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Save the Children : Jemen: Jedes vierte zivile Opfer ein Kind

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Die Organisation Save the Children hat angesichts von Gewalt und einer drohenden Hungersnot im Jemen vor Folgen für Kinder gewarnt. Kürzungen bei Hilfsgeldern verschärfen die Lage.

Ein Kind steht in der Nähe von Häusern, die während des anhaltenden Jemen-Krieges in der Provinz Saada durch Luftangriffe zerstört wurden.
Kinder sind von den Folgen des Jemen-Konflikts besonders hart betroffen.
Quelle: dpa

Gerade für Kinder sei der Konflikt im Jemen in den vergangenen zwei Jahren deutlich schlimmer geworden, erklärt die Hilfsorganisation "Save the Children". Rund ein Viertel der zivilen Opfer seien Kinder, eine deutlich höhere Dunkelziffer sei anzunehmen. Zudem litten fast 400.000 Kinder unter fünf Jahren an schwerer akuter Unterernährung.

"Save the Children" hat mehr internationale Aufmerksamkeit für den Jemen gefordert. In den vergangenen drei Jahren seien mehr als 10.000 Menschen aus der Zivilbevölkerung durch die Kampfhandlungen verletzt oder getötet worden. Darunter seien auch 2.341 Mädchen und Jungen.

Sechs Jahre Krieg und Gewalt im Jemen

Es sei "empörend", dass die Weltgemeinschaft auf der diesjährigen UN-Geberkonferenz Anfang März deutlich weniger Mittel für die "größte humanitäre Krise der Welt" bereitgestellt habe als noch im Vorjahr, erklärte die Direktorin für humanitäre Hilfe bei Save the Children International, Gabriella Waaijman, bei einer Konferenz.

Anlass war der sechste Jahrestag des Jemen-Kriegs. Rund 1,7 Milliarden Dollar hat die UN den Angaben zufolge in diesem Jahr als Unterstützung für den Jemen zugesagt. Diese Summe sei deutlich geringer als im Vorjahr und liege um eine Milliarde niedriger als noch 2019.

Es fehlen Milliarden an Hilfsgeldern

Benötigt werden in diesem Jahr demnach 3,85 Milliarden Dollar. Zwei Drittel der Bevölkerung in dem 28-Millionen-Einwohner-Land brauchen demnach Hilfe zum Überleben. Dennoch sinke die Bereitschaft der internationalen Gemeinschaft, dringend benötigtes Geld bereitzustellen, beklagt Save the Children. Auch eine politische Lösung sei weiterhin nicht in Sicht.

Gerade für Kinder sei der Konflikt in den vergangenen zwei Jahren deutlich schlimmer geworden, hieß es. Neben den Kämpfen gibt es die Gefahr einer Hungersnot und die katastrophale Gesundheitsversorgung, die das Leben der Mädchen und Jungen im Jemen noch zusätzlich bedrohten.

Kinder erleben Gewalt, Tod, Hunger

Vor diesem Hintergrund sei es schwer, noch von einer globalen Solidarität zu sprechen, kritisierte Waaijman. Das Risiko einer Hungersnot sei für fünf Millionen Menschen real, sagte auch Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland.

Die Kinder bräuchten sofort Hilfe, für Essen, aber auch für medizinische Behandlungen und für die Bildung. Der Länderdirektor der Organisation im Jemen, Xavier Joubert, erklärte:

Die Kinder im Jemen durchleben seit sechs Jahren einen Albtraum.
Xavier Joubert, Save the Children

Joubert weiter: "Sie sehen täglich Gewalt und Tod, gehen hungrig ins Bett, verpassen den Unterricht. Kinder riskieren ihr Leben beim Spielen im Freien und an Orten, an denen sie sich sicher fühlen sollten: zu Hause, in der Schule, im Krankenhaus oder auf dem Markt."

Ein Foto-Projekt zum Jahrestag

Zum Jahrestag am Freitag wird die Hilfsorganisation ein Foto-Projekt veröffentlichen. Dieses reflektiere sechs Kriegsjahre anhand der Geschichten und Fotos von sechs jemenitischen Kindern.

Bereits seit 2013 kämpfen im Jemen schiitische Huthi-Rebellen gegen die Zentralregierung und eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz um die Vorherrschaft in dem arabischen Land. Der Jemen gilt als das ärmste Land auf der arabischen Halbinsel und einer der fragilsten Staaten weltweit.

Hungernde Kinder im Jemen am 13.04.2017 holen ihre Essensration ab

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