Sie sind hier:

Jemen - Viele Tote bei Brand in Migrantenlager

Datum:

Im Jemen sind mindestens 80 Menschen durch ein Feuer in einem Migrantenlager in der Hauptstadt Sanaa ums Leben gekommen. 150 Menschen wurden verletzt, einige schwer.

Flüchtligslager Sanaa im Jemen am 20.02.2021
Flüchtligslager Sanaa im Jemen
Quelle: Imago

Bei dem Brand in einem Migrantenlager in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa am Sonntag sind medizinischen Kreisen zufolge mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten der weiteren 150 Verletzten schwebten in Lebensgefahr und seien Migranten. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hatte zunächst von acht Toten und 170 Verletzten gesprochen.

Offenbar Nachrichtensperre im Jemen verhängt

Laut IOM waren fast 900 Migranten vorwiegend aus Äthiopien dort untergebracht. Die Huthi-Rebellen, die den Norden des Landes einschließlich der Hauptstadt Sanaa kontrollieren, hätten strenge Regeln in den Krankenhäusern erlassen, hieß es. Vertreter und Augenzeugen dürften nicht öffentlich über den Brand oder die Zahl der Opfer sprechen. Die Huthi-Rebellen kommentierten den Brand zunächst nicht.

Bei der UN-Geberkonferenz sind für das Bürgerkriegsland Jemen nur 1,7 Milliarden Dollar an Spenden zusammengekommen. Das ist weniger als die Hälfte der benötigten Summe.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die jemenitische Menschenrechtsorganisation Mwatana for Human Rights teilte mit, dass einige der Verletzten festgenommen worden seien. Ihnen werde humanitäre Hilfe und der Besuch von Angehörigen verwehrt.

Berichte über Streit zwischen Huthi-Rebellen und Migranten

Die Organisation berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, dass zwischen Migranten und Huthi-Aufsehern Streit wegen eines Hungerstreits der Migranten ausgebrochen sei. Als dieser eskalierte, hätten die Aufseher "rauchende Projektile" durch das Fenster geworfen. Diese seien explodiert und hätten den Brand verursacht.

Im Internet kursierte ein Video, das Szenen nach dem Brand zeigen soll. In einem ausgebrannten Raum liegen mehrere verkohlte Leichen teils übereinander am Boden.

Archiv: Vertriebene Jemeniten in der Nähe ihrer Hütten in einem Lager für Binnenvertriebene (IDPs) am Stadtrand von Sana'a, Jemen, 1. März 2021.
Interview

Konflikt im Jemen - Diplomatie kann "fast nichts mehr ausrichten" 

Der Jemen-Konflikt erreicht neue Dimensionen: Die humanitäre Lage ist desolat. Präsident Biden möchte auf diplomatischem Weg helfen. Fraglich ist, ob der Ansatz rechtzeitig kommt.

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien geführten Militärbündnis an der Seite der Regierung gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Trotz des Krieges brechen jedes Jahr Zehntausende Afrikaner in den Jemen auf, unter anderem, um von dort auf der Suche nach Arbeit in Richtung der reichen Golfstaaten zu reisen. Allein im Januar zählte die IOM die Ankunft von 2.500 Migranten aus Äthiopien und Somalia.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.