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Kältetipps der Bergwacht - "Immer in Bewegung bleiben"

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In Teilen Deutschlands herrscht extreme Kälte. Das heißt aber nicht, dass Bewegung an der frischen Luft unmöglich ist. Allerdings kann ein einsamer Spaziergang gefährlich werden.

Über Deutschland liegt derzeit ein Kältetief. In Thüringen wurden in der Nacht zu Mittwoch minus 26 Grad gemessen. Auch die nächsten Tage bleiben kalt und verschneit. Mittlerweile haben sich die Staus auf den Autobahnen entspannt.

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In ganz Deutschland liegen die Temperaturen im Minusbereich. Vor allem im Osten ist es bei bis zu -26 Grad bitterkalt. Auch in anderen Teilen des Landes ist es winterlich, im Allgäu, im Schwarzwald und an der Ostsee rechnet der Deutsche Wetterdienst in den nächsten Tagen mit "markantem Neuschnee". 

Winterliche Witterungsverhältnisse: Körper gut schützen

Das seien Witterungsverhältnisse, die nicht unterschätzt werden sollten, warnt Ute Müller, die Landesärztin der Bergwacht Baden-Württemberg ist. Die Notärztin erklärt, dass Kälte bei gutem Schutz per se nicht gefährlich sei:

Wer sich dick anzieht, kann auch bei -10, -20 Grad nach draußen.
Landesärztin Ute Müller, Bergwacht Baden-Württemberg

Allerdings müssen vor allem vom Körper abstehende Teile geschützt werden. Die Ohren, das Kinn, die Wangen, die Finger sowie die Zehen sollten etwa mit einem Schlauchtuch, das man ins Gesicht zieht, mit Handschuhen, Mütze und Schuhen geschützt werden.

Denn diese Körperteile sind besonders anfällig für Erfrierungen.

Allerdings merkt sie an, dass Erfrierungen häufig nicht das größte Problem sind: "Erfrierungen können lokal gesehen große Schäden anrichten, Gewebe kann absterben und muss womöglich amputiert werden. Jedoch sind sie meist nicht lebensbedrohlich."

Unterkühlung: Gefahr eines Herz-Kreislauf-Versagens

Viel gefährlicher ist hingegen die Unterkühlung. Denn fällt die Körpertemperatur auf unter 35 Grad, kann es zu einem lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Versagen kommen.

"Ist der Körper lange ungeschützt der Kälte ausgesetzt, versucht er über die Thermoregulation den Kern warm zu halten. Schließlich will er die Organfunktionen am Laufen halten", so Müller. Im Zuge dessen wird die Körperschale weniger durchblutet, sodass es schneller zu lokalen Erfrierungen kommen kann. Erfrierungen zeigen sich häufig durch weiße Flecken und Taubheitsgefühle.

Nach den starken Schneefällen bleibt es in Deutschland zwar kalt, es wird aber sonniger. Die eisigen Temperaturen sorgen für Probleme auf den Wasserstraßen.

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Mögliche Erfrierungen: Rettungsdienst verständigen

Die Notärztin warnt, dass diese Stellen keinesfalls mit Schnee eingerieben werden sollten: "Das kann zu Infektionen führen. Wenn eine Person etwa Taubheitsgefühle in den Fingern hat, sollte sie schnellstmöglich an einen warmen, trockenen und windgeschützten Ort."

Zudem sollte man bei beginnenden Erfrierungen und einer möglichen Unterkühlung nicht zögern, den Rettungsdienst zu verständigen:

Gerade Erfrierungen sind äußerst schwer einzuschätzen. Erst Tage später kann man das Ausmaß der Schädigung feststellen.

Um diesen Phänomenen entgegenzuwirken rät Müller, bei Kälte immer in Bewegung zu bleiben: "So bleibt der Kreislauf in Schwung und alle Gefäße werden durchblutet."

Kälte: Kinder und sehr dünne Menschen besonders gefährdet

Kommt es jedoch zu einem Unfall und eine Person liegt mehrere Stunden unbewegt in der Kälte, ist dies für bestimmte Gruppen besonders gefährlich: "Zum einen laufen sehr dünne Menschen Gefahr, schneller auszukühlen, da sie keine Fettreserven haben. Zum anderen sind Kinder sehr gefährdet."

Denn Kinder sind noch nicht ausgewachsen und können deshalb ihren inneren Wäremhaushalt noch nicht so gut regulieren wie Erwachsene. Zudem sei bei Kindern der Kopf verhältnismäßig größer, wodurch mehr Körperwärme verloren gehe, erklärt die Ärztin.

Bei Erwachsenen ist hingegen der allgemeine Gesundheitszustand entscheidend: "Personen, die fit sind, können oft länger unbeschadet in der Kälte ausharren. Raucher*innen sind hingegen gefährdeter, da sie meist an einer Durchblutungsstörung leiden, die Erfrierungen begünstigt", so Ute Müller. 

Wind kann Erfrierungen und Unterkühlung begünstigen

Die Bergretterin erklärt auch, dass die reine Temperatur nicht entscheidend ist: "Viel wichtiger ist der Wind. Es kann bereits bei 0 bis 6 Grad und einem kräftigen Wind zu Erfrierungen oder einer Unterkühlung kommen." 

Allerdings heiße das nicht, dass man bei Kälte nicht mehr das Haus verlassen sollte: "Auch bei -10 Grad kann man draußen spazieren gehen. Allerdings sollte man das möglichst nicht allein machen", warnt die Expertin.

Denn bei einem möglichen Unfall benötige man schnellstmöglich Hilfe.

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