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Liebesfalle Internet - Leeres Konto statt großer Liebe

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Es ist eine Masche, die besonders verletzend ist - und am Ende meist auch teuer für die Opfer: Love Scam, so heißt der Liebesbetrug im Internet.

Während der Pandemie sind viele Menschen von Einsamkeit betroffen. Eine gute Voraussetzung für Internet-Betrüger, die ihre Opfer mit Liebeslügen oft um viel Geld bringen.

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Jeden Tag werden in Deutschland einsame Herzen, zum überwiegenden Teil Frauen, mit dieser Abzockmethode um ihre Gefühle und ihr Geld betrogen.

Die Täter suchen sich ihre Opfer gezielt auf Social-Media-Plattformen oder Single-Börsen aus. Sie nennen sich Steve, Mike oder Kelly oder haben hunderte andere Namen. Das Vorgehen folgt immer dem gleichen Muster.

Betrug mit gestohlenen Fotos

Die "Scammer" (engl. für Betrüger) stehlen im Internet Fotos von attraktiven Männern. Mit diesen Fotos und den erfundenen Biografien erstellen sie Fake-Profile in sozialen Netzwerken und Partnerbörsen. Zunächst kontaktieren sie damit die Frauen, buhlen um ihr Vertrauen und spielen ihnen die große Liebe vor.

Helga Grotheer hat das selbst erlebt. Die damals frisch geschiedene 47-jährige Kauffrau sucht auf einer Single-Börse nach einem neuen Partner und landet nichtsahnend bei einem Liebesbetrüger. Dabei sei sie natürlich zunächst auf Wolke sieben geschwebt: "Durch die E-Mails, die wir geschrieben haben, durch die Telefonate, die wir geführt haben, habe ich mich natürlich in ihn verliebt, denn er war sehr charmant, und er hat genau die richtigen Worte gefunden, alles das, was eine Frau hören will."

Identitätsdiebstahl wird heute im industriellen Maßstab betrieben. Auch hinter Liebes-Scams stecken schon längst keine Einzeltäter mehr, sondern ganze Syndikate.

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Finanzielle Notlage wird vorgetäuscht

Doch dann gerät der "Liebhaber" plötzlich in eine angebliche finanzielle Notlage: Die Kreditkarte sei gestohlen worden, das Konto gesperrt. Er bittet sein Opfer um Hilfe - und in vielen Fällen überweisen die Frauen das geforderte Geld, hohe Summen, oft mehrere Tausend Euro.

Was im Nachhinein unverständlich erscheint, liege in der Natur unserer Psyche, meint die Psychologin Stephania Lanzillotta-Reichstein. Und sie erklärt, was Frauen dazu bringt, Fremden, die sie nie gesehen haben, Geld zu überweisen:

"Wenn uns jemand in Aussicht stellt, unsere Sehnsüchte und Bedürfnisse zu befriedigen, dann werden wir blind für Vernunft, für Faktencheck und Gegenargument und auch blind für unser eigenes ungutes Bauchgefühl."

Das sind die Rahmenbedingungen, warum diese Falle überhaupt zuschnappen kann.
Stephania Lanzillotta-Reichstein, Psychologin

Ist die Partnersuche im Netz nichts weiter als der schnelle Flirt oder die Suche nach der Nadel im Heuhaufen? Kommunikationswissenschaftler Richard Lemke von der Universität Mainz beantwortet Fragen.

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Zahl der Betrugsfälle unklar

Wie viele Fälle von Liebesbetrug es pro Jahr in Deutschland gibt, weiß niemand. Nur einige Bundesländer erfassen Liebesbetrug gesondert in der Kriminalstatistik.

2019 gab es in Sachsen fast 299 Strafanzeigen, in Hamburg 84, in Baden-Württemberg 49 und in Sachsen-Anhalt 32. Allein in Sachsen entstand 2019 ein Schaden von über 3,5 Millionen Euro.

Viele Transaktionen gehen nach Afrika

Die Spur der Täter führe fast immer ins Ausland, meist nach Westafrika, erläutert Kriminalhauptmeister Enrico Gerhart von der Kripo Sachsen:

Momentan sehen wir, dass die Überweisungen, Transaktionen immer häufiger auf Konten nach Ghana gehen.
Enrico Gerhart, Kripo Sachsen

Täter und Beute seien dort für die hiesige Polizei in der Regel unerreichbar. Wichtig daher, über dieses Phänomen aufzuklären und vor den Betrügern im Netz zu warnen.

Internetforum soll Opfern helfen

Genau das hat sich Helga Grother nach ihrem Reinfall auf einen Betrüger auf die Fahnen geschrieben. Bereits 2009 gründete sie ein Internetforum mit dem Namen: "RomanceScamBaiter", auf Deutsch "Quäler der Liebesbetrüger". Mit dem Forum will sie vor allem zwei Dinge erreichen: den Opfern helfen und die Täter sichtbar machen.

"Liebeslügen digital": Zwei Frauen sitzen an einem Couchtisch. Beide haben ein Notebook vor sich und surfen durch das Internet.
Chatten bis die Handschellen klicken: Zusammen mit anderen Frauen lockt Helga Grother immer wieder Liebesbetrüger in die Falle.
Quelle: ZDF/Jochen Schulze

"Wir möchten in erster Linie auf dieses Thema hinweisen und vor der Masche an sich warnen. Und wir fangen die Frauen zumindest etwas auf, wenn sie auf einen Betrüger hereingefallen sind“.

In Corona-Zeiten haben es die Täter vermutlich nochmal leichter, denn die Zahl der Menschen, die sich einsam und alleine fühlen, ist größer geworden.

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