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Bereitschaft zur Organspende steigt

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Zahlen zum Tag der Organspende - Bereitschaft zur Organspende steigt

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Die Warteliste ist lang: Und obwohl die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Organspende steigt, ist die Zahl der transplantierfähigen Organe nach wie vor gering.

9.271 Menschen stehen im Dezember 2019 in Deutschland laut DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) auf der Warteliste für eine Transplantation. Sie sind auf eine rettende Organspende angewiesen. Der Großteil wartet auf eine Spenderniere, einige brauchen kombinierte Transplantationen von mehreren Organen. Die meisten von ihnen warten seit Jahren, viele warten vergeblich.

932 Menschen spendeten 2019 nach ihrem Tod ihre Organe, 23 weniger als im Vorjahr. Pro Spender wurden durchschnittlich 3,2 Organe entnommen und transplantiert. Insgesamt 2.995 Organe konnten so vermittelt werden. Dem gegenüber stehen 9.271 Menschen, deren Leben von einer Transplantation abhängt. Die Zahl der Spenden muss also deutlich erhöht werden.

Organspende ist freiwillig

Die Entscheidung für eine Organspende ist in Deutschland freiwillig. Voraussetzung für eine Organ- oder Gewebespende ist neben der Feststellung des Hirntods, dass zu Lebzeiten die betreffende Person einer Organentnahme zum Beispiel auf einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung zugestimmt hat. Ist das nicht passiert, werden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gefragt.

Im Januar 2020 stimmte der Bundestag über eine Reform der Organspenderegelung ab. Mit der erweiterten Zustimmungslösung sollen Bürger bei Behördengängen und von Hausärzten auf das Thema Organspende angesprochen werden. Die Bereitschaft zur Organspende soll von 2022 an in ein Onlineregister eingetragen werden.

Die Diskussion über die Organspenderegelung zu Beginn des Jahres weckte offenbar das Interesse am Thema. In den ersten Monaten dieses Jahres verzeichnete die DSO einen deutlichen Anstieg bei den Organspenden: Von Januar bis März stieg die Anzahl der postmortal gespendeten Organe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent. Ebenso stieg die Zahl der Spender um 36 im gleichen Zeitraum.

Auch das Interesse an den Organspendeausweisen stieg: Von Januar bis Ende April dieses Jahres gingen bei der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) deutlich mehr Bestellungen der Ausweise ein, auch Informationsmaterial wurde stärker abgerufen. Dennoch bleibt Deutschland mit einer bundesdurchschnittlichen Rate im Jahr 2019 von 10,8 Spendern pro eine Million Einwohner nach wie vor eines der Schlusslichter im internationalen Vergleich.

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