Hilfsorganisationen: Alle vier Sekunden verhungert jemand

    Lösungen von UN gefordert:NGOs: Alle vier Sekunden verhungert jemand

    |

    Hilfsorganisationen fordern Politiker der Vereinten Nationen auf, die weltweite Hungerkrise zu bekämpfen. Die Zahl der Menschen, die unter Hunger leidet, sei deutlich gestiegen.

    Amina Shuto, hält ihr zwei Monate altes, unterernährtes Kind in einem behelfsmäßigen Lager in Mogadischu (Somalia)
    In Somalia droht eine Hungersnot: Das Kind von Amina Shuto aus Mogadischu ist unterernährt.
    Quelle: AP

    Anlässlich eines Ernährungsgipfels in New York haben mehr als 200 Nichtregierungsorganisationen die internationale Gemeinschaft zu dringenden Maßnahmen gegen "die sich zuspitzende globale Hungerkrise" aufgerufen. Alle vier Sekunden verhungere ein Mensch, prangerten die Organisationen am Dienstag in Genf an.
    Einen offenen Brief an die in New York zur UN-Generaldebatte versammelten Staats- und Regierungschefs unterzeichneten 238 NGOs aus 75 Ländern, darunter Hilfsorganisationen wie Oxfam und Save the Children.

    Mehr als doppelt so viele Menschen von Hunger betroffen als 2019

    Derzeit leiden den Angaben zufolge 345 Millionen Menschen an akutem Hunger - die Zahl habe sich seit 2019 mehr als verdoppelt, beklagten die Hilfsorganisationen.

    Trotz der Versprechen führender Politiker der Welt, im 21. Jahrhundert keine Hungersnot mehr zuzulassen, droht in Somalia erneut eine Hungersnot.

    Erklärung der Hilfsorganisationen

    Weltweit sind demnach 50 Millionen Menschen in 45 Ländern vom Hungertod bedroht. Die Organisationen wiesen darauf hin, dass schätzungsweise 19.700 Menschen täglich verhungern - und damit alle vier Sekunden ein Mensch. Neben Soforthilfe für die Hungernden fordern die Organisationen auch längerfristige Unterstützung, um eine Selbstversorgung der Betroffenen zu ermöglichen.
    Der offene Brief wurde anlässlich der am Dienstag beginnenden Generaldebatte der 77. UN-Vollversammlung veröffentlicht, bei der in New York 150 Staats- und Regierungschefs zusammenkommen. Am Dienstag findet in New York auch ein Gipfel zur Ernährungssicherheit statt, auf dem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine Rede halten will.
    Die weltweite Ernährungskrise hat sich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine massiv zugespitzt. Weltweit explodierten die Lebensmittelpreise, weil insbesondere Getreide aus der Ukraine lange Zeit nicht mehr exportiert werden konnte.
    Quelle: AFP
    Thema

    Mehr über die Hungerkrise