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Bundesliga-Manager in Doha : Rummenigges Rolex-Uhren: Geschenke aus Katar?

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2013 brachte Karl-Heinz Rummenigge zwei unverzollte Uhren aus Doha mit. Ein Informant behauptet: Die Uhren seien ein Geschenk der katarischen Gastgeber. Rummenigge dementiert.

Karl-Heinz Rummenigge
Bis heute liegt im Dunkeln, wer Rummenigge 2013 in Katar zwei Rolex-Uhren schenkte.
Quelle: epa

Das Hotel St. Regis in Doha ist ein angenehmer Ort: Fünf-Sterne, Privat-Strand, ein großer Pool, bester Service. "The finest adress in town", wirbt das Haus. Recherchen des ZDF zufolge fand hier im Februar 2013 ein Treffen statt, das für die Fußball-WM in Katar von entscheidender Bedeutung war.

In den Jahren nach der Entscheidung für Katar stand das Land unter Druck. Die Kritik wurde immer lauter: Korruptionsvorwürfe, Ausbeutung von Arbeitern, zu große Hitze während des anvisierten WM-Termins im Sommer. Katar brauchte Unterstützer.

Katar lud zur Luxus-Reise nach Doha ein

Katar lud also eine exklusive Reisegruppe nach Doha ein: die European Club Association, den Zusammenschluss der europäischen Spitzenclubs. Katar zahlte für die Flüge, das Luxus-Hotel St. Regis und andere Annehmlichkeiten. 

Das ZDF konnte mit sieben Bundesliga-Funktionären sprechen, die in Doha dabei waren. Sie beschreiben die Reise als Lobbyveranstaltung. Die Funktionäre wollen anonym bleiben. Ihre Aussagen dürfen aber veröffentlicht werden. Einer der Interviewten sagte:

Jeder wusste natürlich, dass das Treffen in Doha Lobbyarbeit war und jeder hat sich auch gern umschmeicheln lassen.
Bundesliga-Funktionär

Und weiter: "In dieser Offenkundigkeit den europäischen Fußball einzukaufen, das habe ich noch nicht erlebt". Ein anderer: "Man merkte: Die wollen in unsere Köpfe rein, damit wir zurückfliegen und sagen: Diese WM ist eine gute Idee."

Eine WM-Vergabe ohne Rücksicht auf Menschenrechte und Nachhaltigkeit werden wir nicht mehr erleben, sagt DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Die Katar-Vergabe habe den Sport verändert.

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5 min
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Im Mittelpunkt: Karl-Heinz Rummenigge

Einer stand bei diesem Event im Mittelpunkt: Karl-Heinz Rummenigge, der Vorsitzende der European Club Association. Auf Bildern und Videoaufnahmen, die dem ZDF vorliegen, wird deutlich, dass er vom Chef des katarischen WM-Organisationsteams Hassan Al-Thawadi besonders herzlich empfangen wurde.

Als Karl-Heinz Rummenigge aus Doha zurückfliegt, wird er am Zoll kontrolliert. In seinem Gepäck: zwei Rolex-Uhren, unverzollt. Dem ZDF gelingt es, herauszufinden, um welche beiden Modelle es sich handelt und auf welchen Wert der Zoll damals die beiden Uhren geschätzt hat: gut 92.000 Euro. Ein zu hoher Wert, wie Rummenigges Anwalt mitteilt.

Rummenigge erhält später einen Strafbefehl über knapp 250.000 Euro. Er akzeptiert, bezahlt und ist damit vorbestraft. Er behauptet später in der englischen Zeitung "Guardian", die Uhren seien ein Geschenk gewesen, von einem Freund, nicht von den Kataris. Ist das plausibel?

Dem ZDF gelingt es, mit zwei Informanten zu sprechen, die in Doha dabei waren und die behaupten, Rummenigge habe während des Treffens im Hotel St. Regis ein Geschenk erhalten. Ein Informant will wissen, dass dieses Geschenk die beiden Rolex-Uhren waren und dass es die katarischen Gastgeber waren, die Rummenigge die Uhren überreicht hätten. Der Informant schickt auch ein Foto eines der beiden Uhren-Modelle.

Die Fußball-WM in Katar steht seit der Vergabe in der Kritik. Der Golfstaat inszeniert sich seither als perfekter Gastgeber. Doch die Wahrheit sieht anders aus.

Beitragslänge:
7 min
Datum:

Rummenigges Anwalt: Rolex-Uhren waren keine Geschenke von Al-Thawadi

Ob diese Darstellung der Wahrheit entspricht, ist unklar. Rummenigges Anwalt lässt mitteilen:

Eine ganze Reihe Ihrer Fragen enthält unzutreffende Behauptungen, Unterstellungen und Verdächtigungen. Die beiden Rolex waren keine Geschenke von Hassan Al-Thawadi.
Rummenigges Anwalt

Von welchem Freund Rummenigge die Uhren erhalten haben will, legt er nicht offen. Sicher ist aber: Kurz nach seiner Rückkehr aus Doha spricht sich Rummenigge dafür aus, die WM in den Winter zu verlegen. Ganz im Sinne der Kataris. In den Monaten und Jahren danach verteidigt er die WM in Katar immer wieder.

Die Sportjournalistin Lena Cassel zu Gast in der Sendung von Markus Lanz.

Sportjournalistin bei "Lanz" - "Diese WM in Katar ist verkommen" 

Die Sportjournalistin Lena Cassel sagt, die Fußball-WM in Katar habe dem Profi-Fußball lediglich "sehr viele Tote" gebracht. Integration durch Fußball? "Das ist gescheitert."

von Felix Rappsilber
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