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UNO warnt vor Hunger wegen Heuschreckenplage

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Ostafrika - UNO warnt vor Hunger wegen Heuschreckenplage

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Es werden immer mehr: Die hungrigen Heuschrecken fressen Felder kahl, deren Früchte dringend für die Versorgung der Menschen benötigt werden. Die UN warnen vor einer Katastrophe.

Im Kampf gegen die Heuschreckenplage in Ostafrika hat die UNO zu ausländischer Hilfe aufgerufen. Die Nahrungsmittelversorgung von 13 Millionen Menschen sei stark gefährdet.

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Die massive Heuschreckenplage im Osten Afrikas weitet sich aus. Am Wochenende seien unzählige Schwärme von Kenia aus über den Berg Kilimandscharo nach Tansania weitergewandert, sagte Keith Cressman von der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation am Montag in New York. Im selben Zeitraum hätten sich Massen an Heuschrecken in den Nordosten Ugandas bewegt.

Millionen Menschen von Hunger bedroht

Es werde erwartet, dass sie bald die Grenze zum Südosten des Südsudans überquerten. Dort sind mehrere Hunderte Millionen Menschen ohnehin von Hunger bedroht, da das Land seit Jahren in einem Bürgerkrieg feststeckt. Brisant ist die Lage in Kenia, wo schon seit Jahresbeginn vom Horn von Afrika - Somalia, Äthiopien, Dschibuti und Eritrea - "Wellen um Wellen von Schwärmen" eingefallen seien, ergänzte Cressman.

Karte: Afrika, Heuschreckenplage in Südsudan, Uganda, Kenia, Äthiopien und Somalia.
Heuschreckenplage: Besonders betroffene Länder
Quelle: ZDF

Eine solche Plage hat das Land seit 70 Jahren nicht erlebt, in Somalia und Äthiopien ist es der schlimmste Ausbruch seit einem Vierteljahrhundert. Nach ungewöhnlich starkem Regen und Überschwemmungen in der Region profitieren die Insekten von günstigen Brutbedingungen. Experten erwarten, dass der Klimawandel solche Phänomene verstärken dürfte.

Heuschreckenplage in Ostafrika breitet sich aus

UN-Vertreter mahnten Sofortmaßnahmen an, ehe weiterer Regenfall in den kommenden Wochen für frischen Pflanzenwuchs sorge, von dem sich dann neue Generationen von Heuschrecken ernähren könnten. Ansonsten könnte deren Zahl um das 500-fache anwachsen, ehe trockeneres Wetter einsetze. Schon jetzt ist der Schaden immens. Ein Heuschreckenschwarm von mittlerer Größe könne die gleiche Menge Lebensmittel vertilgen wie die ganze Bevölkerung von Kenia, sagte Cressman. «Wenn man also nicht rechtzeitig in Aktion tritt, sieht man die Konsequenzen."

Aus Kenia flogen die Heuschrecken nach Uganda. Archivbild
Aus Kenia flogen die Heuschrecken nach Uganda. Archivbild
Quelle: Ben Curtis/AP/dpa

UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock warnte vor einer Katastrophe. Schon jetzt seien 13 Millionen Menschen mit massiver Nahrungsmittelunsicherheit konfrontiert - darunter zehn Millionen in von der Heuschreckenplage betroffenen Gebieten. Einen weiteren Schock könne sich die Region nicht leisten. Die Vereinten Nationen haben um 76 Millionen Dollar für Soforthilfe gebeten. Doch bisher seien nur etwas weniger als 20 Millionen Dollar zur Hand, darunter 10 Millionen von Lowcocks UN-Nothilfetopf und 3,8 Millionen von der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation. Die USA teilten mit, 800 000 Dollar freigegeben zu haben. Und die EU hat eine Millionen Euro beigesteuert. Doch reiche dies bei weitem nicht aus, erklärte Lowcock.

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