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RKI-Bericht zu Corona-Variante - Neuinfektionen: Delta wohl bei 50 Prozent

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Die Inzidenz sinkt, doch unter den Ansteckungen breitet sich die Delta-Variante zunehmend aus. Das RKI rechnet damit, dass sie mindestens die Hälfte aller Neuinfektionen ausmacht.

Corona-Tests in einem Labor
Corona-Tests: Immer häufiger wird die Delta-Variante festgestellt
Quelle: epa

Mindestens jede zweite Corona-Ansteckung in der laufenden Woche dürfte nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits auf die ansteckendere Delta-Variante zurückgehen. Es sei damit zu rechnen, dass die in Indien entdeckte Mutante derzeit "mindestens die Hälfte aller Neuinfektionen ausmacht", schreibt das RKI in seinem Virusvariantenbericht.

Der Anteil von Delta an einer Stichprobe aus dem Zeitraum 14. bis 20. Juni wird darin auf rund 37 Prozent beziffert. Das ist mehr als doppelt so viel wie in der Woche zuvor, als es noch 17 Prozent waren. Insgesamt setzt sich damit der deutliche Zuwachs des Delta-Anteils seit Ende Mai weiter fort.

RKI: Delta-Fälle nehmen "leicht" zu

Mit Blick auf die nachgewiesenen Delta-Fälle spricht das RKI von einer "leichten Zunahme". Nachdem in der Woche vom 31. Mai bis zum 6. Juni noch 410 solche Ansteckungen erfasst wurden, bekam das RKI vom 14. bis zum 20. Juni bereits 724 gemeldet. Es wird aber nicht jede positive Probe auf Varianten hin untersucht.

Insgesamt ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland rückläufig. Fachleute befürchten jedoch eine Trendumkehr mit zunehmender Delta-Verbreitung. Die bisherige Entwicklung liegt vor allem am massiven Rückgang der Fälle durch die zuletzt vorherrschende Corona-Variante Alpha: Für sie gibt das RKI ein Absinken der geschätzten Sieben-Tage-Inzidenz von 76 auf rund 5 über einen Zeitraum von sechs Wochen an. Die Inzidenz von Delta nahm demnach in den letzten drei beobachteten Wochen zu: von 2,0 auf 3,2.

"Wir können bekräftigen, dass Menschen, die Moderna erhalten haben, gegen die Delta-Variante sehr gut geschützt sind", so Dan Staner, Vizepräsident des Impfstoff-Herstellers.

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Ciesek: Delta vielleicht sogar schon vorherrschend

Sie nehme an, dass Delta bereits in bestimmten Gebieten, vielleicht sogar deutschlandweit vorherrschend sei, sagte auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". Dass die Delta-Anteile relativ stark zugenommen hätten, liege auch an den derzeit sehr niedrigen Fallzahlen. Ausbrüche - die laut RKI Haushalte, Arbeitsplätze und Schulen betreffen - spielten eine Rolle. Bei weiterer Ausbreitung könne die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz wieder steigen, erwartet die Expertin. Für Ciesek kommt es nun auf rasches Eindämmen an:

Delta verzeiht das noch weniger als die anderen Varianten, wenn man nicht schnell genug handelt.

Ausbrüche müsse man in den Griff bekommen, etwa durch schnelle Nachtestungen und Quarantäne. Berichte über angebliche Ansteckungen mit Delta binnen zehn Sekunden bewertete Ciesek mit Zurückhaltung: In der Regel könne man dies gar nicht so genau untersuchen.

Wie der RKI-Bericht zeigt, geht von den im Juni bislang übermittelten Fällen knapp jeder zehnte Fall auf eine mögliche Ansteckung im Ausland zurück. Doch auch bei Reisen innerhalb Deutschlands könne man sich anstecken, sagte Ciesek.

Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), spricht bei einer Pressekonferenz zum Impfstart in Hausarztpraxen.

Kritik an Reiseregeln - Delta-Variante: KBV-Chef sieht Panikmache 

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, hält die Debatte über die Delta-Variante teils für "hysterisch". Es brauche keine Quarantäne für geimpfte Reiserückkehrer.

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