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Frankreich schützt "Sinnes-Erbe" - Der Hahn darf krähen

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Blöken, Krähen und Muhen sind auf dem Land in Frankreich künftig geschützt. Grund dafür: Zugezogene Städter klagten zunehmend gegen "Belästigungen" durch Lärm und Gerüche.

Hahn auf dem Land (Symbolbild)
Hahnenschrei und Schafsblöken werden in Frankreich Kulturerbe
Quelle: Christophe Gateau/dpa


Der Hahnenschrei, das Muhen von Kühen und das Blöken von Schafen gehören künftig in Frankreich zum Kulturerbe: Das Parlament in Paris besiegelte ein Gesetz zum Schutz der Geräusche und Gerüche auf dem Land - das sogenannte "Sinnes-Erbe". Damit sollen Klagen zugezogener Städter über zu viel Lärm auf dem Land verhindert werden.

Landbewohner müssen "Belästigungen" in Kauf nehmen

Nach der Nationalversammlung stimmte auch der Senat der Vorlage zu. Agrar-Staatssekretär Joël Giraud begrüßte den Beschluss. Wer auf dem Land wohne, müsse "einige Belästigungen in Kauf nehmen", sagte er. In der Corona-Pandemie hatten unter anderem viele Pariser die Stadt verlassen, um der Enge zu entgehen.

Viele französische Großstädter flüchteten währen des 1. Lockdowns in ihre Landhäuser. Nun haben die Städter aber auf Langzeit gefallen am Landleben gefunden. Immobilienmakler auf dem Land können sich vor dem Ansturm der Pariser kaum retten.

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In Frankreich hatte es zuletzt eine ganze Reihe von Prozessen gegen angebliche Belästigungen auf dem Land gegeben. Das größte Medienecho erzeugte die Klage eines zugezogenen Rentnerpaars auf der Atlantik-Insel Oléron. Sie richtete sich gegen einen Hahn namens Maurice, der in den frühen Morgenstunden laut gekräht hatte.

Kulturerbe: Geräusche und Gerüche geschützt

Mit dem Gesetz werden auch das Läuten von Kirchenglocken, das Zirpen von Grillen oder der Geruch von Schweine- oder Pferdeställen für charakteristisch ländlich erklärt.

Die Initiative für den Schutz des ländlichen "Erbes" geht auf den Bürgermeister des 400-Seelen-Dorfes Gajac im Südwesten Frankreichs, Bruno Dionis du Séjour, zurück. Der pensionierte Landwirt hatte sich in einem offenen Brief gegen Zugezogene "mehrheitlich städtischer Herkunft" gewandt, die aufs Land ziehen "und dort entdecken, dass Eier nicht auf Bäumen wachsen".

Der Ortsvorsteher erhielt massiven Zuspruch, unter anderem aus dem Parlament.

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