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"Sea-Watch 4" in Palermo festgesetzt

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Italien stoppt Rettungsschiff - "Sea-Watch 4" in Palermo festgesetzt

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Das Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" ist im Hafen von Palermo festgesetzt worden. Die Hilfsorganisation spricht von einer "politisch motivierten" Blockade.

Behörden in Italien halten das Flüchtlingsschiff „Sea-Watch 4“ in Sizilien fest
Behörden in Italien halten das Flüchtlingsschiff "Sea-Watch 4" in Sizilien fest
Quelle: Chris Grodotzki/Sea-Watch.org

Das deutsche Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" ist in Palermo festgesetzt worden. Italienische Inspektoren hätten stundenlang nach Beanstandungen gesucht, aufgrund derer sie die "Sea-Watch 4" dann festsetzten, erklärten die Hilfsorganisationen Sea-Watch, United4Rescue und Ärzte ohne Grenzen.

"Die fadenscheinigen Begründungen zeigen erneut, dass es sich nicht um die Überprüfung der Schiffssicherheit handelt, sondern um eine gezielte Verhinderung ziviler Seenotrettung im zentralen Mittelmeer", erklärte Einsatzleiter Philipp Hahn.

Sea-Watch: Inspektoren suchten "nach der Nadel im Heuhaufen"

"Elf Stunden lang suchten die Inspektoren nach der Nadel im Heuhaufen - und fanden einmal mehr absurde Gründe, um uns festzusetzen", erklärte die Organisation Sea-Watch auf Twitter.

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Der Hauptvorwurf habe gelautet, die Rettung von Menschenleben entspreche nicht der Registrierung des Schiffes. Die "Sea-Watch 4" habe zu viele Rettungswesten an Bord, das Abwassersystem sei nicht für die Anzahl der Geretteten ausgelegt. Tatsächlich erfülle das Schiff aber alle Sicherheitsvorgaben des deutschen Flaggenstaates, wie die deutschen Behörden Sea-Watch erst im Juli bestätigt hätten, hieß es in der Erklärung.

"Inspektionen sind politisch motiviert"

Mit der "Sea-Watch 4" werde zum fünften Mal ein ziviles Rettungsschiff an der Rückkehr in den Einsatz gehindert. Diese Inspektionen seien allein politisch motiviert.

Die "Sea-Watch 4" lag im Hafen von Palermo, nachdem sie am 2. September 353 Flüchtlinge an eine Quarantänefähre übergeben hatte. Die Crew des Rettungsschiffes war wegen der Pandemie im Hafen der sizilianischen Stadt in Quarantäne.

Alan Kurdi rettet mehr als 130 Migranten

Auch das Rettungsschiff "Alan Kurdi" war im Mai von italienischen Behörden festgesetzt worden - unter anderem mit der Begründung technischer Mängel. Seit etwa einer Woche ist das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye wieder im Mittelmeer unterwegs und hat am Samstag und Sonntag vor der libyschen Küste insgesamt 133 Menschen aus drei Booten aufgenommen.

Unter den Betroffenen seien zehn Frauen, darunter eine Schwangere, sowie Dutzende Kinder und Jugendliche. Auch ein fünf Monate altes Baby sei an Bord eines der Boote gewesen.

Die geretteten Migranten hätten "unwahrscheinliches Glück" gehabt, dass sie entdeckt wurden, sagte Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye. Nach Angaben von Sea-Eye reagierten weder die europäischen Rettungsleitstellen noch die Küstenwache auf die Notfallmeldungen.

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