ZDFheute

Schwere Überschwemmungen in Japan

Sie sind hier:

Hunderttausende müssen fliehen - Schwere Überschwemmungen in Japan

Datum:

In Japan stehen nach schweren Regenfällen ganze Orte unter Wasser. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Heftige Regenfälle haben in Japan zu Erdrutschen und Überschwemmungen geführt, bei denen mindestens vierzehn Menschen starben. Hunderttausende wurden zur Evakuierung aufgerufen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Sintflutartige Regenfälle haben im Südwesten Japans massive Überflutungen und Erdrutsche verursacht und vermutlich mehrere Menschen in den Tod gerissen.

200.000 Menschen müssen Häuser verlassen

Der japanische Fernsehsender NHK meldete am Samstagabend (Ortszeit) aus den schwer betroffenen Provinzen Kumamoto und Kagoshima zunächst einen Toten sowie 17 weitere Opfer mit "Herz- und Atemstillstand" - eine in Japan oft benutzte Formulierung, bevor der Tod von Menschen amtlich bestätigt wird. Mehrere Menschen wurden am Abend noch vermisst, hieß es.

Die örtlichen Behörden auf Japans südwestlicher Hauptinsel Kyushu forderten mehr als 200.000 Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen und Schutzräume aufzusuchen. In den Notlagern mussten zugleich Vorkehrungen gegen die Gefahr durch das Coronavirus getroffen werden.

"In der Luft hängt der Geruch von leckenden Gasleitungen und Abwässern", schilderte eine 32-jährige Bewohnerin der schwer betroffenen Stadt Ashikita in Kumamoto gegenüber Reportern. Als sie gegen 4.00 Uhr morgens (Ortszeit) aufwachte, hätten einige Nachbarhäuser bereits unter Wasser gestanden. Große Bäume und Teile von Häusern seien von den Wassermassen fortgerissen worden.

Ein Altenheim besonders schwer getroffen

In einem Altenpflegeheim in dem von den Überflutungen ebenfalls stark betroffenen Dorf Kuma in der Provinz Kumamoto wurde bei 14 Menschen Herz- und Atemstillstand diagnostiziert, meldete der TV-Sender NHK.

"Es war unheimlich", schilderte eine Frau in Kumamoto, die von Helfern auf dem Rücken aus ihrem überschwemmten Wohnviertel getragen wurde. Ganze Häuser wurden von den schlammigen Wassermassen fortgerissen, andere standen bis unter das Dach unter Wasser.

Aus oberen Stockwerken winkten Menschen mit weißen Tüchern, um die Besatzung von Rettungshubschraubern auf sich aufmerksam zu machen. An Rettungsseilen wurden mehrere Bewohner, die sich aufs Dach gerettet hatten, von den Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Auch mit Schlauchbooten kämpften sich die Einsatzkräfte zu den Opfern vor.

Wohngebiete metertief versunken

Auf Luftaufnahmen des staatlichen Fernsehens waren ganze Wohngebiete metertief versunken in schlammigen Wassermassen zu sehen. Als der Wasserspiegel stellenweise langsam sank, wurde das Ausmaß der Schäden immer deutlicher: Verwüstete Häuser, in denen dicke Schlammschichten liegen, beschädigte Straßen und Autos, eine große Brücke überflutet.

Zu mehreren Bewohnern überschwemmter Städte gebe es keinen Kontakt, hieß es. Die Mobiltelefonverbindungen waren zeitweise unterbrochen, Tausende von Haushalten waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Stellenweise gingen Erdrutsche nieder.

Weitere Niederschläge vorhergesagt

Das Militär wurde zur Hilfe gerufen, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Der japanische Regierungschef Shinzo Abe kündigte bei einer Notfallsitzung die Entsendung von rund 10.000 Soldaten in die Katastrophenregion an. Zudem sollen die betroffenen Menschen mit Notfallgütern versorgt werden.

Die Meteorologische Behörde in Tokio gab für viele Regionen die höchste Warnstufe aus und warnte für das restliche Wochenende mit weiteren heftigen Niederschlägen auch in Teilen des Westens Japans.

Die Regenfront drohte bis Sonntag auch Teile im Westen Japans mit heftigen Niederschlägen heimzusuchen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.