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Missbrauch in der Kirche : Druck auf Kardinal Woelki wächst

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Kölns Kardinal Woelki hält eine Missbrauchsstudie unter Verschluss - das größte deutsche Bistum erlebt eine beispiellose Vertrauenskrise.

Wer trägt die Verantwortung für sexuellen Missbrauch im Namen der Kirche? Ein Gutachten sollte das im Erzbistum Köln klären, doch dann weigert sich Kardinal Woelki, das Gutachten zu veröffentlichen.

Seither wächst die Kritik und die Zahl der Kirchenaustritte auch: 1.000 neue Termine des Amtsgerichts Köln waren nach einem Tag vergeben.

Zahl der Kirchenaustritte im Erzbistum Köln nimmt zu

"Es ist für mich an der Zeit, weil ich das nicht mehr mittragen kann", sagt Sabine Baron, sie hat noch einen der knappen Austrittstermine erwischt: "Diese Hierarchie, dass man da nichts machen kann". Die Entrüstung bei den Katholiken der Domstadt ist groß und beispiellos: Einzelne Pfarrer, ganze Gemeinden, Verbände - immer neue Kritiker melden sich zu Wort.

Im Mittelpunkt steht Kardinal Woelki und seine Entscheidung, das Missbrauchsgutachten unter Verweis auf rechtliche Probleme unter Verschluss zu nehmen und ein neues in Auftrag zu geben.

Welche Rolle spielt Kardinal Woelki?

Was aber steht im ersten Gutachten, wen belastet es? Die Fragen sind offen, bis heute. Sie säen Zweifel am Versprechen des Kardinals, die Verantwortlichen zu klar zu benennen. Es gibt Unmut im Betroffenenbeirat, die beiden Sprecher werfen hin.

Der Kardinal persönlich gerät unter Vertuschungsverdacht, er soll den Missbrauchsfall eines befreundeten Priesters nicht nach Rom gemeldet haben. Woelki bittet den Papst um Entscheidung - auch das ist umstritten.

Diözesanrat: Größte Krise, die man je erlebt hat

"Uns begegnet täglich Wut und Unverständnis", schreibt Kölns Innenstadtgemeinde St. Severin in einem offenen Brief. Man frage sich, ob ein Weg aus der Krise mit den handelnden Personen überhaupt noch möglich sei. Von der größten Kirchenkrise, die man je erlebt habe, spricht der Diözesanrat, der die Pfarrgemeinden und katholischen Verbände vertritt.

Er kündigt vorläufig die Zusammenarbeit mit dem Erzbistum auf und fordert: Alles muss auf den Tisch, volle Transparenz und Konsequenzen - sofort, nicht erst auf Rom warten. Auch führende Geistliche wie Kölns Stadtdechant Robert Kleine kritisieren jetzt öffentlich: "Wir strahlen in Köln momentan nicht positiv aus."

Wenn am 18. März das neue Gutachten veröffentlicht werde, reiche es nicht aus, nur Namen zu benennen. Kölns Generalvikar bittet im Namen des Kardinals weiter um einige Wochen Geduld - die Bistumsleitung wolle doch aufklären.  

Reformprozess "Synodaler Weg" überschattet von Vertrauenskrise

Derweil wächst in der Deutschen Bischofskonferenz die Unruhe. Denn die Vertrauenskrise geht längst über Köln hinaus. Das Geschehen um Woelki überschattet alles, auch den Reformprozess "Synodaler Weg", der am Donnerstag mit einer Online-Konferenz fortgesetzt wird.

Da geht es um Glaubwürdigkeit - und an der Spitze des größten deutschen Bistums steht ein Kardinal, dem nun Glaubwürdigkeit fehlt.

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