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"Meet a Jew"

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Aktion gegen Antisemitismus - "Meet a Jew"

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Heute ist Anne-Frank-Tag. Bundesweit engagieren sich junge Menschen in Erinnerung an das jüdische Mädchen und gegen Antisemitismus. So auch im Projekt "Meet a Jew".

Zum bundesweiten Anne-Frank-Tag engagieren sich 340 Schulen gegen Antisemitismus und erinnern an das Kriegsende. Der Aktionstag steht dieses Jahr unter dem Motto "Freiheit".

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Trifft sich eine Gruppe Teenager - und was passiert? Klar: Quatschen über Stress und Spaß im Alltag, Hobbys, Musik. Bei der Abiturientin Neala Naamah Patterson ist das genauso, wenn sie andere junge Leute an deren Schulen besucht. Nur geht es bei den Treffen auch noch um ein paar Fragen, die mit ihrem Glauben verbunden sind.

Jüdisches Leben sichtbar machen

Denn die 18-jährige Frankfurterin ist Jüdin - eine von etwa 200.000 Angehörigen dieser Religionsgruppe in Deutschland. Neala besucht als freiwillige Teilnehmerin des Projekts "Meet a Jew" nicht-jüdische Teenager, um einen Dialog zu starten.

Der Zentralrat der Juden hat die Aktion ins Leben gerufen, um jüdisches Leben sichtbarer, erfahrbarer zu machen und etwas zu tun gegen Stereotype und Vorurteile. Weshalb Neala bei dem Projekt mitmacht, bringt sie im ZDFheute-Interview so auf den Punkt:

Ich wurde selbst schon antisemitisch angegriffen und ich hab' mich da hilflos, machtlos gefühlt. Das Projekt 'Meet a Jew' sehe ich als Chance, Antisemitismus vorzubeugen und einfach mit anderen Leuten in meinem Alter locker ins Gespräch zu kommen.
Neala Naamah Patterson

"Miteinander auf Augenhöhe"

Neala ist eine selbstbewusste, engagierte und lebensfreudige junge Frau. Einige Schulbesuche hat sie im Rahmen des Projekts schon hinter sich. Ihr Zwischenfazit:

"Das Miteinander auf Augenhöhe ist das Wichtige. Und es ist nun mal so, dass manche Menschen in ihrem Leben gar keinen Kontakt haben zu jüdischem Leben. Dann sind solche Initiativen supergut, um mal ein Gefühl zu bekommen: Ok, wie sind die eigentlich drauf? Was geht da momentan bei denen ab?"

"Meet a Jew" auch online

Projektkoordinatorin Mascha Schmerling sendet in der Regel zwei junge Teilnehmer in Schulen, Unis, Sportklubs oder Jugendzentren. Sie begründet das so: "Unsere Teilnehmer bilden das breite Spektrum des Jüdischseins ab. Also von nicht-religiös bis orthodox. Wir wollen Klischeebilder auflösen und zeigen: Es gibt nicht den Juden."

Das Interesse für das im Januar gestartete Projekt sei groß, berichtet Schmerling. Weil Schulbesuche wegen der Corona-Krise zuletzt meist ausfallen mussten, setzen sie nun auch verstärkt auf Online-Begegnungen.

Zunehmende Gewalt stoppen

Dass Gespräche und der Abbau von Vorurteilen in der heutigen Gesellschaft dringend nötig sind, zeigen die eskalierenden judenfeindlichen Angriffe in Deutschland.

Mehr als 2.000 Straftaten von Judenhassern registrierte die Polizei im vergangenen Jahr - eine Zunahme um 13 Prozent im Vergleich zu 2018 und der höchste Stand seit fast zwei Jahrzehnten.

Wie lebt es sich heutzutage als Jude in Deutschland? Vier Menschen aus Berlin, die hier Mitglieder der jüdischen Gemeinde sind, geben Einblick in ihren Alltag.

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"Voll chillig drauf"

Die Prävention von Antisemitismus bezeichnet Mascha Schmerling als "wichtiges Nebenprodukt" des Projekts. Dass die Idee des Gedankenaustauschs zwischen Teenagern aufzugehen scheint, zeigen indes die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer: "Die realen Begegnungen in Schulen und anderswo sind zu 99 Prozent positiv", sagt Schmerling.

Neala Patterson hat erlebt, wie Schüler nach dem Treffen zu ihr kamen und sagten: "Boah ich hab' ja noch nie einen Juden gesehen, aber ihr seid ja voll chillig drauf." Wenn ihre gleichaltrigen Gastgeber die Gemeinsamkeiten erkennen, dann hat sich für die 18-Jährige ihr Besuch schon gelohnt.

"Meet a Jew" ist ein Antisemitismus-Präventionsprojekt, das durch Dialog mit Menschen wie Neala die jüdische Kultur näherbringen soll.

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