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Giftköder im Park - mehr Attacken auf Hunde?

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Hundebesitzer in Angst - Giftköder im Park - mehr Attacken auf Hunde?

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Vergiftete Leckerlis, mit Nadeln gespickte Fleischstücke: Fast täglich hört man von Attacken auf Hunde, die ihre Besitzer in Angst versetzen. Haben diese Angriffe zugenommen?

Warnung an einem Baum vor Hunde-Giftködern
Warnung an einem Baum vor Hunde-Giftködern.
Quelle: dpa

Eine Serie von möglicherweise vergifteten Ködern versetzt Hundebesitzer in Nürnberg in Angst. In Bremen entdecken mehrere Menschen Fleischstücke, die mit Nadeln gespickt sind. In Magdeburg schnuppert ein Hund an Wurststückchen, die mit Nägeln präpariert sind. Der Besitzer verhindert, dass der Hund die Wurst frisst. Die Polizei findet später in dem Beet insgesamt 13 gefährliche Köder.

Vorfälle wie diese gibt es fast täglich in Deutschland. Man liest davon in Polizeiberichten, in sozialen Netzwerken und speziellen Apps, die vor giftigen oder mit gefährlichen Gegenständen versehenen Hundeködern warnen. Für Hundebesitzer entsteht der Eindruck: Hinter jedem Busch könnte eine tödliche Gefahr für den geliebten Vierbeiner lauern. Doch ist das tatsächlich so?

Die Fakten:

Wie viele gefährliche Köder in Deutschland im Jahr entdeckt werden und wie viele Hunde dadurch zu Schaden kommen, ist unbekannt. In der Kriminalitätsstatistik werden diese Fälle nicht erfasst. Fragt man die Polizei in Nürnberg und Bremen, heißt es einhellig: "Das kommt immer wieder vor."

Allerdings ist die Dunkelziffer hoch. Viele Hundehalter gehen nicht zur Polizei, wenn sie ein verdächtiges Leckerli entdecken. Und oft geht es den Tieren erst Stunden später schlecht, nachdem sie vergiftete Köder gefressen haben, so dass die Besitzer das nicht mehr mit dem letzten Spaziergang in Verbindung bringen.

Zumindest eine Tendenz geben die Fallzahlen vom bayerischen Landeskriminalamt. 2019 verzeichnete die Behörde 219 Fälle von präparierten Hundeködern im Freistaat. Im ersten Halbjahr 2020 waren es 149.

Die Tendenz ist in den letzten Jahren stetig ansteigend.
Kriminalhauptkommissar Ludwig Waldinger, bayerisches Landeskriminalamt

Aber: Die Statistik gibt nur die Zahl der Fälle wider, in denen die Polizei ermittelt hat. Nicht alle davon haben sich später als Straftat herausgestellt.

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Die Verstärker:

Wenn verdächtige Köder auftauchen, ist das unter Hundefreunden schnell Stadtgespräch. Mit Anzeigen sind viele von ihnen zögerlich, mit Warnungen in Facebook-Gruppen, speziellen Internetseiten und Apps dagegen eher nicht. Mehr als 10.000 Meldungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die Webseite "Giftköderradar" seit 2011 registriert. "Über die Jahre sind die Zahlen stabil bis leicht steigend", sagt Mitgründer Sascha Schoppengerd.

Fünf bis zehn Meldungen aus ganz Deutschland gehen ihm zufolge täglich ein. Etwa 40 Prozent davon veröffentlicht die Seite. Beim Rest würde es es sich zumeist um achtlos entsorgte Lebensmittel oder veraltete Meldungen handeln.

Die Wahrnehmung in diesem Bereich ist massiv verzerrt, und dazu tragen die Hundehalter selbst natürlich auch extrem bei.
Sascha Schoppengerd, Mitgründer der Website "Giftköderradar"

Die Hundebesitzer teilten Gerüchte über mögliche Köder oft unreflektiert. Die Folgen bekamen Ermittler in Nürnberg Anfang des Jahres zu spüren, als sie vor möglichen Giftködern in der Stadt warnten. Mehr als 30 verdächtige Leckerlis wurden abgegeben - in keinem davon wurde Gift gefunden.

Dennoch ist Tatsache: Es gibt Menschen, die legen mit Gift oder scharfen Gegenständen präparierte Leckerlis aus, um Hunde zu verletzen oder sogar zu töten. Aber wieso?

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Die Motive:

In der Regel gelingt es den Ermittlern nicht, eine Täterin oder einen Täter zu schnappen. Laut Polizei gebe es meist keine Zeugen und damit auch keine Hinweise, denen man nachgehen könnte.

Über die Motive lasse sich deshalb nur spekulieren: Unstimmigkeiten mit den Hundehaltern, fehlende Empathie gegenüber Tieren, Mutproben, Aggressionsabbau oder eine pathologische Veranlagung zur Tierquälerei könnten eine Rolle gespielt haben.

Oft werden auch zwischenmenschliche Konflikte, zum Beispiel zwischen Nachbarn, über das Haustier ausgetragen.
Lea Schmitz, Tierschutzbund

Dann könnte ein klärendes Gespräch helfen. Doch in den meisten Fällen helfe nur: Augen auf beim Gassigehen und dem Hund beibringen, nichts zu essen, was irgendwo rumliegt.

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