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Prozessbeginn Grünes Gewölbe : Mitglieder des Remmo-Clans vor Gericht

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Vor zwei Jahren werden beim Einbruch in Dresden einmalige Schätze deutscher Kulturgeschichte geraubt. Hatten die Diebe Helfer? Von der Beute fehlt noch immer jede Spur.

Vor zwei Jahren wurden im Grünen Gewölbe in Dresden Juwelen im Wert von 113 Millionen Euro gestohlen. Nun hat der Prozess gegen sechs mutmaßliche Täter begonnen.

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Prozessbeginn in Dresden. Angeklagt: Sechs Mitglieder des polizeibekannten Berliner Remmo-Clans. Eine Armada von 14 versiert-gewieften Anwälten drängt sich vor Gericht, um die Clan-Mitglieder zu verteidigen. Die Männer schweigen. Und gleichwohl jetzt der Prozess beginnt, gehen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen 40 andere Verdächtige weiter.

Clan-Mitglieder wegen Bandendiebstahls und Brandstiftung angeklagt

Die Anklage gegen die Remmos lautet unter anderem schwerer Bandendiebstahl und schwere Brandstiftung. Darauf stehen bis zehn oder 15 Jahren Haft.

Doch in Dresden geht es um mehr: Die Diamantengarnituren, die hier geraubt wurden, sind einmalig, Zeugnisse deutscher Kulturgeschichte. Bisher fehlt von ihnen jede Spur. Der Verlust ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

Eine Auswahl der Schmuckstücke, die beim Einbruch in das Grüne Gewölbe gestohlen wurden, sehen Sie hier:

Remmo-Clan werden weitere Taten zugeschrieben

Die Remmos scheinen auf spektakuläre Einbüche spezialisiert: 2014 werden beim Einbruch ins Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe Vitrinen mit ähnlichen Äxten zerstört wie die in Dresden. Hier sehen die Ermittler Parallelen.

2017 "verschwindet" im Berliner Bode-Museum eine 100 Kilo schwere Goldmünze. Dafür wurde unter anderem Wissam Remmo, der jetzt auch in Dresden vor Gericht steht, zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Weil die Mühlen der Berliner Justiz langsam mahlen, war Remmo, bevor das Urteil Rechtskraft hatte, weiter auf freiem Fuß. Zeit, das Ding in Dresden mitzudrehen, so die Staatsanwaltschaft. Der Hydraulikspreizer, mit dem die Gitterstäbe in Dresden aufgehebelt wurden, kam auch in Berlin zum Einsatz. Dass Wissam Remmo einen solchen gestohlen hat, dafür musste er sich übrigens einen Tag nach dem Raub in Dresden in Bayern vor Gericht verantworten.

Justiz gegen Clan: Wie geht es im Schicksal der gestohlenen Dresdner Juwelen weiter?

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In Dresden bisher größter Coup der Bande

Der Einbruch ins Grüne Gewölbe jedenfalls wäre der bisher größte Coup des Remmo-Clans. Wie scheinbar mühelos er gelang, macht noch immer sprachlos. Es ist 4:58 Uhr am Morgen des 25. November 2019, als zwei Maskierte in das Dresdner Residenzschloss einsteigen. Zeitgleich fällt die Straßenbeleuchtung aus. Dafür sorgen die Täter mit einem Brand in einem nahegelegenen Stromkasten.

Die eisernen Gitterstäbe an einem Fenster werden vorher bereits durchtrennt. Obwohl der Wachschutz der Staatlichen Kunstsammlungen den Bruch sofort bemerkt, schreitet er nicht ein. Die Männer sind unbewaffnet, haben Anweisung, sich nicht in Gefahr zu bringen.

4.300 Diamanten und Brillanten erbeutet

Die beiden Täter zerschlagen mit Äxten und äußerster Brutalität Vitrinen in der Schatzkammer August des Starken. Sie erbeuten diverse Schmuckstücke mit insgesamt 4.300 Diamanten und Brillanten. Allein die Versicherungssumme wird mit 113,8 Millionen Euro taxiert. Dieser bis dahin in der sächsischen Geschichte beispiellose Überfall dauert höchstens acht Minuten. Dann rauschen die Täter mit einem Audi A6 davon. Das zeigen Bilder einer Überwachungskamera.

Auf dem Weg zur Autobahn Richtung Berlin zünden sie das Fahrzeug in einer Tiefgarage an. 61 Autos werden beschädigt. Dennoch wird DNA am ausgebrannten Autowrack gesichert. Auch das zweite Fluchtfahrzeug, das schließlich gefunden wird, liefert DNA-Spuren. Ebenso die Fassade am Dresdner Residenzschloss.

Viele offene Fragen sollen bis Oktober geklärt werden

Die Frage ist, ob die Remmos Hilfe hatten. Die Wachleute geraten immer wieder ins Visier der 40-köpfigen Soko "Epaulette". Dass das Grüne Gewölbe vorher ausspioniert wurde, zeigen Bilder einer Überwachungskamera.

Das Museum von Weltrang in Dresden war indes nicht wie ein solches gesichert. Überwachungskameras veraltet, Vitrinen, deren Glas schon nach wenigen Sekunden bricht. Bewegungsscanner, die nicht funktionieren. Und warum wurde beim Zersägen der Gitterstäbe am Fenster nicht automatisch die Polizei alarmiert?

Es sind noch viele Fragen offen. Und die Angeklagten schweigen. Der Prozess ist erstmal bis Oktober terminiert. Dass der Schatz der Sachsen wieder auftaucht, das ist ein frommer Wunsch ...

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