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Missbrauchsvorwürfe gegen Heim

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Ehemaliges Jugenddorf in Bayern - Missbrauchsvorwürfe gegen Heim

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Ein Mann muss sich wegen Kindesmissbrauch verantworten. Vor Gericht kommt raus, dass er als Kind wohl selbst Opfer in einem katholischen Jugendheim wurde. Die Justiz geht dem nach.

Das ehemalige katholische Jugenddorf Piusheim. Archivbild
Das ehemalige katholische Jugenddorf Piusheim. Archivbild
Quelle: Steffen Heinemann/dpa

Ein ehemaliges katholisches Kinder- und Jugendheim nahe München ist im Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft München II leitete Vorermittlungen gegen einen Ex-Erzieher des Piusheim sowie einen damals angehenden Priester ein.

Hintergrund sind Vorwürfe massiven sexuellen Missbrauchs eines 56-Jährigen, der selbst wegen schweren Missbrauchs an Kindern angeklagt ist. Vor Gericht gab er an, in seiner Kindheit auch im Piusheim missbraucht worden zu sein. Er sprach auch von Prostitution, von "Anschaffen" und von "Sexpartys".

Alle Fälle in den 1950er bis 70er Jahren

Konkret nachprüfen lassen sich diese Vorwürfe noch nicht. Es handle sich um Vorermittlungen, betonte Staatsanwältin Karin Jung. "Es wird den Angaben des Angeklagten nachgegangen. Ob die Angaben sich als belastbar erweisen und ob schließlich eine strafrechtliche Ahndung erfolgen kann, kann noch nicht gesagt werden."

Das Erzbistum München und Freising bestätigte allerdings, dass im Zusammenhang mit der inzwischen geschlossenen Einrichtung seit 2010 neun Verdachtsfälle wegen sexueller Übergriffe oder körperlicher Gewalt gemeldet wurden. Diese sind mit einer einzigen Ausnahme bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt.

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Alle Fälle in dem Heim, in dem seinerzeit schwer erziehbare Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 18 Jahren betreut wurden, ereigneten sich nach Angaben der Katholischen Jugendfürsorge von den 1950er bis Mitte der 1970er Jahre. Nur einer dieser Verdachtsfälle ging in die große sogenannte MHG-Studie zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ein.

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43 min
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