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Ermittlungsstand im Überblick : Was die Polizei zum Heidelberg-Amoklauf weiß

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Eine 32-köpfige Ermittlungsgruppe der Polizei soll die Hintergründe des tödlichen Amoklaufs an der Universität Heidelberg aufklären. Was zu Motiv und Tatwaffen bislang bekannt ist.

Polizeibeamte betreten auf dem Gelände der Heidelberger Universität das Gebäude, in dem sich der Tatort eines Amoklaufes befindet.
Die Ermittlungen zum Amoklauf auf dem Uni-Campus in Heidelberg laufen. Erste Erkenntnisse gibt es bereits.
Quelle: dpa

Nach dem Amoklauf an der Universität Heidelberg versucht die Polizei, sich anhand von Zeugenvernehmungen und der Auswertung von Obduktionsergebnissen ein Bild von der Tat zu machen. "Die rund 30 in einem Hörsaal vom Täter überraschten Biologie-Studenten sind größtenteils befragt worden", sagte Polizeisprecher Patrick Knapp heute in Mannheim.

Ein 18 Jahre alter Student hatte am Montag in einem Hörsaal mehrmals auf andere Studierende geschossen. Eine 23-jährige Studentin starb, drei weitere Menschen wurden verletzt. Nach der Tat tötete sich der 18-Jährige selbst. Bei der betroffenen Gruppe handelt es sich um Studierende im Erstsemester.

Welche Motivation könnte der Täter gehabt haben?

Hinweise zum Hintergrund der Attacke mit einer Schrotflinte erhoffen sich die Ermittler aus der Obduktion der Leiche des Täters und der von ihm erschossenen 23-Jährigen. Diese könne etwa zeigen, wie nah der Schütze der Frau kam und ob sie ein Zufallsopfer oder gezielt beschossen wurde, sagte Knapp.

Wir wollen die Tat so genau wie möglich rekonstruieren.
Patrick Knapp, Sprecher Polizeipräsidium Mannheim

Darauf, dass die beiden sich kannten, gebe es aber keinen Hinweis. Ob eine psychische Erkrankung des Verdächtigen bei der Tat eine Rolle gespielt haben könnte, sei noch nicht auszuschließen.

Nach dem Amoklauf gestern an der Heidelberger Universität sucht die Polizei nach einem Motiv. Bei der Tat kam eine Studentin ums Leben, drei weitere wurden verletzt. Der Täter tötete sich anschließend selbst.

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Die Ermittler gingen auch Hinweisen nach, wonach der Tatverdächtige in der Vergangenheit Mitglied der rechtsextremen Partei "Der III. Weg" gewesen und im Jahr 2019, also noch als Minderjähriger, aus dieser ausgetreten sein soll, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei Mannheim.

Auswertungen digitaler Medien und Zeugenaussagen hätten bislang allerdings keine Erkenntnisse zu einer Radikalisierung oder zu Kontakten ins Rechte Spektrum ergeben. Knapp betonte, dass der Amoklauf keinen politischen Hintergrund habe.

Woher hatte der Schütze seine Waffen?

Der Amokläufer von Heidelberg hat seine Tatwaffen in Österreich gekauft. Vor etwa einer Woche habe der 18-Jährige dort insgesamt drei Langwaffen besorgt. Zwei seien am Tatort an der Heidelberger Universität nach dem Amoklauf gefunden worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Die dritte Waffe sei in dem Zimmer gefunden worden, das der Mann bei seinem Aufenthalt in Österreich angemietet hatte.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen soll er die beiden in Heidelberg verwendeten Waffen bei einem Waffenhändler und die dritte bei einer Privatperson jeweils in Österreich erworben haben. Ob die Verkäufer strafrechtlich belangt werden können, sei noch offen - wegen der unterschiedlichen Rechtslage in Deutschland und Österreich gestalte sich dies schwierig.

Wie kam der Schütze zum Tatort Neuenheimer Feld?

Nach Informationen der Polizei soll der mutmaßliche Schütze mit einem Taxi von Mannheim ins Neuenheimer Feld gefahren sein. Die beiden Waffen soll er in einer Sporttasche verstaut und im Kofferraum des Taxis abgelegt haben.

Der 18-Jährige hatte den neuen Ermittlungsergebnissen zufolge 150 Schuss Munition dabei. Insgesamt feuerte er während seiner Tat drei Schüsse ab.

Einen Tag nach dem Amoklauf an der Heidelberger Universität versucht die Polizei die Herkunft der Waffen zu klären. Der Täter erschoss eine Kommilitonin und sich selbst, drei weitere Personen wurden verletzt.

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Welche Orte haben die Behörden bislang durchsucht?

Inzwischen sind die Wohnung des Amokschützen und Räume bei seinen Eltern in Berlin durchsucht und elektronische Geräte sichergestellt worden. Diese würden nun ausgewertet.

Der Vater hatte Sprecherangaben zufolge kurz vor der Tat eine Messenger-Nachricht erhalten, in der der Student schrieb, "dass Leute jetzt bestraft werden müssen". Die Eltern des jungen Attentäters würden von der Berliner Polizei betreut, sagte Knapp. Auch sie litten enorm unter der Tat ihres Sohnes.

Wie geht die Universität mit der Situation um?

Bis zur Trauerfeier am kommenden Montag setze die Fakultät Biowissenschaften Präsenzveranstaltungen für Studierende im ersten Semester vorerst aus, sagte der Dekan der Fakultät für Biowissenschaften, Joachim Wittbrodt, der Deutschen Presse-Agentur.

In höheren Semestern seien bei Lehrveranstaltungen Schweigeminuten und Zeiten zum Austausch geplant. Bei den anstehenden Prüfungen sei nun Augenmaß gefragt, sagte Wittbrodt. Eine Prüfung am Mittwoch dieser Woche sei ausgesetzt worden, für weitere werde es Ersatztermine geben.

Amoklauf in Heidelberg - Schütze erwarb Waffen im Ausland 

Bei dem Amoklauf an der Universität Heidelberg hat ein 18-Jähriger eine Studentin erschossen, drei weitere Menschen wurden verletzt. Seine Waffen stammten aus dem Ausland.

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von Julia Klaus
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