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FAQ

Vulkanausbruch auf La Palma - "Es könnte noch Wochen oder Monate dauern"

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Am 19. September ist der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma ausgebrochen. Die explosive Kraft scheint seither unverändert. Welche Perspektive haben die Menschen auf der Insel?

Lava ist durch das Fenster einer Küche aus El Paso zu sehen
Etwa 6.000 Menschen haben wegen des Vulkanausbruches auf La Palma ihr Zuhause verlassen müssen.
Quelle: Reuteers

Der Vulkan Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma ist weiter aktiv. In den vergangenen Tagen grollte er lauter als zuvor. Wie gefährlich ist der Vulkan für die Menschen auf der Atlantikinsel und wann hören die Eruptionen auf?

Wie zerstörerisch ist der Vulkan auf La Palma?

Die Lavaströme haben auf La Palma ein hohes Zerstörungspotential. Zumal die Lava über besiedeltes und landwirtschaftlich genutztes Gebiet fließt. Nach Angaben des europäischen Erdüberwachungssystems Copernicus vom 3. Oktober bedeckt die schwarze, meterdicke Lavaschicht gut 434 Hektar Land.

Das mehr als 1.000 Grad heiße flüssige Gestein ergoss sich dabei über eine Strecke von etwa 6,5 Kilometern Länge und einer Breite von zum Teil 1,5 Kilometern vom Krater bis ins Meer.

Der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma wütet noch immer. Mehr als tausend Gebäude wurden bislang zerstört. Rund 6.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

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Wie gefährlich ist der Vulkanausbruch für die Anwohner?

Im Vergleich zu anderen Vulkansystemen wie dem Merapi in Indonesien beispielsweise oder dem Mount St. Helens in den USA sind die Eruptionen des Cumbre Vieja an sich weniger gefährlich, erläutert der Geologe Dr. Christoph Helo vom Institut für Geowissenschaften in Mainz.

In La Palma haben sich zwar Lavaströme gebildet und große Gebiete wurden unbewohnbar. Das langsamere Vorrücken der Lava ermögliche es jedoch den Anwohnern, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Bei den anderen beiden Vulkansystemen in den USA und Indonesien seien die Eruptionen im Vergleich äußerst explosiv und gefährlich für die Bevölkerung, da sie meist gewaltige Glutlawinen produzierten, denen man kaum entkommen könne.

Der Vulkanausbruch auf La Palma lässt die Kanareninsel wachsen. An der Westküste der Insel bildet sich durch ins Meer geflossene Lava eine Landzunge.

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Woher kommen die vulkanischen Bomben?

Involcan, das vulkanische Institut der Kanarischen Inseln, teilte am Dienstag mit, die Aktivität des Vulkans sei "explosiv, mit herabfallenden Pyroklasten und Bomben".

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Als vulkanische Bomben bezeichnet man größere Lavablöcke, die während der Eruption ballistisch ausgeworfen, also im Prinzip wie eine Kanonenkugel abgeschossen werden, erläutert Helo.

Solche Bomben können auch Größen im Meter-Bereich haben.
Dr. Christoph Helo, Geologe

Sie entstünden, erklärt Helo, wenn die sich ausdehnenden Gasblasen im Schlot die Lava oder das Magma zerreißen. Während eines explosiven Lavaaustritts sei die Entstehung kleinerer Bomben keine Seltenheit.

Wird das Material auf unter zwei Millimeter Größe zerrissen, spricht man von Asche.

Je heftiger die Eruption, desto kleiner ist die durchschnittliche Korngröße.
Christoph Helo, Geologe

Diese kleinen Partikel können besonders den Flugverkehr gefährden. Der Flughafen der Insel war erst am Donnerstag wegen Vulkanasche auf dem Rollfeld für unbestimmte Zeit gesperrt worden. Zeitweise waren mehr als 3.300 Hektar vom dunklen Ascheregen bedeckt.

War der Ausbruch des Cumbre Vieja vorhersehbar?

Vulkanausbrüche lassen sich, so Helo, nicht konkret vorhersagen. Zeichen vulkanischer Unruhe seien aber beispielsweise erhöhte seismische Aktivität, also Erdbeben. Im Fall von La Palma gab es die bereits um den 11. September. Eine erhöhte seismische Aktivität sei aber im Umkehrschluss nicht immer gleichbedeutend mit einem Ausbruch.

Allerdings habe sich aus der Geschichte des Vulkans ablesen lassen, dass eine Eruption auftreten könnte. Denn auf längere Eruptionspausen war immer wieder ein Ausbruch gefolgt - der letzte vor 50 Jahren.

Wann wird sich die Region wieder beruhigen?

Auch hier lassen sich vergangene Vulkanausbrüche in La Palma als Maßstab nehmen. Helo schätzt:

Die aktuelle Eruption könnte noch Wochen oder Monate andauern.

Der spanische Rundfunksender RTVE hat einen Livestream zur Beobachtung des Vulkans eingerichtet.

Was ist mit den Inselbewohnern und ihren Häusern?

Mehr als 6.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Viele von ihnen werden nie mehr in ihre Häuser und Ortschaften zurückkehren können - diese liegen unter einer meterdicken Lavaschicht begraben. Auf La Palma leben rund 85.000 Menschen - die meisten von ihnen von der Landwirtschaft.

Die Lava des Vulkans auf La Palma versinkt zwar im Meer. Doch für die Bewohner ist die Bedrohung damit nicht vorbei. Giftige Gase ziehen auf.

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Seit dem Beginn des Ausbruchs wurden mehr als 1.000 Gebäude zerstört und große Schäden in der Landwirtschaft und an der Infrastruktur angerichtet. 

Wieviel Geld soll in den Wiederaufbau fließen?

Die spanische Regierung hat am Dienstag für La Palma ein Hilfspaket in Gesamthöhe von 213,7 Millionen Euro beschlossen. Zuvor hatte Madrid bereits ein Hilfsprogramm von 10,5 Millionen beschlossen und La Palma zum Katastrophengebiet erklärt.

Die Einwohner der Insel seien einem Test ihrer Widerstandskraft ausgesetzt, so der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez,

weil wir nicht wissen, wann der Vulkanausbruch endet.
Pedro Sánchez

Bei den Hilfsgeldern gehe es um Unterstützung beim Wiederaufbau der Infrastruktur und der Wasserversorgung aber auch um Hilfen für die Landwirtschaft wie etwa Bewässerungssystemen für Bananenplantagen, den Tourismus und für Arbeitsplätze und Sozialleistungen.

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