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Dürre und Hunger: Im südlichen Afrika droht eine Katastrophe

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Klimawandel - Dürre und Hunger: Im südlichen Afrika droht eine Katastrophe

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Es ist eine der schlimmsten Dürren der vergangenen Jahrzehnte: In den Ländern im südlichen Afrika werden die Nahrungsmittel knapp. Überflutungen und Zyklone verschärfen die Lage.

Archiv: Ein Fischkadaver im ausgetrockneten Nqweba-Damm nahe Stadt Graaf Reinet, Südafrika, aufgenommen am 02.01.2020
Der ausgetrocknete Nqweba-Damm nahe der Stadt Graaf Reinet in Südafrika (Januar 2020)
Quelle: epa

Verwitterte Felder, versiegende Bäche, schrumpfende Vorräte: Im südlichen Afrika schrillen die Alarmglocken immer lauter. Im Vorjahr haben Dürre, Wirbelsturmschäden, Fluten, Schädlinge, Missmanagement und auch Krisen nach Angaben der Vereinten Nationen eine der schlimmsten Hungerkatastrophen seit 35 Jahren heraufbeschworen. Und sie droht, sich noch zu verschärfen.

Extremwetter verstärkt Notlagen

Der Klimawandel gilt als Ursache. Denn in der Region steigen die Temperaturen laut UN doppelt so schnell wie im Rest der Welt. Geld für Anpassungen an so einen massiven Temperaturanstieg haben viele Staaten aber nicht. Die Folge: Die Region ächzt unter den Folgen des Extremwetters, das bereits bestehende Notlagen weiter verstärkt.

"Diese Hungerkrise hat ein Ausmaß, das wir noch nie zuvor gesehen haben - und der Augenschein zeigt, dass es noch schlimmer wird", warnte Lola Castro, die Regionaldirektorin des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen. Rund 45 Millionen Menschen dürften im südlichen Afrika auf Nahrungshilfe angewiesen sein.

Wasser und Nahrungsmittel sind knapp

Allein im Krisenstaat Simbabwe ist etwa die Hälfte der Bevölkerung von einer Hungersnot bedroht. In dem Land mit der weltweit zweithöchsten Inflationsrate fällt bis zu 19 Stunden am Tag der Strom aus, Wasser ist ebenso knapp wie das Hauptnahrungsmittel Mais. "So, wie die Dinge stehen, werden wir Ende Februar keine Nahrung mehr vorhalten", erklärte der WFP-Mitarbeiter Niels Balzer.

Besonders von Dürre und Hunger betroffene Staaten im südlichen Afrika:

Karte: Sambia, Lesotho, Mosambik, Malawi, Madagaskar, Eswatini, Simbabwe, Südafrika und Namibia
Quelle: ZDF

Human Rights Watch warnt vor Massenflucht

Für diesen Fall befürchtet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), dass Hunderttausende Simbabwer in die Nachbarländer fliehen könnten. "Das ist eine stille Krise, eine tickende Zeitbombe", warnte diese Woche HRW-Regionaldirektor Dewa Mavhinga. Geflüchtete könnten etwa im benachbarten Südafrika den Druck auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Dort rutscht die offizielle Arbeitslosenquote gerade Richtung 30 Prozent, jeder zweite Jugendliche ist arbeitslos. Arme Ausländer im Überlebenskampf werden daher bei der Suche nach Jobs oft als lästige Konkurrenten um die wenigen Jobs in dem Kap-Staat gesehen. Mavhinga befürchtet daher bereits eine Zunahme der Spannungen.

Regen kommt zu spät

Als besonders betroffen gelten zudem die Staaten Sambia, Lesotho, Mosambik, Malawi, Madagaskar und Eswatini (früheres Swasiland). Für viele kleine Farmer kommt dort der Regen immer häufiger zu spät. Auch im Wüstenstaat Namibia wissen viele Menschen nicht mehr, wo die nächste Mahlzeit herkommen soll.

Archiv: Landwirte vor einem leeren Wasserbehälter in Vosburg, Südafrika, aufgenommen am 14.11.2019
Landwirte vor einem leeren Wasserbehälter in Vosburg, Südafrika (November 2019)
Quelle: AP

Grundnahrungsmittel werden knapp und verteuern sich dadurch für viele arme Namibier in unerschwingliche Höhen. Im Mai hatte die Regierung in Windhuk daher bereits den Notstand ausgerufen, weil rund 500.000 Menschen - ein Fünftel der Bevölkerung - von Nahrungsmittelknappheit bedroht sind.

Appell an internationale Gemeinschaft

Namibia kämpft seit 2013 bereits mit einer extremen Dürre und steckt zudem in einer langanhaltenden Rezession. Die Notenbank hatte im November einen 17,6-prozentigen Einbruch der Agrarproduktion vorhergesagt - andere Experten gehen sogar von Einbrüchen bei der Ernte bis 40 Prozent aus.

Archiv: Besucher vor den teilweise ausgetrockneten Viktoriafällen in Simbabwe, aufgenommen am 04.12.2019
Wenig Wasser: Viktoria-Fälle in Simbabwe (Dezember 2019)
Quelle: Reuters

Vor diesem düsteren Hintergrund wandte sich das WFP mit einem dringlichen Appell an die internationale Gemeinschaft. Denn die benötigten Mittel für die Hilfe fließen nur spärlich. Bisher kamen umgerechnet nur 184 Millionen von den 438 Millionen Euro rein, die zur Versorgung der Bedürftigen als notwendig erachtet werden.

Klimaveränderungen und schonungslose Landwirtschaft bedrohen vielerorts die Lebensgrundlage der Menschen. Südlich der Sahara soll das Projekt "Große Grüne Mauer" Land wieder nutzbar machen und Jobs entstehen lassen. Sehen Sie hier das Video "Afrikas Kampf mit der Wüste":

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