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Nach Missbrauchsgutachten - Köln: Weiterer Bischof freigestellt

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Nach Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens im Erzbistum Köln ist ein weiterer Bischof freigestellt worden.

Kreuz auf Altar
Wegen Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kritik: Erzbistum Köln
Quelle: imago

Das Missbrauchsgutachten im Erzbistum Köln hat weitere personelle Konsequenzen. Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff wurde vorläufig freigestellt, wie die Kirche am Freitag mitteilte. Er habe Kardinal Rainer Maria Woelki selbst darum gebeten.

Das Gutachten listet eine Pflichtverletzung Puffs auf. In seiner Zeit als Personalchef im Erzbistum zwischen 2012 und 2013 soll er in einem Fall gegen die Aufklärungspflicht verstoßen haben. Puff ist bis zur Klärung der Umstände vorläufig beurlaubt.

Jahrzehntelang wurde sexuelle Gewalt im Erzbistum Köln offenbar bagatellisiert – auf Kosten der Opfer. In dem heute vorgestellten Bericht sprechen die Gutachter von "systembedingter Vertuschung". Erzbischof Woelki hat bereits Konsequenzen gezogen.

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Gutachten listet Pflichtverletzungen auf

Am Donnerstag hatte ein Team um den Strafrechtler Björn Gercke ein Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum vorgestellt. Darin stellen die Juristen in 75 von 236 ausgewerteten Aktenvorgängen Pflichtverletzungen von Bistumsverantwortlichen fest. Die Amtsträger gingen zum Beispiel einem Verdacht nicht nach oder sanktionierten strafbares Verhalten nicht.

Demnach gab es insgesamt 202 Beschuldigte und 314 Opfer sexuellen Missbrauchs. Mehr als die Hälfte der damaligen Opfer waren laut Gutachten Kinder im Alter unter 14 Jahren.

Zu den Beschuldigten zählen unter anderen der Hamburger Erzbischof Stefan Heße, ehemals Personalchef und Generalvikar in Köln, sowie der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, ebenfalls ein ehemaliger Generalvikar. Beide Würdenträger boten noch am Donnerstag Papst Franziskus ihren Rücktritt an. Auch dert Kölner Offizial Günter Assenmacher wurde von seinen Aufgaben freigestellt.

Dass Kardinal Woelki Konsequenzen aus dem Gutachten zieht, überrascht Patrick Bauer. Erbärmlich findet er den Hinweis, dass die Verantwortlichen „überfordert“ gewesen seien.

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Langer Streit um Untersuchung

Damit zogen erstmals ranghohe Würdenträger der katholischen Kirche in Deutschland persönliche Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal. Zu den Beschuldigten des Gercke-Gutachtens zählt auch der verstorbene Erzbischof Joachim Meisner.

Am kommenden Dienstag will sich das Erzbistum zu weiteren Konsequenzen äußern. Um die Untersuchung hatte es einen monatelangen Streit gegeben. Ein erstes Gutachten einer anderen Kanzlei wollte Kardinal Woelki nicht wie zunächst vorgesehen veröffentlichen, weil er es für fehlerhaft hält.

Ein Gutachten zum Umgang des Erzbistums Köln mit sexuellem Missbrauch liegt vor einer Pressekonferenz auf einem Rednerpult.

Katholische Kirche - Das Desaster von Köln 

Schonungslos legt ein Gutachten Fehlverhalten der Kardinäle Höffner und Meisner offen. Erstmals werden amtierenden Bischöfen Pflichtverletzungen attestiert. Woelki macht ernst.

von Jürgen Erbacher
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