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Antisemitimus und Krawalle - Nach Protesten: Hartes Vorgehen angekündigt

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Judenfeindliche Parolen und Angriffe auf Synagogen: Die Szenen, die sich in den vergangenen Tagen auf Demonstrationen in Deutschland abspielten, alarmieren die Politik.

Ausschreitungen bei Demo in Berlin.
Bei einer Demo in Berlin kam es am Samstag zu Krawallen.
Quelle: Fabian Sommer/dpa

Nach den teils gewalttätigen Protesten gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Konflikt warnen Politiker und Verbände vor wachsendem Antisemitismus in Deutschland. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) kündigte ein hartes Durchgreifen bei Attacken auf jüdische Einrichtungen an. "Wir werden nicht tolerieren, dass auf deutschem Boden israelische Flaggen brennen und jüdische Einrichtungen angegriffen werden", sagte er der "Bild am Sonntag".

Angesichts der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der palästinensischen Hamas im Nahen Osten waren am Samstag Tausende Menschen in deutschen Städten auf die Straße gegangen, um ihre Solidarität mit den Palästinensern zu bekunden. Bei mehreren
Demonstrationen kam es zu Zwischenfällen und Ausschreitungen, die schwersten Krawalle gab es in Berlin.

Seehofer kündigte harte Strafen bei Angriffen auf jüdische Einrichtungen in Deutschland an.

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Bilanz in Berlin: 59 Festnahmen

Dort eskalierte die Lage, nachdem die Polizei eine Demonstration im Stadtteil Neukölln wegen Nicht-Einhaltung der Corona-Abstandsregeln aufgelöst hatte. Demonstranten schlugen auf Polizeibeamte ein und bewarfen sie mit Steinen und Flaschen. Auch Feuerwerkskörper wurden geschleudert.

Nach Polizeiangaben vom Sonntag wurden 93 Beamte verletzt und 59 Menschen festgenommen, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie Gefangenenbefreiung.

In mehreren Städten haben erneut Menschen für mehr Solidarität mit den Palästinensern demonstriert. In Berlin kam es vereinzelt zu Ausschreitungen. Die jüdische Gemeinde kritisierte, auf den Demos zeige sich unverhohlener Antisemitismus.

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Schon in den Tagen zuvor hatte es in mehreren deutschen Städten antisemitische und anti-israelische Demonstrationen gegeben, bei denen auch Israel-Flaggen angezündet worden waren. Zugleich gab es vielerorts aber auch Solidaritätskundgebungen für die israelische Bevölkerung.

Steinmeier ruft zum Kampf gegen Antisemitismus auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief erneut zum gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus auf: "Wir sehen auch den antisemitischen Hass auf unseren Straßen. Nichts rechtfertigt die Bedrohung von Juden in Deutschland oder Angriffe auf Synagogen in unseren Städten", sagte Steinmeier am Sonntag zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt.

Lasst uns diesem Hass gemeinsam entgegentreten!
BundespräsidentFrank-Walter Steinmeier

Politiker fordern Verschärfungen

Innenminister Seehofer bot den Polizeien der Länder personelle und materielle Unterstützung an. Vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts sei weiter mit "versammlungstypischen Straftaten" zu rechnen, sagte er. Die SPD-Fraktion im Bundestag forderte Strafrechtsverschärfungen.

"Verhetzende Beleidigungen etwa von Juden müssen jetzt zeitnah zur Straftat werden", sagte SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese der "Welt" mit Blick auf das von der großen Koalition geplante Gesetzesvorhaben zur sogenannten verhetzenden Beleidigung. Auch Vereinsverbote müsse man in diesem Zusammenhang "sorgsam prüfen".

In ganz Deutschland sei Antisemitismus verbreitet, so die jüdische Bloggerin Juna Grossmann. Es sei für alle wichtig, ein Zeichen gegen Judenhass zu setzen.

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Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg, sieht als Ursache für die Angriffe auch Defizite in der Migrationspolitik. "Die antisemitischen Ausfälle vor allem arabischstämmiger Jugendlicher oder türkischstämmiger Rechtsextremisten bei den Demonstrationen müssen rechtlich geahndet werden", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Zentralrat der Juden: "Blanker Judenhass" wird verbreitet

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, warnte vor einer Welle des Antisemitismus. "Seit Tagen verbreiten Mobs in vielen deutschen Städten blanken Judenhass. Sie skandieren übelste Parolen gegen Juden, die an die dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte erinnern", erklärte Schuster am Sonntag.

Die Polizei müsse dagegen konsequent vorgehen. "Antisemitismus darf nicht unter dem Deckmäntelchen der Versammlungsfreiheit verbreitet werden.

Die muslimischen Verbände und Imame müssen mäßigend wirken", erklärte Schuster. Muslimische Verbände wie etwa der Zentralrat der Muslime hatten die Angriffe auf jüdische Einrichtungen zuvor scharf verurteilt.

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