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Internationaler Tag des Waldes - Warum die Aufforstung so schwierig ist

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"Wiederaufbau von Wäldern - ein Weg zu Erholung und Wohlbefinden" ist das Motto des 50. internationalen Tags des Waldes. Denn deren Fläche ist nach wie vor rückläufig.

Brandenburg, Treplin: Mit Raureif bedeckt ist ein kleiner Nadelbaum der zwischen Laub auf dem Waldboden wächst.
Der "Tag des Waldes" 2021 rückt die Wichtigkeit der Aufforstung ins Bewusstsein.
Quelle: dpa

Am 21. März 2021 feiert die Welt den 50. "Internationalen Tag des Waldes". Ausgerufen wurde er 1971 durch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO als Reaktion auf die globale Waldvernichtung. 2012 wurde der Tag durch die UN-Generalversammlung auf internationaler Ebene zum "Tag der Wälder" erklärt. Dieses Jahr steht er unter dem Motto "Wiederaufbau von Wäldern - ein Weg zu Erholung und Wohlbefinden".

Damit soll die Wichtigkeit aller Wälder sowie ihre nachhaltige Bewirtschaftung und Erhaltung für künftige Generationen in den Fokus gerückt werden. Denn während in großen Teilen Europas nachhaltige Forstwirtschaft seit langem gelebte Tradition ist, sind Regen- und Urwälder nach wie vor durch Raubbau und Rodung bedroht.

Der Klimawandel macht den Wäldern zusätzlich zu schaffen. Laut Zahlen des GFRA 2020 verringert sich seit 2010 der Waldbestand weltweit jährlich um 4,7 Millionen Hektar. Immerhin hat sich der Verlust damit in den vergangenen elf Jahren verlangsamt: Vor 2010 waren die Zahlen noch höher.

Aufforstungsprogramme wie die Bonn Challenge oder Sahara Forest Project versuchen der negativen Entwicklung gegenzusteuern; allerdings mit mäßigem Erfolg. Zwar hat die Bonn Challenge ihre erste Etappe - bis 2020 150 Millionen Hektar Wald zu schaffen - nach eigenen Angaben bereits 2017 erreicht, jedoch sieht es in der Gesamtrechnung ganz anders aus. Denn die jährlichen Waldverluste sind im Vergleich zur Aufforstungsrate immer noch zu hoch, um den Abwärtstrend zu stoppen.

Kurzfristige Erfolge sind bei der Aufforstung nicht zu erwarten, denn bis Maßnahmen wie beispielsweise die Abschaffung der Monokulturen oder Anpflanzung robusterer Baumarten greifen, vergehen Jahrzehnte. Dies liegt in der Natur der Sache und kann je nach Baumart auch mal 180 Jahre dauern. Denn jede Baumart hat ihr eigenes "Umtriebsalter": Erst wenn Bäume einer Art dieses Alter erreicht haben, ist es wirtschaftlich sie zu fällen.

Wie schlecht es dem Wald geht, sieht man in Deutschland immer deutlicher. Die Kronenverlichtungen haben in letzten Jahren deutlich zugenommen, auch Sturm- und Ungeziefer-Schäden sind gestiegen. Die Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Absterberate einheimischer Baumarten belegen die negative Entwicklung.

Um die verlorenen Waldflächen zu ersetzen, fehlen vielen Forstwirten allerdings das Geld und die nötigen Arbeitskräfte. Zwar steigen die Preise für Schnittholz (Bretter, Balken), jedoch sinken die Preise für Rohholz (Baumstämme) immer weiter.

Konkurrenz aus Osteuropa und die Entkopplung der Preise für Schnittholz und Rohholz setzen die Forstwirte immer weiter unter Druck. Auch vielen Kommunen fehlt durch die Corona-Pandemie das nötige Geld für die Aufforstung - und damit fast allen Waldeigentümern in Deutschland.

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