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Straßen- und Sitzungskarneval in NRW abgesagt

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Wegen Corona - Straßen- und Sitzungskarneval in NRW abgesagt

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Sitzung, Umzug, Maskenball - alles gestrichen: In Nordrhein-Westfalen fallen alle größeren Karnevalsveranstaltungen aus. Corona hat den Narren die Session verhagelt.

In Nordrhein-Westfalen beraten Karnevalisten und die Landesregierung über den Karneval in Corona-Zeiten. Es droht die Komplett-Absage. Dazu ZDF-Korrespondentin Dorthe Ferber.

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Schon lange vor Aschermittwoch ist alles vorbei: Der Sitzungs- und Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen fällt in der Saison 2020/21 weitgehend aus, ist "de facto abgesagt". Das bestätigte Michael Kramp vom Festkomitee Kölner Karneval gegenüber ZDFheute am Freitagabend. Es gebe zwar kein Verbot, nach jetzigem Stand seien solche Veranstaltungen aber nicht möglich. Das werde sich bis zum Start der Session auch nicht ändern.

In Zeiten der Pandemie müssten drastische Einschränkungen gemacht werden, verkündeten Staatssekretär Nathanael Liminski und der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, nach einem Gespräch in der Düsseldorfer Staatskanzlei. "Ein Karneval, so wie wir ihn kennen, wird in Zeiten der Pandemie nicht möglich sein", sagte Liminski.

Corona macht auch vor Karneval nicht halt

Kuckelkorn erklärte, die Karnevalschefs von Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen hätten die Landesregierung "um ein klares Signal zur Absage des Sitzungskarnevals gebeten". Und: "Ich bin sehr glücklich, dass wir dieses Signal heute erhalten haben."

Große Menschenansammlungen, schunkeln, singen und Bützchen verteilen, in großer Ausgelassenheit und oft auch mit Alkoholkonsum - all das ist in der Pandemie so nicht denkbar.
Nathanael Liminski, Staatssekretär

Für den Karneval gelte der gleiche Rechtsrahmen wie für alle anderen, es könne da keine Ausnahmen geben. An neuralgischen Punkten solle es zur Sessionseröffnung am 11.11. und an den tollen Tagen sogar Alkohol- und Versammlungsverbote geben. Möglich soll dagegen sein, was klein und kreativ ist und zugleich den Corona-Regeln entspricht.

In Nordrhein-Westfalen beraten Karnevalisten und die Landesregierung über den Karneval in Corona-Zeiten. Es droht die Komplett-Absage. Dazu ZDF-Korrespondentin Dorthe Ferber.

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Kleine Veranstaltungen mit maximal 150 Teilnehmern möglich

"Karnevalistische Kulturveranstaltungen, bei denen etwa ein gewisses Bühnenprogramm geboten wird oder gar ein Konzert, und die die Regeln und Abstand- und Hygienekonzepte einhalten, sind natürlich möglich", sagte Liminski. Eine Sprecherin des Festkomitees Kölner Karneval erläuterte, darunter müsse man sich Veranstaltungen mit etwa 100 bis 150 Teilnehmern vorstellen. Vieles davon werde wohl auch nur intern in den Vereinen stattfinden und nicht öffentlich sein.

Kuckelkorn hatte schon vorher gesagt, der Karneval müsse jetzt zu seinen Ursprüngen zurückfinden und sich an der Basis im Kleinen und Kreativen neu bewähren. Besuche der "Tollitäten" bei Veranstaltungen oder Einrichtungen sollen erlaubt bleiben. Viele dieser Besuche haben sozialen Charakter, etwa wenn das Kölner Dreigestirn kranke Kinder besucht.

Der Karneval sichert normalerweise das Überleben Tausender Menschen in Rio de Janeiro. In der Corona-Krise sind sie auf Lebensmittelspenden angewiesen.

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NRW will wegen Karneval-Absage Betroffene finanziell unterstützen

Die Landesregierung will wegen der Absage das Karnevalsbrauchtum finanziell unterstützen. An wen das Geld genau gehen soll und zu welchen Bedingungen, führte Liminski nicht aus. Die weitgehende Absage des Karnevals bedeutet für die närrischen Hochburgen massive wirtschaftliche Einbußen.

Einer 2019 veröffentlichten Studie zufolge liegt der geschätzte karnevalsbedingte Umsatz allein in Köln bei etwa 631 Millionen Euro. Nach der Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) sind in Köln rund 6.500 Arbeitsplätze vom Karneval abhängig. Vor allem das Gastgewerbe profitiert von den Narren.

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