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Für homosexuelle Paare - Kritik und Widerstand gegen Segnungsverbot

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Die Proteste gegen das vom Vatikan ausgesprochene Segnungsverbot für homosexuelle Paare nehmen zu. Mehr als 200 katholische Theologen haben sich distanziert.

Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Arbeiter hängt vor der Kulisse des Doms und der Kirche Groß St. Martin eine Regenbogenfahne auf. Archivbild
Das Leben und Lieben gleichgeschlechtlicher Paare sei vor Gott nicht weniger wert als das Leben und Lieben eines jeden anderen Paares, erklären die Theologieprofessoren und -professorinnen.
Quelle: dpa

Mehr als 200 katholische Theologieprofessoren und -professorinnen aus dem deutschen Sprachraum protestieren gegen das vom Vatikan erlassene Verbot der Segnung für homosexuelle Paare. Der Text der römischen Glaubenskongregation sei von einem paternalistischen Gestus der Überlegenheit geprägt und diskriminier homosexuelle Menschen und ihre Lebensentwürfe, heißt es in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme. "Von dieser Position distanzieren wir uns entschieden."

Das Leben und Lieben gleichgeschlechtlicher Paare sei vor Gott nicht weniger wert als das Leben und Lieben eines jeden anderen Paares. Der Erklärung aus dem Vatikan mangele es "an theologischer Tiefe, an hermeneutischem Verständnis sowie an argumentativer Stringenz", kritisieren die Theologieprofessoren. Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse in dieser Art ignoriert würden, untergrabe das Lehramt seine eigene Autorität.

Lob für Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare

Ausdrücklich begrüßten die Unterzeichner, dass Priester, Diakone und andere Seelsorger in vielen Gemeinden bereits homosexuell lebende Menschen anerkennen würden, indem sie Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare anbieten.

Zu sehen ist der Bischof Franz-Josef Overbeck

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Die Glaubenskongregation hatte vergangene Woche Montag der Einführung katholischer Segensfeiern für homosexuelle Paare eine kategorische Absage erteilt. Es sei "nicht erlaubt, Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist", hieß es. Viele Bischöfe, Priester und Laien hatten das Verbot in den vergangenen Tagen scharf kritisiert.

Junge Katholiken sehen "pastorale Notlage"

Auch Junge Katholiken im Bistum Erfurt wollen das Segnungsverbot für gleichgeschlechtliche Paare nicht hinnehmen. Man sei über die vor einigen Tagen veröffentlichte Entscheidung der Vatikanischen Glaubenskongregation empört, heißt in einer am Montag in Erfurt veröffentlichten Erklärung des Diözesanverbands des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

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Das Verdikt aus Rom sorge für eine anhaltende "pastorale Notlage". Zum einen herrsche eine große Not unter den Gläubigen, die selbst in gleichgeschlechtlichen Beziehungen lebten und sich einen Segen für ihre Beziehung wünschten. "Sie fühlen sich bewusst ausgegrenzt sowie diskriminiert und leiden unter dieser pastoralen Härte", erklärte der BDJK.

Zum anderen würden kirchliche Mitarbeiter zunehmend von gleichgeschlechtlichen Paaren für Segensfeiern angefragt und gerieten dabei in Gewissensnöte. Einerseits wollten sie den Segen spenden, die kirchliche Lehre und die damit verknüpfte arbeitsrechtliche Situation würden dies jedoch verbieten. "Dass solche Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare dann eher im Geheimen stattfinden, kann keine Lösung sein", heißt es in der Erklärung.

Papst Franziskus beim Gang in den Petersdom.

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