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Interview

Jugendmediziner : Kinder-Atemwegsinfekte: Lage "katastrophal"

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Gerade haben besonders viele Kinder Atemwegsinfektionen. Viele Krankenhausbetten sind belegt. "Die Situation ist in ganz Deutschland katastrophal", sagt Mediziner Hoffmann.

Die Intensiv- und Notfallmediziner beklagen einen dramatischen Bettenmangel in Kinderkliniken. Wegen des Anstiegs von RS-Infektionen werde es wohl nicht genug Intensivbetten geben.

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Der Kinder- und Jugendmediziner Florian Hoffmann warnt im ZDF morgenmagazin vor einer Überlastung der Kinderkliniken. Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) führen laut Robert Koch-Institut (RKI) insbesondere bei Kleinkindern vermehrt zu Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen. "Die Situation ist in ganz Deutschland katastrophal", stellt Hoffmann fest, der auch Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist.

In einigen Bundesländern in Deutschland gab es laut Hoffmann in den vergangenen Tagen kein freies Kinderbett und keine Kinderintensivbetten mehr.

Das bedeutet, Kinder müssen zum Teil weit weg verlegt werden. Kinder müssen über Tage in der Notaufnahme liegen, oder wir müssen Stationen sogar überbelegen.
Florian Hoffmann, Kindermediziner

Wird eine Station überbelegt, werde dem Pflegepersonal noch mehr Arbeit zugemutet.

Das RS-Virus oder Influenza treten seit der Corona-Pandemie vermehrt auf. Durch Lockdowns konnten die Kinder keine natürliche Immunität aufbauen. Kinderkliniken bundesweit sind deshalb überlastet.

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Der Grund für die Situation in den Kinderkliniken ist laut Hoffmann der Mangel an Personal. "Das System ist immer am Limit. Wenn dann so eine Welle kommt, wie jetzt aktuell, dann kommt das System eben sofort an seine und über seine Grenzen hinaus." Außerdem wurden auch die Betten reduziert, so der Mediziner. Hoffmann fürchtet, dass die Infektionen steigen:

Unsere große Sorge ist, dass wir nicht alle Patienten behandeln können.
Florian Hoffmann, Kindermediziner

Mehr Infektionen erwartet

Das RKI rechnet laut Wochenbericht zur Entwicklung der Corona-Pandemie vom 25. November mit steigenden RSV-Zahlen in den kommenden Wochen.

Deshalb brauche es zunächst kurzfristige Lösungen. "Wir werden überlegen, wie wir in den Kliniken Notfallpläne aktivieren. Wie wir vielleicht von der Erwachsenenmedizin temporär Pflegepersonal zu uns in die Kinderklinik holen", erklärt Hoffmann. Die Lage jetzt sei ein Weckruf, um sich auf die Wellen in den kommenden Jahren besser vorzubereiten.

Durch die Pandemie konnten Kinder keinen eigenen Immunschutz aufbauen. Nun steigt die Zahl an RSV-Infektionen, eine schwere Atemwegserkrankung.

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Wir müssen die Pflege stärken, wir müssen schauen, dass wir die Ausbildungsbedingungen optimieren, denn nur wenn wir das machen, haben wir eine Chance.
Florian Hoffmann, Kindermediziner

Die Bundesregierung plant, Kinderkliniken in den kommenden zwei Jahren mit zusätzlich 300 Millionen Euro zu unterstützen. Ob das wirklich reicht, kann Hoffmann noch nicht sagen. "Auf jeden Fall werden sie trotzdem erstmal helfen, die Situation der Kinderkliniken zu verbessern."

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