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Anhaltspunkte für "fremdenfeindliche Motivation"

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Generalbundesanwalt zu Hanau - Anhaltspunkte für "fremdenfeindliche Motivation"

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Nach den Schüssen in Hanau, bei denen elf Menschen gestorben sind, hat jetzt der Generalbundesanwalt übernommen. Er schließt eine fremdenfeindliche Motivation des Täters nicht aus.

Bei den Schüssen sind neun Menschen ums Leben gekommen, später auch der Täter und seine Mutter. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen und schließt eine fremdenfeindliche Motivation des Täters nicht aus.

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Bei einer Gewalttat im hessischen Hanau hat ein Mann zehn Menschen getötet. Stunden nach dem Verbrechen an zwei unterschiedlichen Tatorten mit neun Toten entdeckte die Polizei die Leiche des mutmaßlichen 43-jährigen Todesschützen Tobias R. in seiner Wohnung in Hanau.

Dort fanden Spezialkräfte noch eine weitere tote Person - die 72 Jahre alte Mutter. Insgesamt kamen damit elf Menschen am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag ums Leben.

Generbundesanwalt übernimmt, Beuth spricht von Terror

Noch in der Nacht übernahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls.

"Er stuft das Verbrechen als Verdacht einer terroristischen Gewalttat ein."
Peter Beuth

Die Polizei werte derzeit die Homepage des mutmaßlichen Täters aus. Erste Auswerteergebnisse deuteten auf ein rechtsextremes Motiv hin. Wenige Tage vor dem Verbrechen hatte der mutmaßliche Täter nach ZDF-Informationen ein Bekennervideo bei Youtube veröffentlicht.

Ein Demonstrationszug zieht durch die Hanauer Innenstadt, auf einem Banner steht "Rechter Terror - Null Toleranz", 22.02.20
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Nach dem Anschlag -
Tausende demonstrieren in Hanau
 

Hanau setzt ein Zeichen gegen rechts: Drei Tage nach dem Anschlag haben Tausende in der Stadt demonstriert. In emotionalen Reden wurde an die Toten erinnert. Mehr im Blog.

In diesem Video spricht der Mann in fließendem Englisch von einer "persönlichen Botschaft an alle Amerikaner". Der Clip, der am Donnerstagmorgen weiter im Internet zu sehen war, wurde offensichtlich in einer Privatwohnung aufgenommen, ins Netz gestellt wurde er vor wenigen Tagen.

Darin sagt der Mann, in den USA existierten unterirdische Militäreinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet würden. Dort würde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische Staatsbürger sollten aufwachen und gegen diese Zustände "jetzt kämpfen".

Nach Schüssen in Hanau wird rechtsextremistisches Motiv vermutet

Ein Hinweis auf eine bevorstehende eigene Gewalttat in Deutschland ist in dem Video nicht enthalten. Er behauptet auch, Deutschland werde von einem Geheimdienst gesteuert. Außerdem äußert er sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei. 

Die ersten Schüsse fielen den Ermittlern zufolge am Mittwochabend gegen 22:00 Uhr. Am Heumarkt in der Hanauer Innenstadt blicken Passanten später in der Nacht immer wieder fassungslos auf die Szenerie am abgesperrten Tatort. Nicht weit entfernt in einer Seitenstraße liegen Patronenhülsen auf dem Fußweg.

Nur rund zwei Kilometer davon entfernt im Stadtteil Kesselstadt befindet sich ein weiterer Tatort. Dort wurden ebenfalls Schüsse abgefeuert. Eine mögliche dritte Gewalttat im Stadtteil Lamboy bestätigte sich nicht. Die Polizei war aber auch dort mit einem Großaufgebot vor Ort.

Rechtsextreme

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Gefahren von rechts außen
 

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Einer der Tatorte ist eine Shisha-Bar am Heumarkt, einer Straße, die etwas am Rande der Innenstadt von Hanau mit seinen rund 100.000 Einwohnern liegt. Der zweite Tatort ist fast in Laufnähe, mit dem Auto sind es bis dahin nur etwa fünf Minuten. Der Kurt-Schumacher-Platz liegt in einem Wohnviertel.

Merkel sagt Besuch in Halle ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte wegen des Gewaltverbrechens einen geplanten Besuch in Sachsen-Anhalt ab. Sie werde an diesem Donnerstag nicht wie geplant zum Amtswechsel an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina nach Halle fahren, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

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