müsse dauerhaft in ein Museum. Da sind sich Forscher Heinlein und Finder Bayer einig. Heute wird der Meteorit "Blaubeuren" von Meteoritenexperte Dieter Heinlein der Öffentlichkeit vorgestellt.

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