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Weltkindertag - Jedes fünfte Kind lebt in Konfliktgebieten

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Laut der Organisation "Save the Children" stieg die Zahl der Kinder, die in Konfliktgebieten leben, auf 426 Millionen an. Seit 2010 wurden 93.000 Kinder getötet oder verstümmelt.

Ein kleines Mädchen weint auf der Flucht mit seiner Familie im Irak. Die Zahl der Kinder, die in Konfliktgebieten leben, stieg laut der Hilfsorganisation "Save the Children" auf 426 Millionen an.
Die Zahl der Kinder, die in Konfliktgebieten leben, stieg weltweit auf 426 Millionen an.
Quelle: dpa (Archiv)

Die Welt wird für Kinder immer gefährlicher. Laut dem Bericht "Krieg gegen Kinder" der Hilfsorganisation "Save the Children" ist die Zahl der Kinder, die in Konfliktgebieten aufwachsen, im vergangenen Jahr auf rund 426 Millionen angewachsen - das ist ein Plus von 11 Millionen zum Vorjahr. Damit lebt jedes fünfte Kind im Umfeld von bewaffneten Konflikten.

Die gefährlichsten Staaten für Kinder waren 2019 demnach Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik. Rund 160 Millionen Kinder wuchsen in Gebieten mit einer sogenannten hohen Konfliktintensität auf.

Zahl der Kindersoldaten auf fast 8.000 gestiegen

Seit dem Jahr 2010 seien insgesamt rund 93.000 Kinder weltweit getötet oder verstümmelt worden, was im Schnitt 25 Kindern pro Tag entspreche, beklagt "Save the Children". Im vergangenen Jahr waren es 10.300 Kinder. Mehr als ein Drittel von ihnen wurde demnach Opfer von Explosivwaffen wie Raketen, Granaten, Landminen und Streubomben.

Über drei Millionen Kinder lebten in Gebieten, in denen seit 18 Jahren oder länger Krieg und Gewalt herrsche. Dem Bericht zufolge stieg auch die Zahl der Kindersoldaten um 639 auf 7.855 an. Allein in der Demokratischen Republik Kongo seien 2019 mehr als 3.100 Kindersoldaten rekrutiert worden.

Save the Children: Regierungen drücken ein Auge zu

Hinter den nackten Zahlen würden sich schreckliche Kinderschicksale verbergen, sagte die Vorstandsvorsitzende von "Save the Children" Deutschland, Susanna Krüger. Viele seien Opfer von Menschen, die internationale Regeln missachteten, und von Regierungen, die ein Auge zudrückten:

Mädchen und Jungen müssen in Sicherheit und Frieden aufwachsen können.
Susanna Krüger, "Save the Children"

Die Zahl der von den Vereinten Nationen erfassten Verbrechen an Kindern stieg laut Bericht 2019 auf ein Rekordhoch von rund 26.200. Die Zahl unentdeckter Taten dürfte nach Einschätzung der Autoren deutlich höher liegen - vor allem im Bereich der sexuellen Gewalt.

Verbrechen gegen Kinder auf Rekordhoch

Zu den schweren Verbrechen an Kindern gehören nach Definition der UN Tötung und Verstümmelung, die Rekrutierung als Kämpfer, Entführungen, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser, die Verweigerung des Zugangs zu humanitärer Hilfe sowie sexuelle Gewalt gegen Kinder. Seit 2005 wurden insgesamt mehr als 250.000 solcher Taten verzeichnet.

"Save the Children" fordert die Staatengemeinschaft auf, den Einsatz und den Handel mit Explosivwaffen einzuschränken und Verletzungen internationaler Vereinbarungen in diesem Bereich zu bestrafen. Darüber hinaus sollten Kinderschutzprogramme in der humanitären Hilfe kontinuierlich und verstärkt gefördert werden.

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