Sie sind hier:

Geteilte Provision - Maklerkosten: Gesetz soll Käufer entlasten

Datum:

Beim Haus- oder Wohnungskauf fällt oft eine saftige Provision für den Makler an. Nun tritt ein Gesetz in Kraft, das Immobilienkäufer entlasten soll.

Archiv: Ein Makler präsentiert einer Kundin bei einem Besichtigungstermin eine Immobilie
Immobilienkäufer: Neues Gesetz soll Entlastung bei Maklerprovisionen bringen.
Quelle: dpa-tmn

Wer eine Immobilie kauft, muss ab diesem Mittwoch noch maximal die Hälfte der Maklercourtage übernehmen - dafür sorgt ein neues Gesetz. Bisher übernimmt oft der Käufer komplett die Maklerprovision. Sie unterscheidet sich je nach Bundesland und kann inklusive Mehrwertsteuer bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises betragen.

Weniger Maklerkosten entlasten Immobilienkäufer vor allem in Städten, wo Häuser und Wohnungen sehr teuer sind. Da sich die Maklerprovision am Kaufpreis bemisst, können bei Objekten für zum Beispiel 400.000 Euro rund 28.000 Euro Maklerprovision anfallen.

Allerdings: Verkäufer können ihre Kosten für den Makler auch auf den Verkaufspreis draufschlagen - dann haben Käufer trotz der Neuerung das Nachsehen.

Häuserreihe in Stuttgart
Grafiken

Immobilienpreise steigen weiter - Wohnungsmarkt bislang ohne Corona-Effekt 

Trotz erster Vermutungen zu Beginn der Pandemie hat Corona bislang keinen nachweisbaren Effekt auf den Wohnungsmarkt. Die Preise steigen, in der Stadt und auf dem Land.

von Michaela Waldow

Mögliche Vorteile etwa in Berlin, Bremen und Hessen

Von dem Gesetz profitieren insbesondere Immobilienkäufer in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen. Hier trugen bisher die Käufer allein die Maklerkosten. In anderen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen oder Bayern, galt die Teilung der Provision bereits.

Weiter ist es in manchen Fälle möglich, dass der Verkäufer allein die Provision zahlt. "Tatsächlich ist es aber so, dass gerade in angespannten Märkten fast nur der Käufer zahlt, selbst wenn formal die Provision geteilt wird", sagt Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft. Nun habe der Verkäufer ein echtes Interesse, über die Courtage zu verhandeln, da sie auch ihn treffe.

Immobilienexperten vermuten eine Verlagerung der Wohnungsnachfragen aus Städten in die ländlichen Umkreise. Denn Homeoffice könnte in vielen Betrieben bestehen bleiben.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Gesetz zur Maklercourtage: Regeln gegen Verstöße

Damit das Gesetz nicht umgangen wird, sind darin genaue Regeln vorgeschrieben. So muss der Käufer seinen Anteil erst zahlen, wenn der Verkäufer seine Provisionszahlung nachgewiesen hat.

Damit ist es künftig nicht mehr möglich, dass Verkäufer die volle Provision auf den Käufer abwälzen.
Beschluss des Bundesrats

Neu ist auch, dass für Maklerverträge über Häuser und Wohnungen künftig die Textform vorgeschrieben ist, um Unklarheiten zu vermeiden.

Für eine Entlastung von Immobilienkäufern bei den Provisionen hatte sich die SPD eingesetzt, um den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern. Hier liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit zurück.

Die SPD wollte ursprünglich ein Bestellerprinzip, wie es auf dem Mietmarkt seit 2015 gilt: Wer den Makler beauftragt, solle dafür zahlen. Doch damit stießen die Sozialdemokraten auf Widerstand der Union. Am Ende entstand mit den geteilten Provisionen ein Kompromiss.

Selbst die Immobilien-Branche wird in der Corona-Krise ausgebremst. Bei Gewerbe-Immobilien ist der Boom vorbei – auch, weil in Zeiten von Home-Office Büros wenig gefragt sind.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) erwartet, dass die Nebenkosten beim Kauf von Wohneigentum "spürbar" sinken. "Von nun an ist die Abwälzung der gesamten Maklerkosten auf den Käufer unzulässig."

Jungen Menschen und Familien werde der Umzug in ihr eigenes Zuhause und der Aufbau einer zukunftsfesten Altersvorsorge erleichtert. Zudem gelte nun die Textformerfordernis, Maklerverträge müssten zumindest per E-Mail abgeschlossen werden.

Kritik vom Immobilienverband

Der Immobilienverband IVD, der unter anderem Makler vertritt, bezeichnete die Neuregelung als "Zeitenwende". Viele Makler müssten ihr Geschäftsmodell umstellen, sagte IVD-Präsident Michael Schick.

Dennoch übt der Verband Kritik: Die Politik ziele bei der Diskussion um die Erwerbnebenkosten "zu sehr" auf die Maklerprovision, monierte Schick. Die Politik müsse ihre Hausaufgaben machen und etwa die Grunderwerbsteuer senken sowie das Baukindergeld entfristen. "Ansonsten sind die Lippenbekenntnisse zur Förderung von Wohneigentum nichts anderes als eine Abwälzung auf Dritte."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.