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Heuschrecken fallen über Afrika und Asien her

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Experten fürchten Hungersnot - Heuschrecken fallen über Afrika und Asien her

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Innerhalb kürzester Zeit vernichten sie ganze Ernten: Weite Teile Afrikas und Asiens leiden unter einer Heuschreckenplage. In den betroffenen Ländern droht eine Hungersnot.

Archiv: Heuschreckenschwarm in Kenia.
Ein Heuschreckenschwarm in Kenia.
Quelle: AP

Wie Regenwolken wandern Heuschrecken über Landstriche in Ostafrika, Südasien und die Arabische Halbinsel. Vor drei Wochen waren die Schwärme im Jemen wieder da: Sie ziehen über Felder und vernichten ganze Ernten.

"Sie haben gewaltige Auswirkungen auf einzelne Familien und die Existenzgrundlage der Menschen", sagt Keith Cressman, der die Bewegung der Heuschrecken für die Welternährungsorganisation FAO verfolgt.

Sie bevorzugen Pflanzen, die im kargen Land der Wüste wachsen, fressen aber auch Getreide, Obst und Gemüse oder Weiden, auf denen Bauern ihr Vieh grasen lassen.

Im unscharfen Hintergrund ist eine Wiese mit Bäumen und Menschen zu sehen. Im scharfen Vordergrund fliegt ein Schwarm Heuschrecken.
Heuschrecken fliegen über ein Feld in der Nähe einer Wohngegend. Iniden erlebt derzeit die schlimmste Heuschreckenplage seit knapp drei Jahrzehnten.
Quelle: Xinhua/dpa

Bauern können sich keine Pestizide leisten

Bauern wie Ali Salih al-Hanasch aus der südlichen Provinz Schabwa im Südjemen können den hungrigen Insekten wenig entgegensetzen. "Wir nutzen veraltete Methoden", sagt Al-Hanasch. "Wir graben Furchen und verbrennen Reifen. Was die fliegenden Heuschrecken angeht, sind Pestizide die einzige Lösung - die wir uns nicht leisten können."

Ausgelöst wurde der aktuelle Ausbruch durch zwei Wirbelstürme, die im Mai und Oktober 2018 große Regenmassen über der Arabischen Halbinsel entluden. Rund neun Monate herrschten dadurch ideale Bedingungen für die Brut der Insekten. Die Folge sei eine 8000-fache Zunahme der üblichen Zahlen gewesen, sagt Keith Cressman.

Armut nimmt zu -
Heuschreckenplage in Indien
 

Indien leidet nicht nur stark unter den Folgen des Coronavirus, das Land wird derzeit auch von einer Heuschreckenplage heimgesucht.

Videolänge:
1 min

Nächste Heuschrecken-Generation könnte Lage verschlimmern

Seitdem sind die Schwärme nahezu in alle Himmelsrichtungen gewandert: im Norden bis in den Iran, im Südwesten bis Uganda und im Osten bis nach Indien. Viele Länder in Ostafrika erleben gerade den schlimmsten Ausbruch seit Jahrzehnten.

Nun droht sich die Lage weiter zu verschlimmern. Eine zweite Generation an Wüstenheuschrecken wächst in Ostafrika heran, die nach Äthiopien und Somalia kommt:

In Sachen Nahrungsmittelsicherheit ist die Lage dort katastrophal.
Kenneth Mwangi, ostafrikanisches Klimainstitut ICPAC

Ein Grund für die Schwere der Krise könnte auch der Klimawandel sein. "Extrem warmes Wetter bietet den Insekten ideale Brutbedingungen", sagt Insektenforscher Ilyas Lughmani.

Es droht eine Hungersnot

Ein Ende des Teufelskreises ist noch nicht in Sicht. Wenn es weiter regnet, können die Heuschrecken erneut Eier legen - und wieder wächst eine neue Generation heran.

In neun ostafrikanischen Ländern haben laut dem UNO-Welternährungsprogramm geschätzt 20 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Durch die Corona-Pandemie, Überschwemmungen und die Heuschrecken könnten es in den kommenden Monaten zu einer noch größeren Hungersnot kommen - bis zu 34 Millionen wären dann betroffen.

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