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Hamburgs Erzbischof - Heße bietet Papst Amtsverzicht an

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Ein Gutachten wirft dem Hamburger Erzbischof elf Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen vor. Nun zieht Stefan Heße Konsequenzen.

Im Erzbistum Köln ist das lange erwartete Gutachten zu sexuellem Missbrauch veröffentlicht worden. Kardinal Woelki entband zwei hochrangige Geistliche umgehend von ihren Aufgaben.

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Hamburgs Erzbischof Stefan Heße hat dem Papst wegen Pflichtverletzungen bei der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen seinen Amtsverzicht angeboten. "Um Schaden vom Amt des Erzbischofs sowie vom Erzbistum Hamburg abzuwenden, biete ich Papst Franziskus meinen Amtsverzicht an und bitte ihn um die sofortige Entbindung von meinen Aufgaben", sagte Heße in einer persönlichen Erklärung.

Vorwurf an Heße: Elf Pflichtverletzungen

Der Strafrechtler Björn Gercke hatte dem früheren Personalchef im Erzbistum Köln elf Pflichtverletzungen vorgeworfen. Dabei handele es sich unter anderem um Verstöße gegen die Melde- und Aufklärungspflicht. Heße musste sich in seiner Funktion als Personalchef und Generalvikar im Erzbistum Köln mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester auseinandersetzen.

Das Gutachten zu sexuellen Missbrauchsfällen im Kölner Bistum listet 202 Beschuldigte auf, zwei Geistliche wurden bereits freigestellt. ZDF-Korrespondentin Dorthe Ferber berichtet.

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Heße bestritt bisher die bereits in anderem Zusammenhang gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Ich habe mich nie an Vertuschung beteiligt
Stefan Heße, Erzbischof von Hamburg

Er sei aber dennoch bereit, seinen Anteil für das Versagen des Systems zu tragen. Er war am 14. März 2015 als Erzbischof nach Hamburg gewechselt.

Woelki entbindet Mitarbeiter von ihren Pflichten

Gercke legte am Donnerstag ein 800 Seiten starkes Gutachten vor. Die Auswertung der Akten von 1975 bis 2018 habe unter anderem ergeben, "dass sich Jahrzehnte offenbar niemand getraut hat, solche Fälle zur Anzeige zu bringen", kritisierte er. Nach der Vorstellung des Gutachtens erklärte Kardinal Rainer Maria Woelki, zwei Mitarbeiter vorläufig von ihren Dienstpflichten zu entbinden: Dominikus Schwaderlapp, früher Generalvikar des Erzbistums und heute Weihbischof, sowie Günter Assenmacher, als Offizial unter anderem für kirchengerichtliche Angelegenheiten zuständig.

Ein Gutachten zum Umgang des Erzbistums Köln mit sexuellem Missbrauch liegt vor einer Pressekonferenz auf einem Rednerpult.
Kommentar

Katholische Kirche - Das Desaster von Köln 

Schonungslos legt ein Gutachten Fehlverhalten der Kardinäle Höffner und Meisner offen. Erstmals werden amtierenden Bischöfen Pflichtverletzungen attestiert. Woelki macht ernst.

von Jürgen Erbacher

Schwaderlapp teilte mit, dass er Papst Franziskus bereits seinen Amtsverzicht angeboten habe. Ein erstes Gutachten einer Münchner Kanzlei war von Woelki unter Verschluss gehalten worden, wofür er rechtliche Bedenken anführte. Dieses Verhalten Woelkis hatte eine Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum ausgelöst.

Woelki wurde von Gercke nun aber ausdrücklich in Schutz genommen. "Medial wäre es für uns am einfachsten gewesen, Herrn Woelki hier zum Schafott zu führen", sagte der Strafrechtler. Dafür gebe es aber keine Grundlage. Auch in dem zurückgehaltenen Münchner Gutachten sei Woelki nicht belastet worden.

Das Gutachten zum Umgang mit Missbrauch im Erzbistum Köln hat zahlreiche Pflichtverletzungen von Amtsträgern festgestellt – es entlastet aber Kardinal Woelki.

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