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Die Erosion der großen Kirchen

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Rekordrückgang bei Mitgliedern - Die Erosion der großen Kirchen

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2019 sind fast eine halbe Million Menschen in Deutschland aus der katholischen und evangelischen Kirche ausgetreten - mehr als jemals zuvor. Das hat auch finanzielle Folgen.

Archiv: Zwei Menschen gehen durch den leergeräumten Raum der Heilig-Kreuz-Kirche, aufgenommen am 02.05.2020 in Frankfurt am Main
2019 haben mehr als 500.000 Menschen die großen Kirchen verlassen.
Quelle: dpa

Immer mehr Menschen treten in Deutschland aus der Kirche aus - vergangenes Jahr waren es mehr als eine halbe Million. Bei den Katholiken kehrten 272.771 Menschen der Kirche den Rücken, 26 Prozent mehr als noch 2018 - und auch deutlich mehr im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2014 mit knapp 218.000 Austritten.

Bei den Protestanten traten etwa 2019 270.000 Menschen aus der Kirche aus, rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

Es gibt jetzt in Deutschland noch 22,6 Millionen Katholiken und 20,7 Millionen Protestanten. Die Zahlen wurden am Freitag von der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover mitgeteilt.

Weniger Mitglieder trotz Veränderungs-Prozessen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, erklärte, an den Zahlen gebe es "nichts schönzureden". Es seien "mutige Veränderungen" erforderlich, und eben deshalb hätten die deutschen Katholiken den Reformprozess Synodaler Weg eingeleitet.

Neben der Mitgliederzahl verzeichnet die Katholische Kirche auch beim Empfang der Sakramente wie Taufe, Kommunion und Hochzeiten einen Rückgang. "Der Prozess der Erosion persönlicher Kirchenbindung zeigt sich dort besonders deutlich", so Bätzing.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die aktuellen Zahlen bedrücken uns." Und:

Jeder einzelne Austritt schmerzt, nicht zuletzt, weil alle Mitarbeitenden hochmotiviert arbeiten.
Heinrich Bedford-Strohm

Er versprach: "Die Kirche will sich verändern und tut dies jetzt schon." So seien während der Corona-Krise neue digitalisierte Formate entstanden, die gut ankommen würden.

Weniger Geld für die Kirchen - auch wegen Corona

Nicht nur der Mitgliederschwund, auch die Corona-Krise verschlechtert die finanzielle Situation der Kirchen. Im laufenden Jahr erwartet die EKD aufgrund der Pandemie einen deutlichen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen von zehn bis 25 Prozent. Auch die katholische Kirche rechnet mit deutlich weniger Kirchensteuereinnahmen durch Corona.

Daten zum kirchlichen Leben in Deutschland

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