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#everynamecounts - Aktion gegen das Holocaust-Vergessen

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Heute ist internationaler Holocaust-Gedenktag. Im Crowdsourcing-Projekt #everynamecounts werden Dokumente von Millionen NS-Verfolgten digitalisiert - auch von Freiwilligen.

Berlin: Eine Medieninstallation mit den Namen von Opfern des Nationalsozialismus wird bei einer Probe anlässlich der Initiative #everynamecounts zum Gedenken an die Opfer des Holocaust an die Fassade der Französischen Botschaft projiziert.
Im Rahmen der Aktion #everynamecounts wurden am Wochenende in Berlin die Namen von Opfern des Nationalsozialismus auf die Fassade der französischen Botschaft projeziert.
Quelle: dpa

Sie sind oftmals die letzte Spur der KZ-Häftlinge vor der Ermordung in den Konzentrationslagern: die Personalbögen aus den KZs. Die Oberstufenschüler Merle Wormser und Philipp Meister bringen diese wertvollen Dokumente zusammen mit ihren Mitschülern ins digitale Zeitalter. "Ich hoffe damit, den Angehörigen helfen zu können, die Lebensgeschichten der Opfer nachzuvollziehen", so Merle Wormser.

Die Oberstufenschüler der Wilhelm-von-Oranien-Schule aus dem hessischen Dillenburg nehmen gemeinsam mit ihrer Geschichtslehrerin Kerstin Renkhoff und Tausenden Freiwilligen am Crowdsourcing-Projekt #everynamecounts teil. "Es ist ein guter Weg, den Schülern das Thema näherzubringen. Die Einzelschicksale machen auf eine bestimmte Art betroffen und laden zum Nachdenken ein", sagt Kerstin Renkhoff.

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4 min
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Lebenswege von Verfolgten zugänglich machen

Im vergangenen Jahr wurde #everynamecounts als Pilotprojekt gestartet. Bislang arbeiten knapp 10.500 Freiwillige aus verschiedenen Ländern an dem digitalen Denkmal mit. "Wir möchten, dass die Lebenswege der Millionen Verfolgten weltweit zugänglich sind. Das ist heute wichtiger denn je, da Geschichtsrelativismus und Holocaust-Leugnung um sich greifen", so Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. Und: "Oft sind die Schicksale der Menschen noch immer unbekannt."

Mit der Hilfe der Freiwilligen soll das umfangreichste Online-Archiv über NS-Verfolgte entstehen und ein Zeichen für Respekt, Vielfalt und Demokratie gesetzt werden. Seit dem Start des Projekts wurden bereits über 2,5 Millionen Dokumente digitalisiert.

Die Akten aus den verschiedenen Konzentrationslagern werden somit - wegen der Corona-Pandemie - online bereitgestellt. Sie geben Einblicke, wie und warum die Menschen von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

Corona-konforme Online-Dokumentation

Die Freiwilligen werden auf einer Crowdsourcing-Website durch die Archiv-Dokumente geführt und bekommen Tipps für die Bearbeitung. Es kann also Corona-konform von Zuhause aus gearbeitet werden. Aus den Personalbögen der Häftlinge werden dann Daten wie der Name, Beruf und Todesdatum herausgelesen und in ein Online-Formular eingetragen. Als "Wohnorte" der Eltern und Geschwister der KZ-Häftlinge sind oft Orte der Vernichtung wie Auschwitz-Birkenau oder Majdanek dokumentiert.

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Näher dran an der Geschichte

Für die Schüler der Wilhelm-von-Oranien-Schule ist das Digitalisieren der Dokumente eine Reise in die Vergangenheit. "Es ist aber auch eine Möglichkeit, die NS-Geschichte nicht nur aus dem Geschichtsbuch zu lernen", so Philipp Meister. "Es kann aber schon sehr bedrückend sein: Akten von Opfern aus meinem Nachbarort, kleinen Kindern, Menschen in meinem Alter sind keine Seltenheit", sagt Merle Wormser.

"Man kommt auf jeden Fall näher ran an die Geschichte", so die 18-Jährige. Dadurch, dass es so real sei, habe man durch die Akten einen direkten Bezug zu den Opfern. Eine Erfahrung, die so wohl nur durch diese Arbeit gesammelt werden kann.

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