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Stau bei Müllverbrennung - Nach der Flut bleibt der Abfall

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Hunderttausende Tonnen Trümmer und Schutt stapeln sich in den Flutgebieten. Der Müll muss schnell weg, sonst droht Seuchen- und Brandgefahr. Eine Herausforderung für die Entsorger.

Nach dem Hochwasser stapelt sich in den betroffenen Gebieten der Sperrmüll, Entsorgungsbetriebe rechnen mit mehreren hunderttausend Tonnen. Die Gemeinden wissen nicht wohin damit.

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An der Müllverbrennungsanlage in Iserlohn warten die Lastwagen in einer langen Schlange. "Bei uns fährt jetzt jeder LKW, der kann", sagt Michael Wieczorek, Leiter der Lobbe Entsorgung West. Denn die Müllmengen sind riesig: Mehrere 100.000 Tonnen Abfall insgesamt seien durch das Hochwasser angefallen, schätzt Wieczorek.

Die Entsorger vor Ort stehen vor großen Schwierigkeiten: So viel Müll auf einmal schaffen sie nicht. Es fehlt an Verbrennungskapazitäten und es fehlt an Müllfahrern - schließlich ist gerade Ferienzeit.

Müll in Hochwasser-Gebieten zieht Plünderer an

In Orten wie dem sauerländischen Altena stapelt sich weiter der schlammige Abfall meterhoch. Er stinkt und schimmelt - eine Gesundheitsgefahr für die Menschen. Die Müllfahrer kommen mit einer ganzen Fahrzeugflotte, um die Abfallberge hier zu räumen: "Es ist Wahnsinn, was wir an Tonnage haben und das hört nicht auf," sagt Müllfahrer Markus Löffler. Er transportiert mit seinen Kollegen nun zehn Mal so viel Sperrmüll wie normalerweise.

Unter Hochdruck, nicht nur wegen der Seuchengefahr. Denn der Abfall blockiert auch die Straßen und erschwert den Altenaern das Aufräumen: "Bis jetzt kommen wir gar nicht mit dem Auto durch zu unserem Haus, wir schleppen alles zu Fuß", erzählt Anwohnerin Ute Kettenberg. Zudem ziehe der Müll auf der Straße auch Plünderer an.

Bundesländer unterstützen bei Müllentsorgung

Nicht der ganze Abfall kann sofort verbrannt werden. Manches ist zu nass für die Verbrennungsanlagen. Dieser Müll muss zunächst in Zwischenlagern getrocknet werden, aber auch dafür fehlt es an Flächen. Das nordrhein-westfälische Umweltministerium unterstützt daher mit einer Koordinierungsstelle die betroffenen Kommunen. Sie können sich dort melden, wenn sie Fahrzeuge, Personal und Entsorgungsmöglichkeiten brauchen.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser ist dankbar für die Angebote von Müllverbrennungsanlagen aus anderen Bundesländern.

Wir haben von Itzehoe bis Böblingen inzwischen Zusagen bekommen.
Ursula Heinen-Esser, Umweltministerin NRW

"Nicht zusätzlich Sperrmüll produzieren"

Zudem seien Unternehmen im Land gefragt, die noch über Flächen für die Zwischenlagerung von Abfall verfügen, sagt Heinen-Esser. Und appelliert zudem an die Bürgerinnen und Bürger, sich solidarisch zu zeigen.

Dazu gehört auch, jetzt nicht die Keller aufzuräumen und damit zusätzlich Sperrmüll zu produzieren. Der Abfall aus den betroffenen Regionen muss Vorfahrt haben.
Ursula Heinen-Esser, Umweltministerin NRW

Bis der Müll entsorgt ist, werde es eher Monate als Wochen dauern, schätzt der Verband kommunaler Unternehmen. Es werde zusätzliche Kosten geben - die sollten nach Ansicht des Verbandes durch die von Bund und Länder aufgelegten Hilfsprogramme mit abgedeckt werden.

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