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Prozessauftakt im Fall Khashoggi

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Istanbul - Prozessauftakt im Fall Khashoggi

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Fünf Todesurteile sind wegen des Mordes an Jamal Khashoggi bereits gefallen. Trotzdem wähnen einige die wahren Täter noch auf freiem Fuße. In der Türkei beginnt ein neuer Prozess.

Das Standbild zeigt den Journalisten Jamal Khashoggi. Archivbild
Beim Besuch im saudischen Konsulat in Istanbul war der Journalisten Jamal Khashoggi ermordet worden. Jetzt wird sein Prozess neu aufgerollt. (Archivfoto)
Quelle: Uncredited/CCTV via Hurriyet/AP/dpa

Nach den viel kritisierten Urteilen in Saudi-Arabien wird der Fall des ermordeten regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi nun von der türkischen Justiz nochmal neu aufgerollt. Zweieinhalb Jahre nach der brutalen Tat beginnt ein Prozess gegen 20 Angeklagte in Istanbul.

Angeklagte aus Prinzen-Umfeld

Hauptbeschuldigte sind nach Angaben der Istanbuler Staatsanwaltschaft zwei ehemalige Berater des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Saud bin Abdullah al-Kahtani und Ahmed al-Asiri wird vorgeworfen, die 18 übrigen Angeklagten zu vorsätzlichem Mord unter Folter angestiftet zu haben, wie aus der Anklageschrift hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Alle Angeklagten sind saudische Staatsbürger, der Prozess findet in ihrer Abwesenheit statt. Für alle 20 Verdächtigen seien schon im März 2019 Fahndungsaufrufe über Interpol erlassen worden, heißt es in der Anklageschrift.

Kronprinz bestreitet Anstiftung

Ein Sonderkommando aus Riad hatte Khashoggi am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul brutal getötet, als er Papiere für seine geplante Hochzeit abholen wollte. Sein Leichnam wurde zerstückelt. Die saudische Regierung hat den Mord eingeräumt. Kronprinz bin Salman, der faktische Herrscher in Saudi-Arabien, bestritt aber, die Tötung selbst angeordnet zu haben.

In Istanbul wurde um den ermordeten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi getrauert. Angehörige und Unterstützer forderten auch ein Jahr danach die Aufklärung des Mordes.

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Die UN-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard war dagegen zu dem Schluss gekommen, dass es glaubwürdige Hinweise auf eine mögliche persönliche Verantwortung des Kronprinzen gebe. Ein Gericht in Saudi-Arabien hatte bereits im Dezember fünf Männer im Fall Khashoggi zum Tode verurteilt. Drei weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen von insgesamt 24 Jahren. Die Türkei, die EU und die Vereinten Nationen hatten die Todesurteile scharf kritisiert.

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