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Interview

Experte zu Extremwetter : "Unwetter-Schäden werden weiter zunehmen"

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Ernst Rauch vom Rückversicherer Munich Re beobachtet eine Zunahme von Wetterphänomenen, die zu großen Schäden führen. Dafür sei vor allem der Klimawandel verantwortlich.

ZDFheute: Schon wieder ein Jahrhunderthochwasser - wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Ernst Rauch: Also die Beobachtungen, die wir aktuell machen - mit den Schadensereignissen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz - passen in eine Trendentwicklung hinein, die wir seitens Munich Re seit Jahrzehnten beobachten.

Die Häufigkeit und Intensität derartiger Unwetterschäden hat bereits zugenommen in Deutschland. Und wir erwarten auch, dass sie weiter zunehmen.

Um das historisch einzuordnen: 2013 war bisher das teuerste Schadensjahr bezüglich dieses Ereignis-Typs: Die Versicherungswirtschaft hat in Deutschland vier Milliarden Euro bezahlt.

Jetzt stehen wir aktuell im Juni allein bei 1,3 Milliarden Euro versichertem Schaden. Und das, was wir sehen, kommt oben drauf, sodass es wahrscheinlich wird, dass wir diesen Wert von 2013 erreichen oder überschreiten werden.

ZDFheute: Was ist die Ursache für die Zunahme von solchen verheerenden Unwettern?

Rauch: Die Analysen, die wir bei Munich Re durchführen im Hinblick auf die Entwicklung dieser Schäden, geben uns gerade bei dem, was wir aktuell erleben, bei diesem Ereignis-Typ, ein starkes Indiz dafür, dass der Klimawandel eine Rolle spielt.

Wir haben höhere Temperaturen. Höhere Temperaturen erlauben mehr Feuchtigkeit und mehr Energie in der Atmosphäre. Und das ist auch das, was die Wissenschaft sagt: Wir werden in Zukunft mehr solche Ereignisse erleben.

Wir gehen aber jenseits der Wissenschaft auch in die Analyse unserer Daten hinein und schauen, ob Veränderung von Werten, Bevölkerungsverteilung und ähnliches mit eine Rolle spielen. Und die Antwort, die wir geben können, seitens Munich Re ist: Ja, diese sogenannten sozioökonomischen Faktoren spielen eine Rolle. Aber sie erklären eben nicht alleine den Schadensanstieg.

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ZDFheute: Wie bewerten Sie die bisherige Strategie der Politik, sich auf solche Extremereignisse einzustellen?

Rauch: Sie ist nicht zufriedenstellend, und zwar auch auf zwei Ebenen: Vordergründig geht es um die Anpassung an das Unvermeidbare. Das, was wir heute erleben, werden wir aller Voraussicht nach durch den Klimawandel verstärkt und häufiger in der Zukunft auch erleben.

Also wir müssen uns heute schon anpassen. Das sind Baumaßnahmen, die Frage auch von Flusseingrenzungen oder ähnliches oder Renaturierung oder ähnliches. Der zweite, auf einer anderen Zeitskala ablaufende Anpassungsmechanismus ist die Emission von Treibhausgasen - also wirklich Stichwort Klimawandel und die langfristige Reduzierung der Treibhausgase als eine der Ursachen für diesen Anstieg.

Das Interview führte Alexander Poel, Korrespondent im Landesstudio München.

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von Nils Metzger
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