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Terra X - die Wissens-Kolumne - Warum Kanadas Regenwald auf Lachs steht

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Was hat der Verzehr von Lachs mit dem kanadischen Regenwald zu tun? Wer Natur- und Klimaschutz sinnvoll betreiben will, muss Nährstoffkreisläufe verstehen.

Terra X - Die Wissens-Kolumne: Fabian Mühlberger

In der neuen Terra-X-Kolumne auf ZDFheute beschäftigen sich ZDF-Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten wie Harald Lesch, Mirko Drotschmann und Jasmina Neudecker jeden Sonntag mit großen Fragen der Wissenschaft - und welche Antworten die Forschung auf die Herausforderungen unserer Zeit bietet.

Irgendwie hängt alles mit allem zusammen: die Eisschmelze mit Waldbränden, die Ausrottung des Wolfes mit dem Verlauf ganzer Flüsse. Aber auch die Lachswanderung mit dem Erhalt des kanadischen Regenwaldes.

Was häufig auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun hat, ist bei genauerem Hinsehen eng verknüpft. Und genau darum geht's: Wer Natur - und auch Klima - schützen will, muss zunächst genau solche Zusammenhänge zwischen Lebewesen und Ökosystemen erkennen und verstehen. Auch wenn mancher Zusammenhang absurd - oder einfach unfassbar kompliziert - wirken mag.

Der Lachs ist in Deutschland einer der beliebtesten Speisefische. Doch der Raubfisch mit dem rosafarbenen Fleisch gilt weltweit als bedroht. Hannes Jaenicke begibt sich auf Spurensuche.

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42 min
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Schlüsselarten für Kanadas Regenwald entscheidend

Was hat zum Beispiel der geräucherte Sockeye-Wildlachs auf Ihrem Fischbrötchen mit gewaltigen Baumriesen und fetten Bären zu tun? Spoiler: sehr viel!

Die Pazifikküste Kanadas ist das Zuhause des größten gemäßigten Regenwalds der Erde und Hotspot der Artenvielfalt. Hier wachsen einige der größten Bäume der Welt, gewaltige Humusschichten sind Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für unzählige Bodenorganismen, inklusive vieler noch unbekannter Arten. Diese Fülle kommt aber nicht von ungefähr: Alles steht und fällt mit einer Handvoll Schlüsselarten. Und die leben nicht einmal selbst in diesem Wald.

Bären und Wölfe fressen Lachse nur teilweise

Die Rede ist von pazifischen Lachsen. Je nach Art verbringen sie zwei bis acht Jahre in den Weiten des Pazifiks, fressen sich fett und wachsen zu gewaltigen Fischen heran. Erst am Ende ihres Lebens, wenn die Laichzeit beginnt, kehren sie zurück in die Flüsse, in denen sie selbst geboren wurden. Eine wichtige Sache haben sie mit im Gepäck: Nährstoffe.

Über die Lachse freuen sich Bären, Wölfe und viele andere Raubtiere. Im Überfluss fressen diese nur die schmackhaftesten Teile der Fische und lassen den Rest liegen. Nach ein paar Wochen ist auf einmal der ganze Wald mit Kadavern übersäht und der Geruch des Todes liegt in der Luft.

Hitzesommer, trockene Böden, der Wegfall von Ackerflächen: Werden in Zukunft die Ernten ertragreich genug sein, um uns zu ernähren? Was werden wir essen, um satt zu werden?

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Lachse düngen mit Nährstoffen aus dem Meer den Wald

Was hier vielleicht apokalyptisch klingt, ist der Schlüssel zur Üppigkeit dieser Wälder: Die Lachse düngen unfreiwillig den Wald. Tatsächlich stammen ca. 80 Prozent des Stickstoffs in den Bäumen aus dem Meer. Die Fische sind wie ein Nährstoffförderband, das Meer und Wald verbindet. Dank ihnen ist das Ökosystem gesund und üppig.

Doch leider zeichnet sich hier ein oft gesehener Prozess ab: Die Natur erschafft ein ausgeklügeltes System, der Mensch macht es wieder kaputt. Der Lachskreislauf in Kanada steht heute am Rande des Kollapses. Rindfleisch ist schlecht fürs Klima - dann lieber ein Lachsbrötchen? Viele sind sich der möglichen Folgen nicht bewusst.

Schlangen, Kamele, Diamanten – wer denkt dabei schon an Kanada?

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43 min
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Problem: Wildlachse sind überfischt

Die Wildlachse sind überfischt, 2021 mussten sogar 60 Prozent der Lachsfischer im Hafen bleiben. Gleichzeitig dezimieren Krankheiten und Parasiten aus Lachsfarmen die wilden Fische.

Und auch vom Land drohen Gefahren durch uns Menschen: In Kanada ist Kahlschlag noch die erste Wahl zur Waldbewirtschaftung und so sind weniger als zehn Prozent des Küstenregenwalds noch intakter Urwald. Die Kahlschlagflächen sind der Witterung schutzlos ausgesetzt und Regen wäscht Sedimente in die Flüsse. Kiesbänke verschlammen, Laichplätze werden ruiniert oder bereits abgelegte Lachseier ersticken im Schlick.

Unser Konsum beeinflusst Ökosysteme

Baumriesen sind mittlerweile selten und die nachwachsenden Wälder bekommen weniger Nährstoffe zugeführt, weniger Raubtiere verteilen immer weniger Lachse im Wald und die Böden verarmen.

Der Wald braucht die Lachse und die Lachse brauchen den Wald. Das Wechselspiel der beiden schafft nicht nur die Lebensgrundlage für tausende Arten, sondern auch den Lebensunterhalt für unzählige Menschen, die an der Pazifikküste von nachhaltiger Fischerei und Ökotourismus leben.

In unseren Meeren schwimmen immer weniger Fische, und Aquakulturen belasten unsere Ozeane. Der Konsum steigt trotzdem weiter. Ein besserer Umgang mit der Ressource Fisch ist nötig und möglich!

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30 min
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Jeder Griff ins Supermarktregal beeinflusst Kreisläufe auf der ganzen Welt. Mit unserem Konsum treffen wir eine Wahl: Wollen wir die Prozesse, die Ökosysteme seit Jahrtausenden am Leben halten, schützen - oder nicht?

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