Krisenstaat: Viele Tote in Haiti durch Cholera-Ausbruch

    Cholera, Bandenkämpfe, Hunger:Viele Tote in Haiti durch Cholera-Ausbruch

    |

    In Haiti sind laut den Gesundheitsbehörden nach dem jüngsten Cholera-Ausbruch mindestens 35 Menschen an der Krankheit gestorben. Der Krisenstaat kämpft auch mit Bandenkriminalität.

    Das Bild zeigt eine Polizeikontrolle in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince.
    Polizeikontrolle in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince.
    Quelle: AP

    Im karibischen Krisenstaat Haiti haben die Gesundheitsbehörden fast drei Dutzend Todesfälle nach dem jüngsten Cholera-Ausbruch gemeldet - nun kündigte die Pan-Amerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) Hilfe an.
    Die PAHO habe das haitianische Gesundheitsministerium und internationale Partner bei der Einrichtung von Cholera-Behandlungszentren in den betroffenen Gebieten unterstützt, sagte PAHO-Direktorin Carissa Etienne in einem Video.
    Video-Statement der PAHO-Direktorin Carissa Etienne
    Ein Klick für den Datenschutz
    Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Twitter nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Twitter übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von Twitter informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
    Datenschutzeinstellungen anpassen

    Mindestens 35 Cholera-Tote in Haiti - hohe Dunkelziffer vermutet

    35 Menschen seien bislang an der Infektionskrankheit gestorben, hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Berufung auf die örtlichen Gesundheitsbehörden am Freitag (Ortszeit) mitgeteilt. Zudem seien 47 bestätigte Fälle und 560 Verdachtsfälle registriert worden. Die meisten Infektionen und Opfer gab es demnach im Gefängnis der Hauptstadt Port-au-Prince. Nach Ansicht von Experten ist die Dunkelziffer vermutlich sehr hoch.
    Haiti ist das ärmste Land auf dem amerikanischen Kontinent und leidet seit Jahren unter Korruption, Gewalt und Naturkatastrophen. Seit dem verheerenden Erdbeben 2010 mit mehr als 220.000 Todesopfern hängt Haiti am Tropf der Entwicklungshilfe.

    USA und Kanada liefern Haiti Ausrüstung zur Bandenbekämpfung

    Jetzt droht das Land völlig ins Chaos zu stürzen: Seit mehr als einem Jahr kämpfen Banden brutal um die Kontrolle der Hauptstadt. Tausende Menschen leiden Hunger. Die Lage ist so ernst, dass die Interimsregierung die UN zuletzt um Hilfe durch eine bewaffnete internationale Truppe gebeten hat.
    Zur Unterstützung der Polizei im Kampf gegen die Bandenkriminalität haben die Vereinigten Staaten und Kanada gepanzerte Fahrzeuge und andere Ausrüstung in den karibischen Krisenstaat Haiti geschickt. Die haitianische Regierung habe die Sicherheitsausrüstung, die mit US-amerikanischen und kanadischen Militärflugzeugen in die Hauptstadt Port-au-Prince gebracht wurde, gekauft, hieß es in einer Mitteilung des US-Außenministeriums.

    Interimsregierung von Haiti bat UN um bewaffnete Truppen

    Die Interimsregierung Haitis hatte die UN zuletzt um Hilfe durch eine bewaffnete internationale Truppe gebeten. Nach dem Erdbeben 2010 kam es in Haiti schon einmal zu einer Cholera-Epidemie. Nach Einschätzungen von Experten schleppten damals nepalesische UN-Blauhelmsoldaten die Seuche in das Land.
    Über 9.300 Menschen starben an der Infektionskrankheit. Erst Jahre später räumten die Vereinten Nationen ihre "moralische Verantwortung" gegenüber den Opfern ein.
    Quelle: dpa, AP