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Kreis Ahrweiler - 73 Flut-Vermisste - was die Zahl bedeutet

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Im Landkreis Ahrweiler gibt es nach der Unwetter-Katastrophe noch immer 73 Vermisste - eine hohe Zahl. Doch was heißt das genau? Und wie läuft die Suche?

Rheinland-Pfalz, Rech (Kreis Ahrweiler): Hundeführer suchen nahe der Ortschaft nach dem Hochwasser nach Vermissten.
Rheinland-Pfalz, Rech (Kreis Ahrweiler): Hundeführer suchen nahe der Ortschaft nach dem Hochwasser nach Vermissten.
Quelle: dpa

Von der Hochwasser-Katastrophe ist der Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz besonders betroffen. Hier werden noch 73 Menschen vermisst, wie Innenminister Roger Lewentz mitteilte*. Was diese Zahl bedeuten kann:

  • Menschen können als "vermisst" gemeldet worden sein und dann - im Chaos - wurde vergessen, bei der Polizei zu melden, dass die Person gefunden wurde und wohlauf ist.

Im Landkreis Ahrweiler wurden 132 Tote gefunden. Bis jetzt wurden davon 68 identifiziert.

  • Es kann sein, dass Tote und Vermisste zunächst doppelt gezählt werden. Wenn eine unidentifizierte Leiche gefunden wird, geht sie in die Toten-Zählung mit ein - gilt aber zunächst weiterhin als vermisst, bis sie identifiziert ist.

Identifizierung der Toten durch DNA "zeitintensiv"

Bei vielen Toten müsse eine Identifizierung durch "Zahnstatus, durch DNA- und Fingerabdrücke erfolgen", sagte Innenminister Lewentz. Das sei sehr "zeitintensiv".

Die Zahl der Vermissten geht aber insgesamt zurück. Seit Beginn der Flut-Katastrophe gab es für den Landkreis 5.824 Hinweise und Nachfragen zu Vermissten. Davon sind nun die 73 Fälle übrig.

Blick auf Zerstörungen in Altenahr

Alarmkette im Katastrophenfall - THW: "Totenglocke hat die Leute aufgerüttelt" 

Das Hochwasser-Unglück mit vielen Toten offenbart Mängel im Katastrophenschutz. Vor allem in Sachen Warninfrastruktur müsse man künftig auch auf Altbewährtes setzen, so das THW.

Suche in Auto-Wracks, Hören auf Klopfzeichen

Die Vermissten-Suche geht unterdessen weiter. Leichenspürhunde der Polizei werden mit Helikoptern in entsprechende Gebiete geflogen.

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Und auch Freiwillige von der DLRG fliegen die Autos an, die in dem Fluss Ahr stehen. "Wir werden mit Hubschraubern an die entsprechenden Fahrzeuge gebracht, die Retter gehen dann zu Fuß an die Fahrzeuge und schauen, ob da noch jemand drin ist", erklärt Marco Vogt, Pressesprecher des rheinland-pfälzischen DLRG-Verbandes.

Auch das Technische Hilfswerk unterstützt bei der Suche. ZDFheute konnte mit dem Sprecher vom Ortsverband Ahrweiler sprechen:

Wir laufen über die Trümmerfelder und hören, ob jemand klopft. Je länger das Ereignis her ist, umso unwahrscheinlicher ist es, dass Menschen noch leben und Klopfgeräusche geben.
Arnulf Czerwinski, THW-Ortsverband Ahrweiler

"Grundsätzlich ist die Überlebenswahrscheinlichkeit in den ersten 72 Stunden am größten", bestätigt Anton Hühnemeyer-Weber, der im Koordinierungsstab der THW-Leitung sitzt.

Pandemiebedingt sind viele Baustoffe seit längerer Zeit schwer zu bekommen. Das spüren auch die Opfer der Hochwassergebiete. Materialien für den Wiederaufbau der zerstörten Häuser sind Mangelware.

Beitragslänge:
1 min
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Suche nach Vermissten könnte noch dauern

Czerwinski fürchtet, dass einige Vermisste erst nach Monaten gefunden werden:

Es kann sein, dass Leichen erst nach einem halben Jahr gefunden werden. Manchmal sucht man die Oberfläche ab und findet nichts, da manche weiter unten liegen.
Arnulf Czerwinski, THW-Ortsverband Ahrweiler

Es kann also sein, dass Angehörige noch lange warten müssen, bis sie ihre Flut-Opfer bestatten können.

*Der Text ist am 26.7.2021 erschienen, damals gab es 74 Vermisste. Einen Tag später sank die Zahl auf 73 Vermisste, weshalb wir das angepasst haben.

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