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Anpassung an den Klimawandel - Hitzefalle Stadt: Wenn es tropisch wird

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Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Temperaturen jenseits der 30 Grad, tropische Nächte. Vor allem in Großstädten leiden dann die Menschen. Unsere Metropolen brauchen Abkühlung.

Tagestemperaturen jenseits der 30 Grad Celsius, tropische Nächte - vor allem in Großstädten leiden die Menschen unter Hitzewellen. Unsere Metropolen brauchen Abkühlung.

Beitragslänge:
28 min
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Hitzeperioden werden in Folge des Klimawandels heißer, häufiger und dauern länger an. Aufgrund des "Wärmeinseleffekts" leiden besonders die Menschen in den Städten darunter – dort kann es bis zu zehn Grad wärmer werden als im Umland.

Besonders für Kleinkinder und ältere Menschen wird die Hitze schnell zur Gefahr. Sie schwitzen weniger und bemerken einen Flüssigkeitsmangel oftmals zu spät. In Folge des Extremsommers 2003 waren in Europa 70.000 Todesopfer zu beklagen.

Anpassungsstrategien sind gefragt

In vielen europäischen Städten werden mittlerweile Maßnahmen zur Anpassung an die Hitze umgesetzt, beispielsweise in Wien. Um zwei Grad hat sich dort die Durchschnittstemperatur in den letzten 40 Jahren erhöht. Unter dem Namen "cooles Wien" stellt die Stadt in besonders heißen Stadtteilen Kühlungsangebote wie Trinkbrunnen und Sprühnebelanlagen zur Verfügung.

Veränderung im Städtebau

Doch neben kurzfristiger Abkühlung muss sich auch der Städtebau verändern, weiß Prof. Thomas Auer von der Technischen Universität München:

Wir sehen, dass diese Frage des Mikroklimas, der Kühlwirkung von Gebäuden auf die Stadt, immer wichtiger wird. Auch stadtklimatische Gutachten werden immer häufiger eingefordert.
Prof. Thomas Auer

Prof. Auer hat festgestellt, dass alte mediterrane Städte wie Sevilla bestens an die Hitze angepasst sind. Die moderne Architektur hingegen hat sich in den vergangenen Jahren zu sehr an der Ästhetik orientiert. Dabei ist die Wirkung der Gebäude auf den Außenraum vernachlässigt worden.

Standbild:Grüne Hochhäuser in Singapur

Herausforderung für Städtebau - Hitze in der Stadt: Was hilft und was nicht 

Städte sind bei Hitze wahre Glutöfen: Zu viel Beton, zu wenige Pflanzen. Doch es gibt viele Konzepte, die Abhilfe schaffen könnten. Klimaanlagen zählen nicht dazu.

Geeignete Kühlungsmaßnahmen finden

Zudem führen versiegelte Flächen, reflektierende Oberflächen und verbaute Frischluftschneisen dazu, dass sich die Hitze in den Städten lange hält. Das macht sich nicht nur bei Messungen der Lufttemperatur bemerkbar, sondern auch bei der gefühlten Temperatur, die Auer im Rahmen sogenannter "climate walks" misst.

Dabei werden Lufttemperatur, Strahlungsintensität, Luftfeuchte und Luftbewegung zu einem Index zusammengefasst. Die Messergebnisse helfen dabei, für den Menschen besonders unangenehme Straßenzüge zu identifizieren und geeignete Kühlungsmaßnahmen zu ermitteln.

Wir müssen unsere Städte nicht komplett abreißen und von Neuem aufbauen. Es geht eher darum, relativ überschaubare Maßnahmen umzusetzen, wie zum Beispiel eine Verschattung durch Bäume.
Prof. Thomas Auer

Baubotanik als Lösungsansatz

Bäume können ihre Umgebungstemperatur um bis zu 3,5 Grad senken und stellen somit einen attraktiven Lösungsansatz für das Hitzeproblem der Städte dar. Doch sie sind nicht immer gut in den bereits bestehenden Städtebau integrierbar.

Prof. Ferdinand Ludwig forscht daher an einem Ansatz, wie Häuser und Bäume eins werden könnten: der Baubotanik. Mittels Verwachsungen können Bäume tragende Strukturen bilden.

Wenn es keinen Platz gibt, um konventionell Bäume zu pflanzen, kann durch die Baubotanik beispielsweise eine Baumfassade generiert werden. Damit werden die ökologischen Eigenschaften der Bäume zum Teil der Architektur – also auch ihre Kühl- und Schattenwirkung.
Prof. Ferdinand Ludwig

Er sieht in der Baubotanik einen erfolgsversprechenden Ansatz, um die Hitze in den Städten künftig erträglicher zu machen.

Am Sonntag um 16:30 Uhr sendet das ZDF die Dokumentation "planet e.: Hitzefalle Stadt - Wenn es tropisch wird".

Doku | planet e. - Hitzefalle Stadt - Wenn es tropisch wird 

Tagestemperaturen jenseits der 30 Grad Celsius, tropische Nächte - vor allem in Großstädten leiden die Menschen unter Hitzewellen. Unsere Metropolen brauchen Abkühlung.

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