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"Wärmewende" in Hamburg - Wie der Kohleausstieg gelingen könnte

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Hamburg versucht sich an der "Wärmewende" - also an Heizenergie ohne den Einsatz klimaschädlicher Kohlekraftwerke. Konzepte gibt es - ganz CO2-frei wird es aber vorerst nicht.

Der neue Koalitionsvertrag spricht von einem Kohleausstieg „idealerweise“ bis 2030. Doch wie kann Wärme ohne Kohlekraftwerke gewonnen werden? Hamburg plant neue Wege und zeigt, wie das funktionieren könnte.

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Ab spätestens 2030 soll auch für die Wärme keine Kohle mehr verbrannt werden - das hatte die rot-grüne Hamburger Regierung als erstes Bundesland festgelegt. Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP verheißt einen Kohleausstieg bis 2030 - zumindest idealerweise - jetzt auch auf Bundesebene und fordert von den Kommunen konkrete Pläne für eine Wärmewende.

In Deutschland produzieren mehr als ein Drittel der Kohlekraftwerke auch Wärme. Es gibt kein deutschlandweites Wärmenetz wie beim Strom, der ohne riesige Energieverluste auch noch am anderen Ende des Landes ankommt.

Experte: Erneuerbare Wärme hinkt hinterher

Wärme kann nur lokal erzeugt und verteilt werden. Durch meist unterirdische Rohre werden allein in Hamburg rund 500.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt. "Bei der Stromversorgung sind wir schon bei fast 50 Prozent erneuerbarem Anteil bei der Wärme gerade mal bei rund 15 Prozent", sagt Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin.

Der Weg, die Wärme regenerativ zu erzeugen, also klimaneutral, ist wesentlich weiter, und deswegen müssen wir da auch mehr Tempo machen.
Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme

Hamburg hat einen Plan. Bis 2025 soll das alte Kohlekraftwerk Wedel durch einen neuen "Energiepark Hafen" ersetzt werden. Hier sollen klimafreundliche Wärmequellen genutzt werden, aber auch ein neues Gaskraftwerk. Erdgasverbrennung stößt auch CO2 aus und bei Gewinnung und Transport fällt das noch klimaschädlichere Treibhausgas Methan an.

Wie die "Wärmewende" lange verpasst wurde.

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Gas nur als Übergangstechnologie

In Zukunft soll das Kraftwerk daher mit Wasserstoff betrieben werden. Doch aus erneuerbarem Strom Wasserstoff zu erzeugen, der dann nur zur Wärmegewinnung benutzt wird, sei zu ineffizient, sagt Nina Kicherer. Die Ingenieurin für Energiesysteme der HAW Hamburg hat ein eigenes Konzept entwickelt, wie die Wärme in Hamburg bis 2050 komplett klimaneutral erzeugt werden kann.

Für Kicherer muss das Gaskraftwerk, das jetzt in Hamburg gebaut wird, das letzte sein, "sonst stehen wir in zehn oder 15 Jahren vor derselben Frage beim Gas, wie wir jetzt gerade bei der Kohle sind." Mit dem erneuerbaren Strom direkt Wärmepumpen zu betreiben sei viel effizienter. Diese nutzen bereits vorhandene Wärmeenergie in ihrer Umgebung, ob aus der Luft oder aus dem Wasser und erzeugen mithilfe von Strom daraus noch höhere Temperaturen.

Die Bürger nahmen die Wärmeversorgung ihrer Häuser selbst in die Hand.

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Gebäude sollen weiter gedämmt werden

Mit dieser Technologie will Hamburg auch ganz neue Wärmequellen anzapfen. Im Energiepark Hafen soll die Abwärme aus einem Kupferwerk in Hamburg und sogar das warme Wasser aus der Kläranlage zum Heizen genutzt werden. In Hamburg-Wilhelmsburg wird nach Erdwärme gebohrt.

Ein weiterer wichtiger Punkt der "Wärmewende": Finanzielle Förderungen, um Gebäude zu dämmen, damit gar nicht mehr so viel Wärme gebraucht wird. Zudem benötigen neue sogenannte "klimaneutrale" Gebäude fast gar keine extra Heizung mehr, so Experte Volker Quaschning.

Für den Verbraucher soll die Wärmewende nicht zu teuer werden

Gebäudedämmung und neue Technologien sind ein finanzieller Kraftakt für die Kommunen. Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan verspricht, für den Verbraucher soll die Wärmewende nicht teuer werden.

Vom Bund fordert er aber mehr finanzielle Unterstützung.

Wir wünschen uns jetzt, dass die neue Bundesregierung schnell den gesetzlichen Rahmen ändert, die Benachteiligung der Erneuerbaren beseitigt und insbesondere auch die Subventionierung der fossilen Brennstoffe einstellt.
Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne)

Der Kohleausstieg "idealerweise bis 2030" hängt also auch davon ab, wie schnell die Städte neue Ideen zur Wärmegewinnung umsetzen können.

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