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Vulkanausbruch auf Kanareninsel - La Palma: Zweiter Lavakanal tut sich auf

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50 Jahre nach dem letzten Ausbruch speit ein Vulkan im Süden der Insel wieder Lava. Laut Behörden müssen Tausende Bewohner der Gegend und auch Urlauber evakuiert werden.

Seit drei Tagen wälzt sich vom Vulkan Cumbre Vieja Lava Richtung Tal, 160 Häuser sind bereits verloren. Mittlerweile brach zudem ein weiterer Riss am Vulkan auf.

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Auf der Kanareninsel La Palma ist im Bereich der Bergkette Cumbre Vieja ein Vulkan ausgebrochen. Der Vulkan spuckte Lava-Fontänen und Asche aus. Die Eruptionen hielten auch in der Nacht zum Montag an. Weitere kleine Erdbeben erschütterten die Kanareninsel am frühen Dienstagmorgen. Schwarze Lavaströme arbeiteten sich weiter Richtung Meer vor, dazu öffnete sich ein neuer Kanal auf der Bergflanke, 900 Meter vom Kamm der Cumbre Vieja entfernt.

Rund 5.000 Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen - möglicherweise müssen 5.000 weitere folgen. Die örtlichen Behörden riefen die Bevölkerung zu "extremer Vorsicht" auf. Für die Betroffenen wurden Notunterkünfte geöffnet.

Behörden: Eruptionszone fernbleiben

Der Ausbruch habe in dem Gebiet Cabeza de Vaca in El Paso begonnen, teilten die örtlichen Behörden im Onlinedienst Twitter mit. "Die Bevölkerung wird aufgerufen, der Eruptionszone fernzubleiben", erklärte die Regionalregierung. Jedes "unnötige Risiko" solle vermieden werden.

Der Regionalpräsident der Kanaren, Angel Victor Torres, erklärte, es sei ein "Glück", dass sich der Ausbruch des im Inselinneren gelegenen Vulkans in einem dünn besiedelten Gebiet ereignet habe. Auf ganz La Palma leben gut 80.000 Menschen.

Vulkane sind Zerstörer und Lebensspender zugleich. Millionen Menschen leben in ihrem Schatten. Dirk Steffens ist zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt gereist.

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Regierungschef sagt UN-Reise ab

"Alles deutet darauf hin, dass es keine neuen Eruptionspunkte geben wird", fügte Torres hinzu. Die Lava erreichte mehrere Häuser und machte eine Reihe von Straßen unpassierbar. Die fast 1.000 Grad heißen Lavaströme bewegten sich laut dem Vulkanologischen Institut der Kanaren mit einer Geschwindigkeit von etwa 700 Metern pro Stunde.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez kündigte an, wegen des Ausbruchs seine Reise zur UN-Generaldebatte in New York zu verschieben. Am Abend traf er auf La Palma ein, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Auf Twitter schrieb er:

Alle Einsatzkräfte stehen bereit, um koordiniert zu reagieren.
Pedro Sánchez, Spaniens Regierungschef

Tausende Erbeben in der Region

Das Innenministerium gab an, mehr als 200 Einsatzkräfte würden per Hubschrauber nach La Palma gebracht. Der Ausbruch des Cumbre Vieja war nach zahlreichen Erdbeben, einem sogenannten Erdbebenschwarm, in der Region bereits befürchtet worden.

Seit gut einer Woche wurden in der Region Tausende Erdbeben von einer Stärke von bis zu 4,0 registriert. Der Boden in der Umgebung des Vulkans hob sich um rund zehn Zentimeter an.

Letzter Ausbruch im Jahr 1971

Die heftigen Erschütterungen hingen mit der Verschiebung von nahezu elf Millionen Kubikmetern Magma im Innern des Vulkans zusammen, hatte das Vulkanologische Institut der Kanaren dazu mitgeteilt.

Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs. Der letzte Ausbruch des Cumbre Vieja hatte sich vor fünfzig Jahren ereignet.

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