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Atomwaffen in Infografiken - 75 Jahre nach der ersten Atombombe

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Seit der ersten nuklearen Detonation sind 75 Jahre vergangen. Die Entwicklung der Atommächte und die Folgen für Mensch und Umwelt zusammengefasst in Zahlen.

Am 16. juli 1945 explodiert die erste Atombombe der Geschichte in der Wüste von New Mexico (Archivbild US-Militär).
Am 16. Juli 1945 explodiert die erste Atombombe der Geschichte in der Wüste von New Mexico (Archivbild US-Militär).
Quelle: dpa

Seit der Detonation der ersten Atombombe "Trinity" vor 75 Jahren ist viel passiert. Die Abwürfe der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki forderten viele Menschenleben und schürten Ängste eines atomaren Krieges. Auch der Kalte Krieg, das Wettrüsten und die ständige Angst vor dem atomaren Erstschlag des Gegners begleiteten die Menschen jahrzehntelang. Heute steht die Weltuntergangsuhr auf 100 Sekunden vor Mitternacht.

Noch immer sehr viele Atomwaffen

Trotz des Atomwaffensperrvertrages gibt es weltweit immer noch mehr als 13.000 nukleare Sprengköpfe. Neben den USA und Russland besitzen sieben weitere Staaten eigene nukleare Waffenarsenale.

Viele Tests im Kalten Krieg

Zwischen 1945 und 2016 wurden weltweit über 2.000 nukleare Waffentests durchgeführt, anfangs noch atmosphärisch, nach 1967 überwiegend unterirdisch. Es fanden zudem Unterwassersprengungen und Weltraumtests statt.

Wo getestet wurde

Dabei nutzte die Sowjetunion vorwiegend das Testgelände nahe der Stadt Semipalatinsk (heute Semei) in Kasachstan und die Insel "Nowaja Semlja" im Nordpolarmeer. Die USA testeten überwiegend in der Wüste von Nevada und am Bikini-Atoll im Pazifischen Ozean. Die Briten nutzten für ihre Tests verschiedene Orte auf dem australischen Kontinent und einige Pazifik-Inseln. Die Franzosen testeten in Algerien und Französisch-Polynesien.

Immer stärker als der andere

Zu Anfang getestete "einfache" Atombomben wurden schnell durch Systeme mit thermonuklearen Anteilen in ihrer Leistung gesteigert. Im Vergleich zur Hiroshima-Bombe betrug die Sprengkraft der Wasserstoffbombe "Castle Bravo" mehr als das Tausendfache.

Das große Umdenken

Um die Verbreitung nuklearer Waffen zu verhindern und die Abrüstung voranzutreiben, iniziierten die damaligen Atommächte USA, Sowjetunion und Großbritanien 1969 den Atomwaffensperrvertrag. Bei der Unterzeichnung 1970 waren 40 weitere Staaten mit an Bord. Bis heute haben 191 Staaten den Vertrag entweder unterzeichnet oder ratifiziert. Lediglich die "neuen" Atommächte China, Indien, Pakistan und Israel haben auf die Vertragsunterzeichnung verzichtet. Das frühere Mitglied Nordkorea trat vom Vertrag wegen seines eigenen Nuklearprogramms zurück.

Deutschland, Belgien, Niederlande, Italien und die Türkei gelten allerdings als Problemfälle. Als Mitglieder der "Nuklearen Teilhabe" besitzen sie keine eigenen Nuklearwaffen, stellen aber als Nato-Partner Trägersysteme (Raketen und Flugzeuge) für den Einsatz der US-Atomwaffen bereit. Es werden US-Atomwaffen auf Stützpunkten innerhalb dieser Länder gelagert.

Noch einen Schritt weiter

Mehrere Staaten schlossen sich zusammen und sicherten vertraglich atomwaffenfreie Zonen. Neben großen Teilen Afrikas, Lateinamerikas, Ozeaniens und Asiens gelten auch die Antarktis und der Weltraum als atomwaffenfrei.

Strahlende Gegenwart und Zukunft

Atomwaffentests und die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima haben weltweit Gebiete mit hoher radioaktiver Kontamination hinterlassen. Zu gesundheitlichen Folgen an diesen Orten zählen laut einem Greenpeace-Bericht höhere Sterblichkeitsrate, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen und Missbildungen.

Farblos, geruchlos, überhaupt nicht wahrnehmbar

Radioaktivität, oder besser gesagt ionisierte Strahlung, wird vom Menschen nicht aktiv wahrgenommen. Bei akuten Werten gibt es allerdings Warnsignale.

Grenzwerte

Ionisierte Strahlung kommt auch im Alltag vor, so wird der Körper zum Beispiel durch Röntgenaufnahmen oder Diagnostik im Computertomographen mit Strahlen belastet. Auch die Sonne und Höhenflüge haben geringe Auswirkungen.

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