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Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal - Schuld - ein Ort "wie nach einem Tsunami"

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In Schuld haben die Aufräumarbeiten begonnen, doch der Ort ist weit von Normalität entfernt. Trotzdem packen viele mit an und helfen vor allem jenen, die nichts mehr haben.

Betroffene berichten von der Wucht des Hochwassers an der Ahr, von ihren zerstörten Häusern in Schuld im oberen Ahrtal. Sie sind oft ratlos - wissen nicht, wie es weitergeht.

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Wieder eine Nacht ohne Strom und fließend Wasser, die Menschen in Schuld leben noch immer im Ausnahmezustand, der Ort "sieht aus wie nach einem Tsunami", sagen viele.

Etliche Häuser sind beschädigt, einige sogar einsturzgefährdet, Szenen wie aus einem Katastrophenfilm. Pia Adriani hat lediglich ein paar Windeln und etwas zum Anziehen für ihre zehn Monate alte Tochter schnappen können, bevor das Wasser das Familienhaus überflutete.

Familie in Schuld kann sich auf Dach retten

Es brach durch Fenster und Türen und schleuderte ihren Schwiegervater gegen den Kachelofen. Die Familie konnte sich dann gerade noch aufs Dach retten, bevor das Erdgeschoss komplett überflutet wurde.

Von dort wurden sie gerettet, haben überlebt, aber ihr Zuhause ist zerstört. Die Möbel, teils vom Wasser mitgerissen, teils ein Haufen Schutt. Innendrin alles voller Schlamm, den sie nun versuchen zu beseitigen.

Auf derartiges Hochwasser war niemand vorbereitet

Das Haus der Larscheids steht direkt an der sonst so ruhigen Ahr. Sein ganzes Leben hat Schwiegervater Hermann Larscheid hier verbracht, in 72 Jahren hat er so etwas noch nicht erlebt. So schnell, so viel, so brutale Wassermassen, darauf war hier niemand vorbereitet. Selbst die Feuerwehr hatte nicht mit einem derartigen Hochwasser gerechnet, bestätigt der örtliche Sprecher Andreas Solheid.

Karte: Hochwassergebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz
Quelle: ZDF

Sein Helferteam war die letzten Tage im Dauereinsatz, nun kam Unterstützung von Bundeswehr und THW, um eine Behelfsstraße zu errichten. Strom und Wasser aber müssten von Grund auf neu aufgebaut werden, so Solheid und das werde dauern.

Lage im Ahrtal vielerorts noch gefährlich

Vielen Menschen in Schuld fehlt es selbst am Allernötigsten, Trinkwasser, saubere Kleidung, Hygiene-Artikel. Doch die Solidarität im Dorf ist überwältigend, noch bevor Einsatzkräfte zur Hilfe kommen, ist schon ein Nachbar da, mit geliehenen Traktoren räumen sie Straßen und bringen Schaufeln und Lebensmittel vorbei.

Selbst Fremde sind nach Schuld gekommen, um zu helfen wie Tanja Veit aus Karlsruhe. "Das kam gestern im Fernsehen, dass in Schuld keine großartige Hilfe ist und dachte deswegen, ich fahre jetzt genau hier her." Sie meint es gut und packt in der Kirche mit an, wo sich bereits Kleiderspenden türmen.

Hochwasser-Expertin entsetzt - Warum gab es trotz Vorwarnung über 100 Tote? 

"Im Jahr 2021 sollten wir nicht so viele Todesopfer zu beklagen haben", kritisiert die Hochwasser-Expertin Cloke bei ZDFheute. Wo lagen die Versäumnisse beim Katastrophenschutz?

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von Nils Metzger

Trotzdem wird davor gewarnt und stark abgeraten, sich selbstständig auf den Weg in die Katastrophengebiete zu machen, zu gefährlich sei es vielerorts noch, sagen die Malteser.

Noch immer wissen viele in Schuld nicht, wie es Familie und Freunden in den Nachbarorten geht, da das Mobilfunknetz die meiste Zeit streikt. Bis im Ahrtal wieder so etwas wie Normalität eintritt, wird es wohl noch lange dauern.

Alle Entwicklungen zur Hochwasser-Katastrophe lesen Sie hier im Liveblog:

Ein Zettel, der an einem Geschäft klebt, weist auf den Mindestabstand von 1,5 Meter hin, der einzuhalten ist.
Liveblog

Das Wichtigste im Liveblog - Wie die Welt gegen das Coronavirus kämpft  

Debatte um Grundrechte, Aktuelles zu Impf-Fortschritten und Lockerungen - alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Deutschland und weltweit hier im Blog.

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