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Extreme Hitze in Kanada : Phänomen "verstärkt durch Klimawandel"

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Kanada erlebt eine extreme Hitzewelle. Das Wetterphänomen sei sehr selten, aber erstmal natürlich, sagt der Terra X-Moderator Steffens. Doch der Klimawandel komme oben drauf.

Eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen bis 50 Grad, Dutzende schwere Waldbrände, die kanadische Ortschaft Lytton ist komplett zerstört: Die Provinz British Columbia im Westen Kanadas erlebt eine Hitzewelle, wie es sie laut Deutschem Wetterdienst in der Region noch nie gegeben hat. Wie kommt es zu solchen Wetterextremen?

"Omega-Wetterlage" in Kanada

Was aktuell in Kanada geschehe, sei ein sehr, sehr seltenes Phänomen, sagt Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens bei ZDFheute live. "Statistisch betrachtet gibt es so eine Wetterlage nur alle 1.000 Jahre." Aber es sei zunächst mal ein "natürliches Phänomen".

Es handele sich um eine sogenannte "Omega-Wetterlage" - das sei ein Hochdruckgebiet, das man sich vorstellen könne "wie ein Ballon, der nach oben immer breiter werde und eine Kuppel hat". Das Hoch bringe Trockenheit und Wärme mit sich, "und das verharrt hier schon ungewöhnlich lange an einer Stelle".

Flankiert wird dieses Hoch laut Steffens von zwei Tiefs, die sich westlich und östlich davon gebildet haben und es festhalten. Diese Wetterlagen, die Hitzekuppeln seien erstmal natürlich.

"Klimawandel macht Wetterextreme extremer"

Verstärkt werde dieses Wetterphänomen allerdings durch den Klimawandel. Die menschengemachte Erwärmung des Klimas komme quasi noch drauf. "Der Klimawandel macht solche Wetterextreme noch extremer", sagte Steffens.

Dass die Wetterlage so lange an einem Ort verharrt, hänge mit dem Jetstream zusammen, also mit dem Verlauf der Luftströmungen in großer Höhe. "Normalerweise eiert der Jetstream wie eine Schlange und schiebt durch diese Bewegung Tief- und Hochdruckgebiete durcheinander", erklärt Steffens. Deshalb bleibe so eine Wetterlage normalerweise nicht so lange bestehen.

Seit Jahren beobachte die Wissenschaft jedoch, dass sich durch den Klimawandel der für das Wetter so wichtige Jetstream verändert. Er bleibe in seiner Bahn und bewege sich nicht mehr so stark hin und her. Die Folge davon ist laut Steffens, dass sich Wettersysteme wie jetzt in Kanada so lange halten können.

Forscherin Boetius: "Brauchen ehrgeizige Ziele"

Steffens will trotz der fortschreitenden Klimaerwärmung optimistisch bleiben. Zwei Dinge hält der Wetterexperte jedoch für wichtig: Man müsse rasch handeln, um einen weiteren Temperaturanstieg zu verhindern. Zugleich sei es wichtig, sich damit zu befassen, wie man sich an wärmere Temperaturen besser anpassen könne - dazu gehöre neben der Landwirtschaft auch etwa die Architektur.

Die Direktorin des Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, Polarforscherin Antje Boetius, appellierte ebenfalls bei ZDFheute live vor allem an die Politik: "Wir brauchen ehrgeizige Ziele, wir müssen dringend handeln."

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