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Mehr Deutsche vertrauen auf Impfstoffe

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Studie zu Impfungen - Mehr Deutsche vertrauen auf Impfstoffe

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Das Vertrauen der Deutschen in Impfstoffe ist einer Studie zufolge zwischen 2015 und 2019 gestiegen. Eine Mehrheit hält Impfungen für wichtig und stuft sie als wirksam ein.

Archiv: Eine Patientin lässt sich in einer Polyklinik gegen Grippe impfen. Aufgenommen am 29.10.2018 in Erfurt.
Eine neue Studie zeigt: In Deutschland ist das Vertrauen in Impfungen gewachsen - auch schon vor der Corona-Krise.
Quelle: dpa

2019 vertrauten viele Deutsche auf die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Forscherteam um Heidi Larson von der London School of Hygiene & Tropical Medicine in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht hat.

Schon vor Corona: Deutsche vertrauen in Impfungen

Der Studie zufolge hielten etwa 69 Prozent der Deutschen Impfungen im Jahr 2019 für wichtig, 2015 waren es lediglich 66 Prozent. Zudem stuften 59 Prozent der Befragten im Jahr 2019 Impfungen als wirksam ein, im Jahr 2015 waren es noch 53 Prozent. Etwas mehr als die Hälfte gab außerdem an, Impfungen für sicher zu halten. 2015 empfanden dies nur knapp 43 Prozent der Befragten.

Für die Studie wurden Daten aus 149 Ländern ausgewertet. Die Daten beruhen auf 290 Befragungen von über 284.000 Menschen, in einem Zeitraum von September 2015 bis Dezember 2019. In der Befragung ging es um die Beurteilung von Sicherheit, Wirksamkeit und Wichtigkeit von Impfstoffen.

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Desinformation von Impfgegnern führt zu Skepsis

In vielen anderen Ländern hingegen hat das Vertrauen in Impfungen nachgelassen. Den Grund dafür sehen Experten vor allem in Desinformationskampagnen in der Öffentlichkeit durch Impfgegner.

Im muslimisch geprägten Indonesien etwa hätten muslimische Geistliche es zur Sünde erklärt, sich einen Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln verabreichen zu lassen. Dort ist das Vertrauen in die Sicherheit von Impfstoffen der Umfrage zufolge von knapp 64 im Jahr 2015 auf 50 Prozent im Jahr 2019 gesunken. Auch der Glaube an die Wichtigkeit und Wirksamkeit habe nachgelassen.

Vertrauen in Europa geringer als in anderen Regionen

Insgesamt sei das Vertrauen in Impfstoffe in Europa geringer als in anderen Teilen der Welt, etwa in Afrika. Auch die politische Stabilität eines Landes und Falschinformationen im Internet hätten laut der Studie einen Einfluss auf die Einstellungen gegenüber Impfungen.

Was einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus angehe, seien viele Menschen besorgt über die Schnelligkeit der Entwicklung, so Studienleiterin Heidi Larson.

Aber die Öffentlichkeit ist nicht wirklich an Geschwindigkeit interessiert, sondern an Sorgfalt, Effektivität und Sicherheit.
Heidi Larson, Studienleiterin von der London School of Hygiene & Tropical Medicine
Eine Arzthelferin impft eine junge Patientin (Archivbild)

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von Julia Klaus
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