Sie sind hier:

Nachhaltige Hundehaltung - Ökologischer Pfotenabdruck: Da geht noch was

Datum:

In Corona-Zeiten kommen immer mehr Menschen auf den Hund. Doch der Boom belastet die Umwelt - nicht nur, weil Hunde viel Fleisch fressen. Ökologischere Alternativen gibt es schon.

Weltweit boomt der Haustiermarkt. Aber der Trend zu Hund und Katze hat auch seine Schattenseiten – für das Tierwohl und die Umwelt.

Beitragslänge:
30 min
Datum:

In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Hunde hierzulande mehr als verdoppelt. Mittlerweile leben 10,7 Millionen Vierbeiner in deutschen Haushalten, und es dürften noch mehr werden: Allein 2020 wurden laut dem Industrieverband Heimtierbedarf 600.000 Hunde mehr als noch im Vorjahr angeschafft. Ein Grund ist die Corona-Pandemie und die Sehnsucht nach tierischen Begleitern in Zeiten von Kontaktbeschränkungen. Hinzu kommt die neu gewonnene Flexibilität im Homeoffice.

Doch mit dem Boom steigt auch die Belastung für die Umwelt. Laut einer Studie der TU Berlin verursacht ein Hund durchschnittlicher Größe in 13 Lebensjahren rund 8,2 Tonnen CO2. Das entspricht etwa 13 Urlaubsreisen nach Mallorca.

Hundefutter: Fleisch vs. Fliegen

Vor allem das fleischhaltige Hundefutter hat eine schlechte Klimabilanz. "Die Viehzucht ist eine der schädlichsten Industrien für die Umwelt", erklärt Gema Aparicio. Die Grafikerin hat gemeinsam mit der Tierärztin Veronique Glorieux ein Start-up für umweltfreundliches Hundefutter gegründet. Die wichtigste Zutat: Larven der Schwarzen Soldatenfliege. "Wir brauchen eine Alternative", findet die Unternehmerin, "und Insekten sind eine nachhaltige und gesunde Lösung." Die Schwarze Soldatenfliege liefert wertvolle Proteine und Fette - und das mit einem sehr kleinen ökologischen Fußabdruck.

Die Schwarze Soldatenfliege könnte ein Klimaretter werden. Aus ihren Larven soll in einem Pilotprojekt proteinhaltiges Tierfutter produziert werden, um der Abholzung der Regenwälder und der Überfischung der Meere entgegenzuwirken.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Den Rohstoff für ihr Hundefutter beziehen Aparicio und Glorieux vom Fliegenzüchter Heinrich Katz aus dem brandenburgischen Baruth. Hier wimmeln rund 6,5 Millionen Soldatenfliegen in weißen Stoffzelten und legen unentwegt Eier. Innerhalb von 20 Tagen entwickeln sich aus einem Kilogramm Fliegeneier rund 6 Tonnen Larven - reich an Eiweiß, gesunden Fettsäuren und Mineralien. Kurz vor der Verpuppung trocknet der Züchter die Larven und verarbeitet sie weiter zu Mehl und Öl.

Protein aus Fliegenlarven: Wenig Wasser, wenig Fläche

Im Vergleich zur konventionellen Viehzucht sind die Fliegenlarven wesentlich umweltschonender. "Wir verbrauchen für ein Kilogramm Protein zwischen 20 und 30 Liter Wasser", erklärt Fliegenzüchter Katz. "Für ein Kilogramm Rinderprotein werden um die 20.000 Liter Wasser benötigt." Auch der Flächenverbrauch ist viel geringer, zudem stoßen die Fliegen anders als Rinder kein Methan aus - das Gas ist noch klimaschädlicher als CO2.

Für die beiden Gründerinnen aus Berlin ist die Fliegenzucht deshalb die Hoffnung für ihre Branche, denn die kleinen Tiere können das Fleisch im Hundefutter sehr gut ersetzen. "Die Insekten sind genauso hochverdaulich, reich an allen essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, Eisen und Kalzium", erklärt Tierärztin Glorieux.

Haustierbedarf: Naturfasern statt Plastik

Nicht nur fleischhaltige Tiernahrung belastet die Umwelt, sondern auch der Plastikmüll, der durch die Haltung der Tiere entsteht. Jedes Jahr werden Millionenbeträge für Zubehör und Bedarfsartikel ausgegeben. Allein der stationäre Handel in Deutschland machte 2020 in diesem Segment laut Verband einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro.

Viele Produkte sind beim Haustierzubehör sind aus Plastik. Nicht bei Joana Fokuhl. Die Unternehmerin hat vor zwei Jahren ein Label für Haustierbedarf aus Naturfasern gegründet. Für Spielzeug, Leinen und Decken nutzt die studierte Pharmazeutin größtenteils Schurwolle aus Schleswig-Holstein und unterstützt dadurch auch die regionale Schafhaltung.

"Das Schöne an Wolle ist, ich muss kein Erdöl nehmen und Kunstfasern herstellen, sondern habe natürliche Fasern - frei von Mikroplastik", sagt die Herstellerin, die mit ihren Produkten dem Plastikwahn etwas entgegensetzen will. Ihre Spielzeuge sind nicht nur von Natur aus schadstofffrei, sondern am Ende ihres Lebens auch kompostierbar.

Auch gut für die Ökobilanz: Hundekot einsammeln

Es gibt viele Wege, die Ökobilanz des eigenen Vierbeiners zu verbessern. Ein ganz einfacher Schritt ist, die Hinterlassenschaften aufzusammeln. Denn der Kot der rund elf Millionen Hunde in Deutschland enthält Phosphor, Stickstoff und Schwermetalle. Die Umwelt leidet unter den Exkrementen mehr als unter der Herstellung von Plastikbeuteln zum Aufsammeln, haben Forschende der Uni Berlin berechnet.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.